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An dieser Stelle verfolgte der Fremde das Paar. Etwas weiter soll der Unbekannte zugeschlagen haben.

Rheinische Straße

Unbekannter greift junges Paar an

DORTMUND - Es gibt einzelne Entscheidungen, die einem Leben binnen kurzer Zeit eine andere Richtung geben. Für das junge Paar war es in der Nacht zum 13. August die Entscheidung, ein paar Minuten später aufzubrechen, so den Nachtexpress zu verpassen und die Strecke über die Rheinische Straße in die Innenstadt zu Fuß zu gehen.

Zwei Schläge zählt die 29-jährige Frau: eins, zwei, ganz schnell hintereinander – und ihr Freund (32) liegt am Boden. Das Gesicht zertrümmert, Titanplatten müssen die zersplitterten Knochen heute zusammenhalten, das Gehirn ist erschüttert. Die Ärzte im Krankenhaus werden später wie selbstverständlich von einer Schlagring-Verletzung sprechen. „Den Schlagring habe ich nicht gesehen, nur die Schläge. Es ging alles zu schnell“, erzählt die Frau. Die Schläge ausgeführt hat ein Unbekannter. Ihn sucht jetzt die Polizei.

Vorfall nach einer Party

Es ist ein paar Minuten nach 3 Uhr am frühen Sonntagmorgen, als das Paar die Party bei Freunden in Dorstfeld verlässt. Hinter der Dorstfelder Brücke zicken sich beide kurz an, „so wie Paare es schon mal nach einer Party machen“, erzählt die 29-Jährige, „ich bin dann ein paar Meter vorgelaufen.“ 200 Meter weiter, ganz dicht an ihrem Gesicht, bemerkt sie einen Fremden. Zu dem Freund der Frau soll er gerufen haben, er, der Freund, solle „das Weib“ in Ruhe lassen.

„Der hat sich in einen Streit eingemischt, den es nicht gegeben hat. Ich musste nicht beschützt werden. Das habe ich mehrfach gerufen.“ Das Paar will sich entfernen, läuft schnellen Schrittes, Hand in Hand, die Rheinische Straße entlang. Doch der Fremde soll nicht locker gelassen haben. Ganz dicht redet er die ganze Zeit auf die Frau ein, „wie auf Droge“.

Es hagelt Schläge

Das Paar versucht, Abstand zu gewinnen, doch das gelingt nicht. Es bleibt stehen, will den Mann zur Rede stellen. Ein paar Worte gehen hin und her, die Frau nimmt Abstand und schon hagelt es die Schläge. Der Freund liegt am Boden, ohne, so sagt es die 29-Jährige, dass er selbst etwas getan habe. „Mit einem breiten Grinsen hat der fremde Typ mir dann erklärt, ich brauche mir keine Sorgen mehr zu machen. Mein Freund sei erledigt. Dabei gab es keinen Grund, ihn zu erledigen“, sagt die 29-Jährige. Die Polizei hat die Aussagen aufgenommen und bestätigt nach jetzigem Erkenntnisstand den Vorfall.

Heute, etwas mehr als eine Woche später, hat der Freund eine Notoperation hinter sich. Feste Nahrung kann er noch nicht zu sich nehmen. „Es geht ihm gar nicht gut.“ Sie will ihren Schrecken und die Angst verarbeiten und geht in die Offensive: „Ich will, dass die Menschen wissen, wie schnell so eine Situation passieren kann. Und ich will, dass der Typ gefasst wird.“

Zeugen gesucht:

  1. Die Polizei sucht nach Zeugen des Vorfalls in der Nacht zum 13. August (Sonntag), 3.30 Uhr.
  2. Der Täter wird wie folgt beschrieben: 1,70 bis 1,80 Meter groß, 25 bis 35 Jahre alt, dunkelblondes, kurz geschorenes Haar, oben länger als an den Seiten, ein markanter Kiefer mit großen Zahnlücken.
  3. Hinweise an die Polizei unter Telefon 0231/1327441.

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