Restaurant-Check

Das "Stravinski": Spannende Küche mit Blick auf das Konzerthaus

Dortmund - Das Restaurant Stravinski teilt sich an der Brückstraße ein Gebäude mit dem Konzerthaus. Wie es sich hier speist, haben wir bei einem Besuch für unseren Restaurant Check getestet.

Aktuell führt der Weg zum Stravinski an einer spektakulären Stelle vorbei. Am Eingang zur Brückstraße läuft der Abriss des ehemaligen Karstadt-Gebäudes. Wer die Staubwolke passiert, der steht bald vor dem Konzerthaus, diesem verglasten Großbau, der die Optik an der Brückstraße seit seiner Eröffnung vor 17 Jahren so sehr verändert hat. Das Stravinski liegt rechts vom Konzerthaus-Eingang in einem schlauchförmigen Durchgang.

Das Restaurant gibt es seit 2002. Laurence Barsties-Hertzog betreibt das Stravinski seit 2009, ihr Mann Thomas Barsties ist Küchenchef.

360-Grad-Bild: Schauen Sie sich im Stravinski um!

Das Essen im Stravinski

Ich bin am späten Nachmittag hier, zu einer der ruhigsten Zeiten des Tages. Als Freund des maritimen Geschmacks fällt meine Wahl auf das Gericht "Fangfrisch". St. Pierre (St. Petersfisch) mit Romanesco, Nuss und Karotten-Selleriepüree - das hatte ich in der Kombination noch nie. Den Fisch musste ich ehrlicherweise erst googeln und wollte ihn deshalb erst recht probieren.

Die 27 Euro sind nicht unbedingt meine Kragenweite beim Essengehen, aber in diesem Fall gut investiert. Denn das mit dem "frisch" stimmt, knackiger Romanesco und zarter, interessant gewürzter Weißfisch ergeben einen guten Gesamtgeschmack. Das Püree gerät für meinen Geschmack ein wenig zu süß, das schmälert aber den guten Gesamteindruck nicht.

Zum Nachtisch empfiehlt Geschäftsführerin Laurence Barsties-Hertzog mit französischem Akzent charmant ein Stück Esskulturtradition aus ihrer Heimat, den "Espresso Gourmand" (6,90 Euro). So beschließt eine Tasse Espresso mit dreierlei Süßigkeiten (Heidelbeer-Sorbet, Mango-Torte, etwas Sahnig-Schokoladiges) die Mahlzeit. Rien ne va plus - nichts geht mehr.

Auf eine Besonderheit des Stravinski muss ich angesichts der Uhrzeit leider verzichten: Hier gibt es gezapftes Bier aus der Dortmunder Bergmann-Brauerei (0,3 l für 3,50 Euro). Das sei exklusiv und komme bei den Gästen gut an, sagt Laurence Barsties-Hertzog.

Was man von der übersichtlich strukturierten und vielseitigen Karte am besten auswählt, hängt im Stravinski sehr davon ab, zu welchem Anlass man hier ist. Es gibt das "Stoß-Geschäft" vor und nach den insgesamt 240 jährlichen Veranstaltungen im Konzerthaus.

Dann muss es oft schnell gehen. Dafür stehen hier viele kleinere Speisen auf der Karte, von "Dortmunder Häppkes" (belegte Brote), über Bruschetta bis zu Büffet-Angeboten und vielen süßen Kleinigkeiten. Wer möchte, kann aber auch nach einem Klassik-Konzert noch ein Menü im Stravinski bestellen.

Das Restaurant lebt nicht vom Konzerthaus-Geschäft allein. Für Mittagesser gibt es eine wöchentlich wechselnde Karte, über die sich Firmen per E-Mail informieren lassen können, sowie eine durchgängige Bistro-Karte. Auf der Mittagskarte stehen etwa Gerichte wie Gebratenes Kabeljaufilet mit Senfsoße mit Prinzessbohnen und Salzkartoffeln oder Spaghetti nach Carbonara-Art. Viele Zutaten sind regional.

Das Restaurant ist außerdem Exklusiv-Caterer für das Konzerthaus, versorgt Künstler, Orchester und Tournee-Crews und ist Ort des Austauschs für die Kulturszene.

Die Preise

27 Euro für ein Hauptgericht klingen viel, sind aber für ein frisches Fischgericht angemessen, wenn man Qualität auf dem Teller haben möchte. Im Stravinski kann man die oberen Preislagen schnell erreichen. Aber es geht eben auch anders. Die Mittagsgerichte liegen einheitlich bei 7,15 Euro, auf der Bistrokarte gehen die Preise bis circa 12 Euro.

Die Atmosphäre

Im Getümmel der Innenstadt ist das Stravinski durchaus ein Ort der Ruhe. An dem sich Essen gut genießen lässt, aber eben auch der Blick ins Foyer des Konzerthauses eine Attraktion ist. Manche Gäste, berichtet Laurence Barsties-Hertzog, kämen gerne zu den Stunden, in denen die Sonne die Glasfassade durchflutet. Das Essen wird in einer offenen Showküche zubereitet. Das schafft Nähe und trägt zum guten Gesamtgefühl bei.

Der Service

Freundlich, unaufdringlich, kompetent - alles, wie es sein soll. Bei wechselndem Publikum verstehen sich die Servicekräfte anzupassen.

Kinderfreundlichkeit

Es gibt keine eigene Kinderkarte. Da aber auch viele einfache Gerichte zur Auswahl stehen, findet sich aber immer etwas, das auch jüngeren Gästen schmeckt. Bei Kinderveranstaltungen im Konzerthaus gibt es spezielle Aktionen im Stravinski.

Barrierefreiheit

Ein absoluter Pluspunkt: Sowohl die Terrasse als auch das Restaurant selbst sind für Rollstuhlfahrer und andere körperlich eingeschränkte Menschen nutzbar

Anfahrt/Parken

Eigene Parkplätze gibt es hier mitten in der City nicht, dafür jede Menge (kostenpflichtige) Parkhäuser in der Umgebung. Mit dem öffentlichen Nahverkehr ist die Haltestelle "Reinoldikirche" die am nächsten gelegene.

Das sagt das Netz zum Stravinski

Ausgezeichnet" oder "sehr gut" - das ist das Ergebnis der großen Mehrheit der Bewertungen (87 Prozent) beim Reise- und Gastroportal Tripadvisor.

Gelobt werden die "feine Küche", die Sauberkeit sowie der erstklassige Service vor und nach Besuchen im Konzerthaus oder anderer Veranstaltungen in der City. In der Fast-Food- und Imbiss-geprägten Innenstadt sei das Stravinski ein "Lichtblick", meint ein Kommentator.

Es gibt insgesamt 15 Bewertungen, davon keine einzige "mangelhaft" oder "ungenügend" . 13 Prozent geben dem Restaurant die Note "befriedigend".

Ein ähnliches Bild zeichnen die Bewertungen auf dem Portal Yelp.

Restaurant-Infos

Restaurant Stravinski, Brückstraße 21, 44135 Dortmund, Info Tel. (0231) 58 44 98 50, E-Mail: kontakt@restaurant-stravinski.de, Reservierung über das Kontaktformular unter www.restaurantstravinski.de, Öffnungszeiten Montag - Samstag ab 11.30 Uhr durchgängig geöffnet, täglich wechselnder Mittagstisch, Karte wechselt alle drei Monate.

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