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Der Neunstachelige Stichling fühlt sich wieder wohl in den Emscher-Gewässern. 

Zum Tag des Fisches

Wie der Neunstachelige Stichling in der Emscher überlebt hat

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Er ist ein wahrer Überlebenskünstler: Nach den Jahren der Industriekloake stehen nun bessere Zeiten für den kleinen Fisch an. Doch der Klimawandel sorgt für neue Gefahr.

Der „Dreistachlige Stichling“ sorgte bereits als Fisch des Jahres 2018 für Furore – in diesem Jahr setzt die Emschergenossenschaft noch einen drauf und stellt zum heutigen „Tag des Fisches“ den „Neunstachligen Stichling“ als Bewohner des Emscher-Systems vor. 

Der Fisch lebt bevorzugt in an Wasserpflanzen reichen Flüssen und Bächen mit niedrigem Wasserstand und langsamer Fließgeschwindigkeit. Dieser Umstand rettet ihn gerade in heißen Trockenperioden, in denen neuerdings immer mehr Gewässer eine geringe Wasserführung aufweisen oder sogar trockenfallen. Diese Entwicklung beobachten Experten vor dem Hintergrund des bereits eintretenden Klimawandels mit Sorge.

Maximallänge von fünf bis sieben Zentimetern

Der Neunstachlige Stichling, der aufgrund einer Maximallänge von fünf bis sieben Zentimetern auch Zwergstichling genannt wird, ist zwar eher ein Neunstachliger Winzling, gilt aber aufgrund seiner Anpassungsfähigkeit als wahrer Überlebenskünstler – denn er kommt in Gewässerabschnitten vor, wo vielen Fischarten ein Überleben kaum mehr möglich ist. So zählen sogar sumpfige Quell- bzw. Auenbereiche oder kleine krautreiche Gräben zum Lebensraum dieser Kleinfischart. Hier überdauerte der Neunstachlige Stichling auch das schmutzige Kapitel im Emscher-Gebiet, in dem zahlreiche Gewässerabschnitte im Zuge der Industrialisierung als offener Abwasserkanal genutzt wurden. Das hat neben seinem dreistachligen Verwandten nur noch die Emscher-Groppe geschafft.

Emschergenossenschaft verbaut mehr als 5 Milliarden Euro

Bessere Zeiten nach dem Emscherumbau Vor dem Hintergrund des Generationenprojekts Emscher-Umbau dürften nun aber auch für den Neunstachligen Stichling bessere Zeiten anbrechen. Seit 1992 arbeitet die Emschergenossenschaft an der Revitalisierung der Emscher-Gewässer. Mehr als fünf Milliarden Euro werden in die Aufwertung der einst geschundenen Flusslandschaft investiert.

Welche Fische noch in der Emscher leben, lesen Sie morgen in den Zeitungsausgaben des Medienhauses Bauer.

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