Restaurant-Check

"Delikat Essen": Veganes Vergnügen im Saarlandstraßenviertel

Dortmund - Dortmunds Gastro-Szene ist groß: Über 1000 Restaurants, Kneipen und Imbisse gibt es in der Stadt. Immer mittwochs testen wir einen Laden. Heute: das "Delikat Essen" im Saarlandstraßenviertel.

Für Veganer beginnt ein Restaurantbesuch oft mit einer großen Ratestunde. Denn häufig müssen sie den Kellner fragen, ob sie dieses oder jenes Gericht auch wirklich essen können oder ob nicht doch beim Kochen Butter oder ähnliches benutzt wurde.

Umso beliebter sind bei ihnen Restaurants, bei denen schon in der Speisekarte klar steht, ob ein Gericht vegan ist. So ein Laden ist das "Delikat Essen" an der Ecke Alter Mühlenweg / Saarlandstraße. Was das "Delikat" aber besonders macht, ist seine große Auswahl an ungewöhnlichen Gerichten - sowohl für Veganer als auch für Vegetarier und Fleischesser.

Sehen Sie sich hier das "Delikat Essen" im Panoramablick an!

Essen:

5 der 14 Hauptgerichte des "Delikat" kommen ohne tierische Produkte aus, etwa der Süßkartoffel-Spinat-Strudel mit Cashewcreme auf einem Couscous-Bett (12,90 Euro) oder die Reisnudeln mit Auberginen, getrocknete Tomaten, Quitten und Kastanien (Hier geht es zur kompletten Speisekarte).

Bei unserem Besuch hatten wir die vegane heiße Pfanne mit grünem Spargel, Drillingen, roter Beete, Fenchel und Zitrone (12,90 Euro), das Zanderfilet mit getrüffeltem Kartoffelpüree (18,90 Euro) und das Risotto Nero mit Oktopus und Grillgemüse (16,90 Euro). Das gebratene Gemüse der heißen Pfanne schmeckte so frisch, als würde der Gemüsegarten neben der Küche liegen. Der Zander war zwar ein kleines bisschen trocken, aber trotzdem sehr lecker, wobei das Highlight das getrüffelte Kartoffelpüree war, was wir so noch nie gegessen hatten. Und das Risotto bekam durch die Tintenfisch-Tinte eine Extra-Portion Cremigkeit, der gegrillte Oktopus passte sehr gut dazu.

Bei den Vorspeisen sind sogar sechs der sieben Gerichte vegan. Wir hatten die große Vorspeisenplatte für zwei Personen in der veganen Variante. Wobei das "groß" nicht übertrieben war: Die Platte bestand aus einem Berg von frischem Salat, der unter anderem eingerahmt war von drei Dipps (unter anderem Hummus) mit Brot, Enchiladas mit Rucola, sonnengetrockneten Tomaten und Aioli (unser Favorit) und Seitan-Streifen, die uns ein bisschen an Zimt-Brot erinnert haben.

Darüber hinaus gibt es noch monatlich wechselnde Spezial-Gerichte.

Die Preise:

Sind moderat. Bei den Hauptspeisen bewegen sie sich zwischen 12,90 Euro und 18,90 Euro, bei den Vorspeisen zwischen 4,90 Euro und 12,90 Euro.

Die Atmosphäre:

Die Innenausstattung ist nichts Besonderes, man fühlt sich aber wohl. Die Wände, an denen viele kleine gerahmte Bilder hängen, sind in Erdtönen gestrichen, es gibt Deckenlichter mit floralen Motiven. Die Gäste sitzen an hellen Holztischen, teils auf Holzstühlen, teils auf mit schwarzem Leder bezogenen Sesseln. Es gibt mehrere Räume, der Hauptraum wird von einem Bartresen dominiert.

Die Bedienung ist unauffällig und geschäftsmäßig. Alles lief bei unserem Besuch reibungslos - was aber auch kein Wunder ist, weil während unseres Tests nur zwei weitere Tische im Restaurant besetzt waren.

Kinderfreundlichkeit:

Gesonderte Kindergerichte finden sich nicht auf der Speisekarte. Eine Spielecke gibt es nicht. Da das Restaurant außerdem etwas verwinkelt ist, könnte das Navigieren mit einem Kinderwagen durchaus schwer werden. Besonders zwischen Tresen und Wand ist eine Engstelle.

Barrierefreiheit:

Sagen wir es mal so: Der Grundriss des Restaurants ist jetzt nicht unbedingt gemacht für Rollstühle und Rollatoren (siehe Kinderfreundlichkeit). Zumindest liegt der Eingang ebenerdig. Die Toilette ist das zwar auch, aber viel Platz gibt es dort auch nicht.

Anfahrt / Parkplatzsituation:

Die Parkplatzsituation im Saarlandstraßenviertel ist zwar nicht ganz so schlimm wie im benachbarten Kreuzviertel, gut ist sie aber auch nicht. Es bleibt ein dicht besiedeltes Wohnquartier. Wer auf Nummer sicher gehen will, nutzt das Parkhaus der städtischen Kliniken an der Hohen Straße 33, fünf Gehminuten vom Restaurant entfernt.

Besser ist der Anschluss an den ÖPNV: Die nächste U-Bahn-Station - Saarlandstraße - ist direkt um die Ecke: nur 160 Meter und zwei Gehminuten entfernt.

Was sagt das Netz?

Die 21 Bewertungen bei TripAdvisor belegen die gesamte Palette der Notenskala, wobei der Schwerpunkt auf den guten bis sehr guten Noten liegt: 15 Mal bekam das "Delikat" ein "Ausgezeichnet" und ein "Sehr gut", bei sechs weiteren Bewertungen war es lediglich "Befriedigend" und schlechter, davon drei "Mangelhaft" und eine sogar "Ungenügend".

Die zufriedenen Gäste loben die "wechselnde kleine Karte mit köstlichen, raffinierten Gerichten", auch die Atmosphäre im Restaurant kommt gut weg. Ein ganz anderes Bild zeichnen die negativen Bewertungen. Der Service sei "ein Flop", zwei Gäste klagen über sandigen Salat, matschiges Fleisch und trockenes Brot bei den Burgern (die aber mittlerweile von der Karte geflogen sind). Man muss aber dazu sagen, dass die letzte schlechte Bewertung von 2016 ist.

Insgesamt reiht TripAdvisor das "Delikat Essen" auf Platz 166 von 800 Dortmunder Restaurants ein (Stand 17.4.2018).

Bei Facebook wird das Restaurant mit 4,7 von 5 Sternen bewertet. "Endlich mal ein Restaurant, in dem es ausgefallene vegane Gerichte gibt! ", schwärmt eine Nutzerin. Ein anderer Gast war begeistert über die große Auswahl von veganen/vegetarischen Gerichten, die er so "noch nirgendwo gehabt" habe.

Restaurant-Infos:

Delikat Essen, Alter Mühlenweg 14, 44139 Dortmund, Reservierung & Info: (0231) 330 17 503 / (0172) 970 55 51 , E-Mail: info@delikat-dortmund.de, Website.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Schlägerei bei Vinnum gegen SV Herta 23 - Polizei ermittelt Tatverdächtigen
Schlägerei bei Vinnum gegen SV Herta 23 - Polizei ermittelt Tatverdächtigen
Chemiepark Marl: Hier wird der "intelligente" Kunststoff der Zukunft produziert
Chemiepark Marl: Hier wird der "intelligente" Kunststoff der Zukunft produziert
Schwerer Unfall im Schacht - Sanitäter müssen sofort Verstärkung holen
Schwerer Unfall im Schacht - Sanitäter müssen sofort Verstärkung holen
Das "Wirxel-Haus" in Datteln steht im Internet zum Verkauf - treibt der Investor ein mieses Spiel? 
Das "Wirxel-Haus" in Datteln steht im Internet zum Verkauf - treibt der Investor ein mieses Spiel? 
Unfallflucht im Porsche - Hertener Autoverleiher versteht Suchaktion der Polizei nicht
Unfallflucht im Porsche - Hertener Autoverleiher versteht Suchaktion der Polizei nicht

Kommentare