Restaurant am Zoo Dortmund

Die Zukunft von "Zita & Essed" ist ungewiss

Dortmund - Nach nur einem Jahr könnte im März wieder Schluss sein mit dem Zoo-Lokal. Das Restaurant "Zita & Essed" litt seit September unter miesem Wetter. Und jetzt steht noch eine richterliche Entscheidung aus.

Viele Jahre dauerte der aufwendige Um- und Neubau der Gastronomie neben dem Zoo-Eingang. Anfang März 2017 wurde "Zita & Essed" eröffnet. In drei Wochen könnte mit Kaffeetrinken und Tafeln neben dem Zoo schon wieder Schluss sein.

Die Stadt als Verpächter hatte weit vor der Eröffnung in dem Ehepaar Sabine und Udo Rogge die vermeintlich idealen Betreiber gefunden. Die Rogges verfügen über große Erfahrung im Geschäft mit dem Gast. Bis 2015 servierten sie im Alten Rathaus Rietkötter in Bochum.

Schon damals machten sie mit bei der beliebten Aktion Menue Karussell. Das tun die Rogges auch jetzt wieder, in Dortmund. Die Aktion läuft immer über zwei Monate, Februar und März. Es kann aber sein, dass im März neben dem Zooeingang wieder die Lichter ausgehen.

Buchung storniert

Ein Leser der Ruhr Nachrichten hatte die Auskunft erhalten, dass seine gebuchte Veranstaltung für den 3. März gecancelt wurde. "Der angegebene Grund: Der Pächter konnte sich nicht mit der Stadt über eine Verlängerung des Vertrages einigen."

Fakt ist jedoch, dass die Rogges einen Fünf-Jahres-Vertrag mit der Stadt geschlossen haben, was Udo Rogge auf Anfrage dieser Redaktion bestätigte. Fakt ist allerdings auch, dass seit dem 4. Januar die vorläufige Insolvenzverwaltung über das Vermögen von Udo Rogge durch das Amtsgericht angeordnet ist. Die Bestätigung durch Jan Schwengers, Richter am Amtsgericht, liegt der Redaktion schriftlich vor. Und auch Udo Rogge nimmt kein Blatt vor den Mund: "Das Verfahren wird geprüft. Ende Februar entscheidet das Gericht. Ich habe noch Hoffnung."

10.000 Euro an Werbung hineingesteckt

Warum es so weit kommen musste? Udo Rogge, der nach eigenen Angaben "50.000, 60.000 Euro an Inventar mitgebracht hat" vor einem Jahr, sagt, die Zoo-Gastronomie sei ein reines Saison-Geschäft. "Der September war aber total verregnet, und in den kalten Monaten ist das Lokal eigentlich nicht zu führen", sagt der Pächter. Er selbst habe 10.000 Euro an Werbung hineingesteckt. Man sei in den Wintermonaten, wo die Besuche im Zoo ziemlich ausgedünnt seien, dringend auf Veranstaltungen wie Hochzeiten, runde Geburtstage, Firmenjubiläen und Ähnliches angewiesen, sagt der Wirt.

Stattdessen müssten sie oft vom reinen Kaffeegeschäft leben, wie sonntagnachmittags. Aber da liege dann der durchschnittliche Verzehr oft nicht höher als fünf Euro. Und wenn man dann trotz eines lebhaften Geschäfts an Sonnentagen abends nur 1700 Euro in der Kasse habe, könne man davon auf Dauer nicht überleben. Auch mehrfache Anfragen der Redaktion bei der Stadt als Verpächter der Zoo-Gastronomie blieben unbeantwortet. Es gab lediglich den Hinweis, die Wirtsleute selbst zu befragen.

Schlüsselübergabe Ende Februar?

Udo Rogge sieht die Stadt in der Pflicht - auch, was die Planung des großen Gastraums anbelangt. Wenn man diesen besser unterteilen könnte, fühlten sich Gäste an weniger stark frequentierten Tagen nicht so allein an ihren Tischen, so der Gastronom.

Je nachdem, wie das Gericht über die Privatinsolvenz entscheidet, müssen die Rogges Ende Februar die Schlüssel abgeben. Bis dahin können sich Menue-Gäste noch über mit Lindenblütenhonig gratinierten Ziegenkäse, dreierlei Süppchen, Ruhrzander vom Grill oder Rinderfilet und Variationen von der Schokolade freuen.

Seit April 2015 ist übrigens auch das höchst gelegene Restaurant der Stadt im Florianturm verwaist. Nach dem letzten Pächter aus Hamburg blieb die Stadt auf einem sechsstelligen Betrag Mietschulden sitzen.

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