Religiöser Extremismus

Dortmunder Forum will gegen islamistische Hass-Propaganda immunisieren

Sie sind schnell, treffen ihr Ziel und haben dafür kaum Kosten: Religiöse Extremisten nutzen das Internet, um Jugendliche auf ihre Seite zu ziehen. Dortmund will Resistenzen entwickeln.

"Extremistische Organisationen nutzen die endlosen Weiten des Internets zur gezielten, schnellen und kostengünstigen Rekrutierung ihres radikalen Gedankenguts" - so beschreibt das Multikulturelle Forum aus Dortmund die Arbeit von religiösen Extremisten im Internet.

Ein Fachforum will Pädagogen, Sozialarbeiter und Polizeibeamte darüber informieren, wie über das Internet organisierte Prävention gegensteuern kann. Der Termin: 8. März 2019, 9.30 bis 14.30 Uhr in der Dortmunder Innenstadt.

Jugendliche als Zielgruppe von Extremisten

Laut Deniz Greschner vom Multikulturellen Forum in Dortmund bildeten Jugendliche die "wichtigste Zielgruppe" für Agitatoren verschiedener extremistischer Strömungen. Online-Netzwerke seien geeignet, "in die Sozialisation von Jugendlichen einzugreifen". Der Einfluss von Hass-Netzwerken auf junge Menschen ist offenbar so stark, dass sie sich von Familie, Freunden oder Schule abkoppeln.

Typische Maschen im Internet

Die Teilnehmer des Forums sollen Radikalisierungs-Versuche und typische "Maschen" im Internet erkennen können. Mehrere Referenten informieren über die islamistische Propaganda-Methoden, islamistisch begründeten Extremismus und über Konzepte und Wirkung von Online-Prävention.

Der selbst ernannte terroristische "Islamische Staat" (IS) wirbt bildgewaltig, gewaltverherrlichend und heroisierend in deutscher Sprache für den Einsatz als treu ergebener Gotteskrieger. Das auch in Dortmund arbeitende "Wegweiser"-Programm soll Jugendliche, die sich dem Islamismus zuwenden, früh erkennen.

2017 betreute das Programm 64 Jugendliche aus allen Gesellschaftsschichten, in den meisten Fällen jedoch nicht aus muslimischen Familien. Die Zahlen sind inzwischen gestiegen. Häufig ist keine ernsthafte politische Radikalisierung zu erkennen. Jugendliche nutzen extreme Themen auch, um gegen das Elternhaus aufzubegehren oder um zu provozieren. Das herauszufinden ist Aufgabe des Wegweiser-Programms.

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