BVB vor dem Saisonfinale

Gute Ausgangslage trotz personeller Probleme

DORTMUND - Viele Störfaktoren beeinträchtigen den BVB im Saisonfinale. Nun fällt auch noch der zweite Innenverteidiger aus. Die Ausgangslage ist dennoch gut.

Eine dichte Schneedecke lag auf dem Trainingsrasen in Brackel und machte Fußballspielen unmöglich, als Peter Stöger am 10. Dezember seine Trainingsarbeit beim BVB aufnehmen wollte. Schwierige Voraussetzungen. Die Mannschaft war immer tiefer in einen Krisenstrudel gerutscht, der neue Coach sollte den Abwärtstrend, der Borussia Dortmund von Platz eins bis auf Rang acht hatte abrutschen lassen, stoppen. Und umkehren.

Selbst eine knappe Niederlage würde wohl genügen

Damals, ja damals hätten alle Borussen eingeschlagen, wenn die Abmachung gewesen wäre, dass am letzten Spieltag selbst bei einer knappen Niederlage in Hoffenheim die Zulassung zur Champions League erreicht wäre. Und heute?

150 Tage später sieht das anders aus. Nicht nur auf dem satten Grün des Trainingsrasens, der vom Sprenger am Dienstagmittag mit viel Wasser frischgehalten werden muss bei 28 Grad Celsius und strahlender Sonne. Die Ausgangslage ist alles andere als schlecht. Wenn er sich umhöre oder lese, bekäme er zwar einen anderen Eindruck, sagte Trainer Peter Stöger, doch Fakt ist: Erst bei einer höheren Niederlage in Sinsheim müsste die Borussia bibbern, dass parallel Bayer Leverkusen nicht allzu hoch gegen Hannover 96 gewinnt.

"Die beste Ausgangslage"

"Wir haben von allen Mannschaften da oben die beste Ausgangslage und alles selbst in der Hand", erklärte Stöger. Kein Grund, die Zuversicht zu verlieren. Oder doch? Bei den Fans sind die Meinungen gespalten. "Wird schon schiefgehen", machen einige in Zweckoptimismus. Man wisse bei dieser Mannschaft nie, sagen andere skeptisch.

Störfaktoren gibt es reichlich, die meisten sind hausgemacht. Da schwelt die Debatte um Noch-Trainer Peter Stöger und Bald-Trainer Lucien Favre. Da stören die Aussagen von Sebastian Rode, der live im TV ehrlich antwortete und dafür Ärger von den Klubbossen bekommt. Da wirkt die Pleite gegen Mainz nach, als der BVB in einem der schwächsten Heimspiele der jüngeren Vergangenheit die vorzeitige Zulassung zur Königsklasse verschlampte. "Es ist bitter genug, dass wir die Möglichkeit da haben liegenlassen", meint Stöger. Nun also die zum Endspiel hochstilisierte letzte Bundesliga-Partie der Saison bei 1899 Hoffenheim.

Dem BVB ist alles zuzutrauen

Mit flatternden Nerven sieht die mathematisch gute Perspektive schon wieder anders aus. Nach der peinlichen Darbietung am Samstag, die in ihrer Lustlosigkeit an die Blamagen in Salzburg, München oder Gelsenkirchen erinnerte, scheint nichts ausgeschlossen. Dem BVB ist in diesem Jahr tatsächlich alles zuzutrauen, in alle Richtungen.

Der Trainer vertraut unter anderem auf eine "Konstellation in der Mannschaft", bei der es viele Spieler gewohnt seien, entscheidende Spiele zu absolvieren. Kein Fracksausen also, meint der Chef-Übungsleiter nach Beobachtungen aus der Nähe. "In den Zeitpunkten, wo alle gedacht haben: Jetzt liegen sie am Boden, da waren die Jungs auch vom Charakter her wieder da und haben gezeigt, dass sie eine Einheit sind. Dieses Gefühl habe ich auch nach der bitteren Niederlage gegen Mainz bekommen."

Abwehr bereitet Sorgen

Doch Personalsorgen gesellen sich hinzu. Seit Dienstag ist klar, dass in Ömer Toprak (muskuläre Probleme) der zweite Stamm-Innenverteidiger ausfällt. "Er wird ziemlich sicher nicht zur Verfügung stehen", bestätigte Stöger. Die naheliegenden Alternativen, entweder einen fachfremden Spieler in die Innenverteidigung zu stellen (Lukasz Piszczek, Julian Weigl) oder auf eine Dreierkette zu setzen, wirken beide ungelenk. Stöger wird die Eindrücke dieser Woche abwarten, er hat in Patrick Mainka aus der U23 einen Abwehrmann hinzugezogen. Als noch Schnee lag, hatte der BVB zwei Verteidiger verkauft.

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