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Ratlos: Daniel Caligiuri symbolisiert den Schalker Auftritt gegen Bayer Leverkusen.

Schalker Pleite gegen Leverkusen

Vom Abend der großen Gefühle bleibt die Angst

Gelsenkirchen - Erst der Abschied von der Steinkohle, nach dem 1:2 gegen Bayer die Angst vor dem Abstiegskampf - Schalke erlebte am Mittwoch einen Abend großer Gefühle.

Die erste Halbzeit gegen einen zunächst ebenfalls uninspiriert wirkenden Gegner war aus Schalker Sicht bestenfalls als Stimmungskiller geeignet – die Mannschaft von Trainer Domenico Tedesco spielte, anders lässt es sich kaum bezeichnen, wie ein Absteiger.

Denkzettel für Rudy

Dabei hatte der Trainer vorher bei der Aufstellung ein deutliches Zeichen gesetzt: Tedesco vertraute weitestgehend der Mannschaft, die beim 1:1 in Augsburg eine passable zweite Hälfte hingelegt hatte – Sebastian Rudy, in Augsburg noch in der Start-Elf, saß nicht mal auf der Ersatzbank. Tedesco nannte einen „Mix an Gründen“, ließ aber keinen Zweifel daran, dass ihm Rudys Vorstellung am Samstag überhaupt nicht geschmeckt hatte. In einem so wichtigen Spiel ausgebootet – ein dicker Denkzettel für den Schalker Star-Einkauf.

Aber auch ohne Rudy spielte Schalke Furcht einflößend schwach – spätestens nach der Leverkusener 2:0-Führung durch Aleksandar Dragovic (27., Tor wurde erst durch den Video-Assistenten bestätigt) und Lucas Alario, der Matija Nastasic düpierte und Ralf Fährmann den Ball „durch die Hosenträger“ schoss (35.), hatten die S04-Fans die Nase gestrichen voll – die vorher so prächtige Stimmung war gekippt, viele Zuschauer pfiffen. Erst das 1:2 durch Haji Wright nach einer Ecke in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit konnte die Gemüter wieder etwas besänftigen – die Hoffnung stirbt schließlich zuletzt.

Tatsächlich zog Schalke das Publikum durch eine weitaus engagiertere Leistung nun wieder auf seine Seite. Die ebenfalls schwachen Leverkusener verloren die Spielkontrolle, Schalke drängte – und hätte bei zwei Großchancen durch die eingewechselten Steven Skrzybski (68.) und Yevhen Konoplyanka (73.) den Ausgleich erzielen müssen. Schalke machte zwar Druck, der aber relativ plan- und konzeptlos verpuffte. Es blieb beim 1:2 – die fast schon peinliche erste Halbzeit war für Schalke nicht mehr zu reparieren, bei Bayer kann zumindest der aktuell gefühlt vor jedem Spiel kurz vor der Ablösung stehende Trainer Heiko Herrlich wieder ein wenig durchatmen.

Schalkes Fans pfiffen, viele waren schon vorher gegangen. Schalke steckt mitten im Abstiegskampf – vom Abend der großen Gefühle bleibt die Angst. Die war auch Ralf Fährmann nach dem Spiel anzusehen: „Wir stecken in einem riesigen Negativ-Strudel. Ich bin froh, wenn die Winterpause kommt. Aber in Stuttgart müssen wir nochmal alles raushauen. Da müssen wir gewinnen.“ Schalke ist – wieder mal – in der Bringschuld.

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