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Das Kreishaus in Recklinghausen steht für den Sanierungsstau im Vest

Sanierungsstau

Kreis-Politik will Investitionen für Sanierungen mittragen

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Kreis RE - Brücken, Straßen und Gebäude sollen mit 210 Millionen Euro in Schuss gebracht werden. Gemeindeprüfungsanstalt bestätigt Nachholbedarf.

Das vom Kreis Recklinghausen geplante Investitionspaket in dreistelliger Millionenhöhe stößt in der Kreis-Politik auf breite Zustimmung. Doch diskussionslos wird es offensichtlich nicht durchgewunken. Am 27. Mai soll der Kreistag den Maßnahmenkatalog beschließen.

Wie berichtet, will der Kreis in den nächsten Jahren rund 210 Millionen Euro in die Hand nehmen, um den Sanierungsstau an kreiseigenen Immobilien und in der Verkehrsinfrastruktur abzuarbeiten. Das Geld soll in den Neubau und die Sanierung von Brücken und Kreisstraßen fließen, in die Instandhaltung der Berufskollegs sowie in die Sanierung von Verwaltungsgebäuden wie dem Recklinghäuser Kreishaus.

Sanierungsstau im Vest zeigt sich insbesondere an den Brücken

Eine niedrige Investitionsquote habe auch die Gemeindeprüfungsanstalt des Landes NRW der Kreisbehörde bescheinigt, erklärte André Jethon, Fachbereichsleiter für Finanzen und Beteiligungen, am Mittwoch in der Sitzung des Ausschusses für Landschaftsplanung, Umweltfragen und Bauangelegenheiten.

Der Sanierungsstau im Vest zeigt sich insbesondere an den Brücken, die sich in der Zuständigkeit des Kreises befinden. Zurzeit laufen die Überprüfungen jener rund 50 Bauwerke, bei denen der Kreis mit den Kontrollen teilweise um Jahre im Rückstand ist.

Durchgeführt werden die Arbeiten von der Lippe Wassertechnik GmbH, einem Tochterunternehmen des Lippeverbandes. Die Prüfung der ersten zehn Brücken sei abgeschlossen, erklärte Carsten Uhlenbrock, Tiefbau-Chef im Kreishaus. Ergebnis: Sanierungsbedarf ja, aber keine Probleme mit der Verkehrssicherheit – und somit auch keine Einschränkungen, wie sie zum Beispiel auf den Lippebrücken an der K 9 in Datteln-Ahsen (Vollsperrung) und an der K 32 in Dorsten (einseitige Sperrung) gelten. Beide Bauwerke sollen erneuert werden, ebenso wie die Lippebrücke zwischen Datteln und Vinnum und die Brücke über den Sickingmühlenbach an der K 22 in Marl.

Auch das Kreishaus in Recklinghausen gilt als Synonym für den Sanierungsstau. Dafür hat der Kreis in den zurückliegenden Monaten viel Kritik einstecken müssen. Neubaupläne für das Kreishaus scheiterten im vergangenen Jahr an einem Bürgerbegehren, jetzt sollen nur die notwendigsten Maßnahmen angegangen werden. Dafür sind zunächst knapp 30 Millionen Euro im Investitionspaket vorgesehen.

Grüne haben noch Diskussionsbedarf

SPD und CDU haben in der Ausschusssitzung am Mittwoch bereits klar zu verstehen gegeben, dass sie die Investitionspläne der Verwaltung mittragen werden. Die Grünen machten allerdings deutlich, dass sie bei dem Thema noch Fragen und Diskussionsbedarf hätten. Inhaltlich will sich die Fraktion im Kreisausschuss (20. Mai) äußern.

Der Kreis will einen Großteil der Maßnahmen bis 2024 abwickeln und neben Fördergeldern Eigenkapital und Kredite einsetzen. Die Städte sollen nur im begrenzten Maße über die Kreisumlage belastet werden. Allerdings werden bei der Umsetzung der Investitionen auch Hindernisse erwartet. Dazu gehören der Mangel an Ingenieuren sowie die völlig ausgelastete Baubranche.

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