Rückkehr am Samstag

Umbau des Theaters Dortmund liegt im Plan

DORTMUND - Das Schauspiel feiert am Samstag (16.12.) eine Premiere in der Innenstadt - zum ersten Mal seit zwei Jahren. Doch wie steht es um den Werkstattumbau insgesamt? Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten zusammengetragen.

Auch von außen ist zu sehen, dass noch nicht alles fertig ist: die Theater-Rückwand an der Kuhstraße ist noch eingerüstet, darunter geben noch türlose Öffnungen den Blick frei auf rohe Räume.

Liegt das Theater insgesamt im Zeitplan?

Ja. Zumindest seit der letzten Änderung im Januar 2017.

Wie steht es um die Kosten?

Ursprünglich sollte der Umbau rund 10 Millionen Euro kosten. Zuletzt meldete das Theater im Juni 2017 einen Anstieg der Gesamtkosten um 1,725 Millionen Euro auf 14,305 Millionen Euro. Dabei ist es bisher geblieben.

Was ist fertig, was fehlt?

Der frühere Hinterhof wurde überbaut, die hintere Außenwand des Baus bis an die Kuhstraße vorverlegt. In diesem zum Teil neuen, zum Teil umgebauten Gebäudeteil befindet sich das Magazin, also das Lager für die Bühnenbildelemente aller Inszenierungen.

Das wurde neu gemacht und ist einsatzbereit. Im selben Gebäudeteil sitzen auch die Schreinerei und weitere Werkstätten, die auch für die Oper arbeiten - die sind noch nicht fertig. Insgesamt ist die Grundfläche des Theaters um 2500 Quadratmeter gewachsen.

Was ist der Grund für den Umbau?

Der Umbau betrifft zwei große Bereiche. Der erste Bereich umfasst Anpassungen des 50 Jahre alten Hauses an heutige Brand- und Arbeitsschutzvorschriften. Der zweite Bereich folgt der Überlegung: Wenn das Haus schon so aufwendig hergerichtet werden muss, nutzen wir die Gelegenheit für Verbesserungen, die nicht gesetzlich vorgeschrieben sind, aber trotzdem notwendig.

Beispiel: das Magazin. Bisher mussten die Mitarbeiter nach einer Vorstellung die Kulisse auf der Bühne auseinandernehmen, durch eine kleine Tür hinaustragen und - bei jedem Wetter - über den Hof und die Kuhstraße zum Werkstatteingang ins Lager schleppen.

Jetzt hat die Rückwand ein hohes Doppeltor, durch das viel größere Bühnenelemente ebenerdig direkt ins anschließende Magazin gefahren werden können - so, wie es in einem modernen, internationalen Haus sein sollte.

Warum musste das Schauspiel so lange in den Megastore in Hörde umziehen?

Umziehen musste das Schauspiel Anfang 2016, weil die Werkstätten und das Lager für die Bühnenbilder umgebaut wurden und es ohne diese Bereiche keine Vorstellungen geben kann. Werkstätten und Kostümlager zogen mit in den Megastore um.

Ursprünglich sollte das Schauspiel im Dezember 2016 wieder zurückkommen. Doch der Umbau hielt Überraschungen bereit, die den Umbau um Wochen und Monate verzögerten, die Rückkehr wurde auf Sommer 2017 verschoben.

Im Januar 2017 wurde eine weitere Planänderung unausweichlich. Theaterleitung und Stadtverwaltung wollten den Schauspiel-Aufenthalt im Megastore um ein weiteres Jahr verlängern, bis Sommer 2018. Schauspielintendant Kay Voges jedoch kritisierte die Arbeitsbedingungen im Megastore scharf und kündigte an, das mehrfach ausgezeichnete künstlerische Niveau nicht noch ein weiteres Jahr halten zu können. Daraufhin erarbeitete das Theater einen Kompromiss: Die Bauarbeiten werden mit mehr Personal beschleunigt, die Rückkehr zum 16. Dezember 2017 angekündigt.

Warum waren die Verzögerungen nicht vorhersehbar?

Das Theater argumentiert so: Schon vorher war klar, dass die unvollständigen Baupläne des alten Hauses Probleme machen könnten. Daher wurde vorgesorgt, so gut es ging, zum Beispiel für Asbestfunde vorgesorgt und an sinnvollen Stellen auch zeitliche Pufferzonen eingerechnet. Doch einige der aufgetretenen Probleme waren zu exotisch, um vorher irgendwie eingeplant werden zu können, zum Beispiel die verschütteten Kellergewölbe im Boden unterm Schauspiel, die trotz mehr als 50 Probebohrungen nicht entdeckt worden sind.

Und zeitliche Puffer können nur begrenzt eingeplant werden, weil ein zu luftiger Bauplan die Organisation der beteiligten Firmen verunmöglicht hätte. Außerdem, wie das Theater immer wieder betont: Der ganze Umbau geschah im laufenden Betrieb, also ohne Einschränkungen bei den Vorstellungen - mit Ausnahme des Schauspiels.

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