Im Rombergpark

Sonnenschein lockt Tausende zum Stöbern beim Kastanienfest

Besser hätte es kaum sein können: Blauer Himmel, etwas Wind, viel Sonne und Temperaturen um 15 Grad: Traum-Bedingungen für den Rombergpark und sein Kastanienfest. Der Andrang war riesig.

Den Weg zum Kastanienmarkt zu finden, das war am Sonntag kein Problem: Aus allen Richtung strömten die Menschen herbei. Parkplätze waren wie immer Mangelware, viele nutzen die U-Bahn.

Auf den Wegen entlang des Teiches ist es voll wie zu besten Zeiten auf dem Westenhellweg. Der große Unterschied: Die Menschen sind entspannt, man plaudert, man schaut, man genießt. Am Eingang sitzt ein Akkordeonspieler.

Am frühen Morgen hat es noch geregnet

Dass es so schön werden würde, daran hatte der ein oder andere der 70 Aussteller am frühen Morgen noch nicht so richtig geglaubt: Es habe geregnet, erzählen die Aussteller. Ein Aussteller-Duo ist aus Sprockhövel mit seinen Dekoartikeln am frühen Morgen nach Dortmund gefahren ist. Jetzt haben sie genug zu tun. Die Nachfrage ist groß.

Gerade lässt Elvira Rosenberg sich ein Holz-Herz mit LED-Leuchte einpacken und zurücklegen. Denn sie will weiter. "Damit ich das nicht tragen muss", sagt sie. Sie habe schon so einen Igel mit LED-Leuten und auch ein ähnliches Herz, berichtet sie. Nun hat sie zwei und ist glücklich und reiht sich wieder ein in die Menschenmassen, die sich über den Weg schieben.

Alle Generationen sind unterwegs: Es reihen sich Roller, Rollatoren und Räder aneinander: Kinderwagen werden zu Transportmitteln für die Einkäufe, erschöpfte Kleinkinder dürfen bei der Oma auf dem Rollator Platz nehmen. Die Laune ist bei allen gut: Anders geht es auch kaum, wenn man permanent von Düften nach frischem Kaffee und Waffeln, Crepes, Käse, Köstlichkeiten der Provence, persischem Feingebäck, Lavendelkissen und Lakritz umhüllt wird.

Äpfel gehen säckeweise über den Tisch

Neben natürlich vielen Kastanien liegen Kürbisse aller Art am Wegesrand - und Äpfel. Die gehen hier säckeweise weg. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) ist mit einem Stand vertreten und bringt junge wie alte Besucher ins Schwärmen: Die einen mühen sich an der Apfelpresse und sind stolz auf den eigenen Dortmunder Apfelsaft, die anderen erinnern sich angesichts der zahlreichen aufgetischten alten Apfelsorten an die eigenen Kindheit: Da gibt es "James" und "Jonathan", "Prinz Alexander" und "Jakob Lebel".

Gerhard Hettwer, Obst- und Gehölzpfleger beim Bund für Umwelt und Naturschutz kann darüber ohne Ende Geschichten erzählen. Zum Beispiel davon, dass der Boskoop eigentlich die einzige Apfelsorte ist, die "überlebt" hat in den Supermärkten. Viele hören ihm zu, schon deshalb, weil er auch weiß, welche der alten Sorten für Allergiker in Frage kommen.

Nach gut einer Stunde hat Elvira Rosenberg ihr LED-Herz abgeholt und schaut zum Schluss noch beim Honig vorbei: Der hat es ihr angetan, denn den isst sie neuerdings nicht nur, sondern der, so sagt sie, habe ihr unlängst auch geholfen, ihre Narbe nach einer Schulter-Operation zu pflegen. Deshalb könne sie heute schon wieder hier sein. Gleich will sie nach Hause fahren. Der Akkordeonspieler ist noch immer da, und begrüßt die neuen Besucher des Kastanienfestes.

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