Regel für Neubauten

Stadtspitze will Supermärkte zurück in die Ortszentren holen

Flachbauten für Supermärkte sind bald passé: Neuer Einzelhandel soll sich künftig in größeren Wohn- und Geschäftshäusern ansiedeln. Die Stadt will das zum Standard machen.

Einen ersten Vorstoß hatte die SPD schon vor Monaten im Planungsausschuss unternommen. Jetzt schließt sich der Verwaltungsvorstand an. Er schlägt dem Rat vor, dass in Dortmund in der Regel keine eingeschossigen Supermärkte gebaut werden sollen. Bei Neuplanungen ist es stattdessen Ziel, mehrgeschossige Gebäude zu bauen, bei denen Einzelhandel mit anderen Nutzungen wie Büros, Praxen oder Wohnen kombiniert wird.

Die Verwaltungsspitze hofft, damit gleich mehrere Ziele zu erreichen: Es wird sparsamer mit dem knappen Grund und Boden umgegangen und im Sinne einer "Stadt der kurzen Wege" die Nahversorgung verbessert. "Nahversorgung soll möglichst in urbanen Gebieten stattfinden", wünscht sich Planungsdezernent Ludger Wilde. Am Ende könnten so auch die Zentren, aus denen vor allem Supermäkrte mit immer größerem Flächenbedarf mehr und mehr verschwunden sind, wieder gestärkt werden.

Platz für dringend nötigen Wohnraum

Und nicht zuletzt kann mit Neubauten dringend benötigter Wohnraum geschaffen werden. Die Stadtplaner denken aber auch an Zeiten, in denen es mit dem Einzelhandel an einem Standort nicht mehr so gut klappt. Wenn die Geschäfte nicht mehr in Solitärbauten untergebracht sind, kann leichter eine Nachfolgenutzung gefunden werden.

Der Vorschlag soll nun im Planungsausschuss beraten und dann möglichst vom Rat beschlossen werden. Der neue Standard soll dann Leitlinie bei Baugenehmigungen und Bebauungsplänen sein. Das gilt dann etwa für einen Supermarkt im geplanten Wohngebiet auf dem Gebiet der Westfalenhütte im Borsigplatz-Quartier, erklärt Wilde.

Entscheidungen im Einzelfall

Im Gegensatz zur Dachbegrünung bei Flachdächern in neuen Baugebieten und Siedlungskernen soll es aber keine grundsätzliche Verpflichtung, sondern Entscheidungen in jedem Einzelfall geben. "Der Standard ist nicht überall umsetzbar", erklärt Wilde - etwa, wenn es Probleme mit dem Lärmschutz gibt. Künftig müssten Investoren aber begründen, warum die Ansiedlung von Einzelhandel in einem mehrgeschossigen Haus nicht gehen soll.

Begrüßt wird der Vorschlag vom Bund Deutscher Architekten (BDA). "In großen Städten, in denen der Platz knapp ist, ist das mehrgeschossige Bauen ein Gebot der Stunde", erklärt der Vorsitzende der BDA-Kreisgruppe Richard Schmalöer. Zugleich könne der "städtebauliche Wildwuchs", den es an vielen Einzelhandelsstandorten gebe, eingedämmt werden.

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