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Säugling misshandelt

Kindesmutter soll zwei Jahre in Haft

HERTEN - Im Prozess wegen der Misshandlung eines Säuglings gegen eine Mutter aus Herten hat die Staatsanwaltschaft am Montag am Bochumer Landgericht eine zweijährige Gefängnisstrafe für die 25-Jährige beantragt. Der mitangeklagte Vater (24) des heute mehr als zwei Jahre alten Jungen soll dagegen aus Mangel an Beweisen freigesprochen werden.

Wer von beiden Eltern dem Kleinkind kurz nach der Geburt im Herbst 2016 die Verletzungen zugefügt hat, ließ sich laut Staatsanwalt nicht mehr sicher nachweisen. Einiges spreche zwar für Misshandlungen durch die Hertener Mutter – sicher aufklären lassen habe sich das Verletzungsschicksal des Jungen aber leider nicht. „Wer hier was und wann gemacht hat, konnte nicht zweifelsfrei festgestellt werden“, hieß es.

Während beim Kindsvater eine darüber hinaus gehende Verantwortung durch ausgebliebene Fürsorge oder Vernachlässigung verneint wurde, war sich der Ankläger bei der Mutter allerdings sicher. „Ihr muss ausgefallen sein, dass sich das Baby auffällig verhalten hat“, hieß es. Die 25-Jährige, inzwischen von dem Vater getrennt lebend, habe damals ständig engsten Kontakt zum Baby gehabt. Eine Kette von Indizien spreche dafür, dass die Verletzungen ihr einfach nicht verborgen geblieben sein können. Daher sei die Mutter jedenfalls wegen Körperverletzung durch Unterlassen und unterlassener Hilfeleistung zu bestrafen.

Laut Anklage soll die Mutter ihr neugeborenes Baby mehrfach massiv misshandelt haben, der Vater trotz Kenntnis von den Verletzungen nicht rechtzeitig eingegriffen haben. Als der Junge im November 2016 in eine Kinderklinik eingeliefert worden war, hatten Mediziner zahlreiche Knochenbrüche an Armen, Beinen und Rippen diagnostiziert. Im Prozess hatten sowohl die Mutter als auch der Vater die Misshandlungs-Vorwürfe bestritten. Ihre Verteidiger Norbert Drees und Lars Volkenborn beantragten jeweils Freispruch. Die Urteile sollen am Mittwoch, 9. Januar, verkündet werden.

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