Schadensbilanz nach Sturm Friederike

Der Waldspaziergang muss ausfallen

DORTMUND - Umgefallene Bäume und Wände, abgedeckte Dächer, ausgefallene Züge - am Freitag ist der Tag der Schadensbilanz nach Orkan Friederike. Die Feuerwehr wird wohl erst am Freitagabend mit dem letzten ihrer über 800 Sturm-Einsätze fertig sein. Für Dortmunds Wälder gilt derweil ein Betretungsverbot.

Von Oliver Volmerich und Gaby KolleWas für ein Sturm. Tief "Friederike" tobte sich am Donnerstag über Dortmund aus. Nachstehend finden sich die wichtigsten Zahlen und Fragen zum Versicherungsschutz.

Welche Folgen hat der Sturm?

Einige. Das Regionalforstamt hat das Betreten aller Wälder bis vorerst Sonntag (28. Januar) verboten. Dieses Verbot gilt ab sofort und kann möglicherweise verlängert werden. Auch der Zoo bleibt Montag einschließlich geschlossen.

Sind weitere Einrichtungen gesperrt?

Ja. Ebenfalls geschlossen bleibt am Wochenende der Westfalenpark, und der Botanische Garten Rombergpark ist gesperrt. Die von außen erreichbaren Gastronomien sind weiterhin zugänglich. Am Montag wird entschieden, wie es weitergeht.

Gibt es Einschränkungen im Straßenverkehr?

Inzwischen nicht mehr. Die mehr als 40 Ampelanlagen, die Donnerstag ausgefallen waren, sind fast alle wieder in Betrieb. Lediglich eine Ampelanlage an der Werkmeisterstraße wurde von einem Baum so schwer erwischt, dass sie erneuert werden muss.

Was für eine Bilanz zieht die Feuerwehr?

Sie hatte mächtig zu tun. Auf rund 800 Einsätze kam man bis gestern. 680 von ihnen wurden am Donnerstag abgearbeitet, dann setzte die Dunkelheit ein. Die restlichen Stellen wurden am Freitagvormittag abgearbeitet. 465 Menschen kümmerten sich darum. Neben der Berufs- und der Freiwilligen Feuerwehr waren das THW und Mitarbeiter des Tiefbauamts im Einsatz.

Und was sagt die Polizei?

Der war ebenfalls nicht langweilig: Das Polizeipräsidium Dortmund kam in ihrem Zuständigkeitsbereich, der auch Lünen und die Autobahnen umfasst, auf rund 450 Einsätze. Dazu gehörten zum Beispiel Gefahrenstellen durch umherfliegende Gegenstände, herabstürzende Dachziegel, umgestürzte Bäume zu sichern, aber auch Verkehrsunfälle und ausgefallene Ampeln.

Wer kommt für die entstandenen Schäden auf?

Die von "Friederike" verursachten Schäden an Haus, Inventar oder Auto sind ein Fall für die Versicherung - sofern man eine abgeschlossen hat. Auf die meist gestellten Versicherungsfragen hat der Eigentümerverband Haus eine Antwort.

Wann ist ein Sturmschaden ein Sturmschaden?

Wichtig ist, dass Schäden nur von den herkömmlichen Sachversicherungen abgedeckt sind, wenn ein "Sturmereignis" vorliegt. Dies ist bei den meisten Versicherungen erst ab Windstärke acht der Fall. Bei "Friederike" dürfte das unproblematisch sein.

Welche Versicherung kommt für entstandene Sturmschäden am Gebäude und Inventar auf?

Entstehen durch direkte Einwirkung eines Sturms Schäden am eigenen Haus, wie abgedeckte Dächer oder beschädigte Schornsteine, kommt für diese die Wohngebäudeversicherung auf. Darüber hinaus umfasst der Versicherungsschutz beispielsweise auch Schäden, die durch herabfallende Äste oder entwurzelte Bäume am Gebäude oder mitversicherten Grundstücksbestandteilen entstanden sind. Neben der eigentlichen Gebäude können auch Nebengebäude auf demselben Grundstück, zum Beispiel Garagen, Carports und Gartenhäuser versichert sein.

Und wenn der Baum auf Nachbars Grundstück fällt?

Bei Schäden am Nachbargrundstück oder -gebäude durch einen umgestürzten Baum tritt in aller Regel die Wohngebäudeversicherung des geschädigten Nachbarn für alle Kosten ein. Allerdings kann sie dann den Schadensverursacher anschließend in Regress nehmen, wenn er seiner Verkehrssicherungspflicht hinsichtlich des umgestürzten Baumes nicht nachgekommen war. Dann zahlt dessen Haftpflichtversicherung. Falls der Verursacher keine Haftpflichtversicherung hat, haftet er mit seinem Privatvermögen.

Welche Versicherung schützt beschädigtes Inventar?

Geht aufgrund des Sturms Wohninventar zu Bruch, ersetzt die Hausratversicherung den entstandenen Schaden. Zum Beispiel, wenn ein umstürzender Baum Dach oder Fenster beschädigt und der eindringende Regen unmittelbare Schäden am Mobiliar verursacht. Eingeschlossen in den Versicherungsschutz sind hier auch von außen fest angebrachte Gegenstände wie eine Markise und die privat genutzte Satellitenschüssel. Unabhängig von der Ursache übernimmt eine Glasversicherung Bruchschäden an Fenster- oder Türscheiben. In manchen Fällen ist das Glasbruchrisiko bereits in die Hausratversicherung eingeschlossen worden.

www.hausundgrund-dortmund.de

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