Die Polizei war in Gelsenkirchen im Einsatz. (Symbolfoto)
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Die Polizei war in Gelsenkirchen im Einsatz. (Symbolfoto)

Kritik

Rüder Polizeieinsatz in Gelsenkirchen - was tatsächlich dahintersteckt

  • Randolf Leyk
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Auf Facebook hat ein heimlich aufgenommenes Video von einem rüden Polizeieinsatz in einer Gelsenkirchener Wohnung für Aufsehen gesorgt. Doch was steckt tatsächlich dahinter?

Update, 27.10, 9.20 Uhr: Die Polizei Gelsenkirchen hat noch einmal Stellung bezogen. Dabei geht es unter anderem um die Vorwurf des nicht getragenen Mund-Nasen-Schutzes. Jede Polizistin und jeder Polizist könne jedoch beim Einschreiten aufgrund einsatztaktischer Überlegungen darauf verzichten, einen Mund-/Nasenschutz anzulegen, so die Pressestelle der Polizei.

Einsatztaktische Überlegungen begründen das Nicht-Tragen des Mund-Nasen-Schutzes

Bezüglich des in Rede stehenden Videos haben die einschreitenden Polizeibeamten aufgrund des ersten Einsatzes in der Wohnung den Mund-/Nasenschutz aus einsatztaktischen Gründen beim Folgeeinsatz nicht angelegt. Das Video wurde mit dem gesamten Einsatzgeschehen der beiden korrespondierenden Einsätze geprüft. Dienstrechtliche Verstöße der einschreitenden Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten wurden nicht festgestellt.

Von einem Polizisten kommen dort Sprüche wie „Ich will doch hier nicht so ‚ne Scheiße diskutieren“ und „Ihr geht mir voll auf den Sack“. Im Gegensatz zu den Bewohnern tragen die Polizisten keinen Mund-Nasenschutz.

Eine der Bewohnerinnen, eine Hausfrau und Mutter, sagte der „WAZ“ (Essen), sie habe am Samstagabend mit ihrem Freund, ihrem Vater, ihrem Bruder und ihren Schwiegereltern das Derby zwischen Schalke und dem BVB geschaut und anschließend eine Runde Karten gespielt. Dabei sei es „etwas laut“ gewesen, gab die 29-Jährige zu. Die von Nachbarn alarmierte Polizei habe daraufhin ihre Schwiegereltern und ihren Bruder der Wohnung verwiesen. Anschließend hätten sie, ihr Freund und ihr Vater das Kartenspiel wieder aufgenommen und seien diesmal leise gewesen. Dennoch sei die Polizei wiedergekommen und habe die Familie einschließlich der beiden Kinder mit ihrem einschüchternden Verhalten verstört.

Polizei schildert den Einsatz anders als die betroffene Familie

Zu hören ist unter anderem: „Ihr geht mir voll auf den Sack. Und zwar extremst auf den Sack“. Die Polizei Gelsenkirchen betonte in einer Pressemitteilung: „Dieses Video zeigt nur einen Teilausschnitt aus dem gesamten komplexen Einsatzgeschehen.“ Bei dem ersten Einsatz seien die Personen in der Wohnung „teilweise uneinsichtig“ gewesen, so dass weitere Unterstützungskräfte hinzugezogen worden seien. Vier Personen hätten einen Platzverweis erhalten. Außerdem hätten die Polizisten ein Ordnungswidrigkeiten-Verfahren wegen der Ruhestörung und ein Strafverfahren wegen Beleidigung eingeleitet. In der Folge sei es jedoch zu weiteren Anrufen wegen Ruhestörung gekommen. Die Polizei habe das Video der zuständigen Staatsanwaltschaft in Essen zur Prüfung übersandt. (mit dpa)

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