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Auch im Kraftwerk Scholven wurde Petrolkoks verbrannt.

NRW-Umweltministerium erklärt

Industrie-Müll von Shell verbrannt - auch im Kreis RE

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Raffinerie-Rückstände landeten in insgesamt 20 Industrieanlagen. Stoffe gelten heute als krebserregend.

In Nordrhein-Westfalen sind seit dem Jahr 1998 Raffinerie-Rückstände aus der Produktion des Mineralölkonzerns Shell in Kohlekraftwerken und anderen Industrieanlagen als sogenannter Petrolkoks eingesetzt worden.

Nach einer Antwort von NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) auf eine Anfrage der SPD kam der mittlerweile als Sonderabfall bewertete Stoff nicht nur in drei Kraftwerken in Gelsenkirchen, Herne und Lünen zum Einsatz, sondern in insgesamt 20 Städten – darunter auch Marl, Castrop-Rauxel, Bottrop, Dülmen, Dinslaken und Duisburg.

Zu hohe Werte bei Vanadium und Nickel   

Die bei der Schwerölvergasung in der Shell-Raffinerie in Wesseling bei Köln anfallenden Rückstände weisen nach Angaben des Ministeriums im Vergleich zu handelsüblichem Petrolkoks überhöhte Werte der Schwermetalle Vanadium und Nickel auf. Im Juli hatte Heinen-Esser mitgeteilt, dass „derzeit keine Rückstände aus der Schwerölvergasung der Rheinland-Raffinerie mehr in Kraftwerken in NRW verbrannt“ werden. Shell hatte damals erklärt, den bei der Gasproduktion anfallenden Ruß nach der Neubewertung durch die Aufsichtsbehörden „ausschließlich als Abfall“ zu behandeln. 

Michael Hübner (SPD) hatte Anfrage gestellt

Der SPD-Abgeordnete Michael Hübner aus Gladbeck, der zusammen mit seinem Bottroper Fraktionskollegen Thomas Göddertz die Anfrage gestellt hatte, nannte die Zahl von 20 betroffenen Kommunen am Montag „erschreckend hoch“. Schließlich gelten die Stoffe als „krebserregend“. Hübner kritisierte zudem, dass die Einhaltung der Schwermetall-Grenzwerte nur alle drei Jahre überprüft werde. Dieses Prüfintervall sei viel zu lang. 

Die NRW-Behörden waren auf das Thema Petrolkoks den Angaben des NRW-Umweltministeriums zufolge bei Nachforschungen zur Beseitigung von krebserregenden Ölpellets aus der BP-Raffinerie in Gelsenkirchen-Scholven gestoßen.

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