Rettungeinsätze

Gewalt gegen Feuerwehrleute: Zahl der Attacken in Dortmund ist gering

Dortmund - Die Feuerwehr-Gewerkschaft hat Polizeischutz für Feuerwehrleute an Silvester verlangt. Denn diese würden immer häufiger im Einsatz attackiert. In Dortmund ist das Problem nicht so akut.

Jede Anfeindung gegen einen Retter bei der Feuerwehr sei ungerechtfertigt, sagt André Lüddecke, Pressesprecher der Dortmunder Polizei. Dennoch stimmt er mit den Forderungen der Feuerwehr-Gewerkschaft nur bedingt überein. Das könne vor allem daran liegen, dass "wir in Dortmund ein bisschen anders aufgestellt sind."

Feuerwehrleute würden immer häufiger im Einsatz attackiert, sagt die Deutsche Feuerwehr-Gesellschaft. Sie verlangt deshalb, dass Feuerwehr-Einsätze an besonderen Tagen wie Silvester künftig standardmäßig von einer Polizeistreife begleitet werden.

Zahl der Attacken ist gering

Dass das Potenzial der Gewalt an Silvester zugenommen hat, bestätigt auch André Lüddecke. "Aber das betrifft ja nicht nur uns, sondern auch die Polizei", sagt er. Da habe man es eher mit einer Verrohung der Gesellschaft zu tun. Zu dem könne man nicht pauschal bei jedem Einsatz davon ausgehen, dass Feuerwehrleute attackiert würden. Ganz davon abgesehen, dass die Forderung zwar an sich schön sei, aber personell von der Polizei gar nicht geleistet werden könne.

Für Dortmund sieht Lüddecke das Problem aber ohnehin nicht als allzu gravierend. Von 135.719 Feuerwehreinsätzen in 2017 sei es nur bei "zehn oder zwölf" Fällen überhaupt zu einer Bedrohungslage für die Retter gekommen. Und dass Feuerwehrleute dann tatsächlich körperlich, zum Beispiel mit einem Messer, attackiert werden, sei noch seltener, so Lüddecke. "Unsere Mitarbeiter sind alle auch in Deeskalation geübt."

Polizei ist bei großen Feuerwehreinsätzen dabei

Zu dem sei die Zusammenarbeit von Feuerwehr und Polizei in Dortmund sehr gut. "Bei größeren Einsätzen ist die Polizei immer mit dabei", sagt Lüddecke. Aber nicht nur deshalb, weil es zu Gewalt gegen Feuerwehrleute kommen könnte. Bei einem Großbrand auf dem Wall etwa kümmere die Polizei sich dann um die Verkehrsführung.

André Lüddecke sieht in Sachen Gewalt eher die Justiz in der Pflicht. Die würde nämlich Attacken gegen Feuerwehrleute oft nicht konsequent und hart genug verfolgen, viele Verfahren würden zurzeit wegen Geringfügigkeit eingestellt, sagt Lüddecke.

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