+
Faserzementplatten dieses 1962 errichteten Dachs einer Wetterschutzhalle vor einem Tribünengebäude der Rennbahn sollen mit Asbest belastet sein.

Rennbahngelände

Lascher Umgang mit Asbest - Baustelle stillgelegt

Wambel - Wegen massiver Mängel bei Dacharbeiten auf dem Rennbahnbahngelände hat die Bezirksregierung die Baustelle am Donnerstag (27. 7.) vorübergehend stillgelegt. Das wurde am Dienstag bekannt. Bauherr ist der Rennverein. Mit Asbest belastete Faserzementplatten von 1962 sollen nicht ordnungsgemäß demontiert worden sein.

Bei den Bautätigkeiten auf dem Rennbahngelände geht es um Arbeiten in einer Wetterschutzhalle vor einer Tribüne. Freitag konnten die Arbeiten unter Auflagen fortgesetzt werden. Mutmaßlich mit Asbest belastete Bereiche mussten abgesaugt werden.

Die Vorwürfe gegen die Baufirma gehen so weit, dass die Bezirksregierung die Staatsanwaltschaft einschalten will. Für die Vorwürfe juristisch relevant sind die Paragrafen 319 (Baugefährdung) und 326 (Umgang mit Abfällen) des Strafgesetzbuches.

Gefahr durch "Sofortmaßnahmen" gebannt

Angestoßen wurden unsere Recherchen durch einen anonymen Hinweis: Arbeiter seien bei den Demontage-Arbeiten am Dach nicht richtig gesichert gewesen und Deckenelemente mit Asbestanteil nicht korrekt gelagert und entsorgt worden.

Benjamin Hahn von der Bezirksregierung wollte diese Details nicht kommentieren, bestätigte aber „massive Verstöße“, die das Dezernat für Arbeitsschutz auf der Baustelle erkannt habe. „Sofortmaßnahmen“ hätten die Gefahr bannen können.

Bauherr ist der Dortmunder Rennverein. Dessen Präsident Andreas Tiedtke sagte, dass der mit den Bauarbeiten beauftragte Dachdecker ein Meisterbetrieb aus dem Märkischen Kreis sei. „Wenn ich einen Meisterbetrieb mit Arbeiten beauftrage, gehe ich davon aus, dass er die Vorschriften kennt und sich daran hält“, sagte der Präsident.

Firma soll die Standards nun einhalten

Nach dem Einschreiten der Bezirksregierung in Arnsberg habe er den Inhaber darauf hingewiesen, dass er die Standards einhalten solle. Andreas Tiedtke: „Auch mit der Bezirksregierung stehen wir jetzt in ständigem Kontakt.“ Bei einer Kontrolle am Freitag war nichts mehr zu beanstanden.

Die Wetterschutzhalle ist 1962 vor einer unter Denkmalschutz stehenden Tribünenanlage für bis zu 600 Zuschauer an der Rennbahn errichtet worden. Dabei wurden Faserzementplatten verwendet, sodass laut Andreas Tiedtke der Asbest-Verdacht konkret sei. Betroffen sind rund 200 von 2000 Quadratmetern Dachfläche. Der Rennverein lässt das poröse Dach erneuern, weil es durchgeregnet hat. Auch den Brandschutz lässt der Verein modernisieren. Schon im September sollen die Arbeiten beendet werden. Elektroinstallationen und Arbeiten an den Sanitärarbeiten folgen.

Asbest wurde jahrzehntelang als Baustoff eingesetzt. Seit 1993 ist er in Deutschland verboten, da er als krebserregend gilt.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

BWW Langenbochum: Vier Neuzugänge auf einen Streich
BWW Langenbochum: Vier Neuzugänge auf einen Streich
Feuerwehr Gladbeck rückt zu Dachstuhlbrand an der Josefstraße aus
Feuerwehr Gladbeck rückt zu Dachstuhlbrand an der Josefstraße aus
Pizza-Bäcker rast in Radarfalle - und hat eine überraschende Ausrede
Pizza-Bäcker rast in Radarfalle - und hat eine überraschende Ausrede
Coronavirus in NRW: Was passiert mit meiner privaten Feier?
Coronavirus in NRW: Was passiert mit meiner privaten Feier?
Suche nach Christopher G. beendet – Mann meldet sich bei der Polizei
Suche nach Christopher G. beendet – Mann meldet sich bei der Polizei

Kommentare