Schalker Saisonfinale gegen Stuttgart

Huub Stevens will sich mit Heimsieg verabschieden

Gelsenkirchen - Leichter Nieselregen begleitete das Schalker Abschlusstraining vor dem Saisonfinale gegen Stuttgart (Sa. 15.30 Uhr/Sky). Ein Spieler war gerührt. Denn für Sascha Riether war diese Einheit die letzte seiner Karriere.

Und weil das so war, ließen es seine Mannschaftskameraden nicht bei einem normalen Abgang bewenden, sondern trugen den beliebten Routinier nach dem Ende des Trainings auf Händen vom Platz.

Da der 36-Jährige die Freitagseinheit komplett mitmachte, ist es nicht ausgeschlossen, dass Riether am Samstag gegen die Stuttgarter noch zu seinem 249. Bundesligaeinsatz kommt. Zumal es für beide Mannschaften sportlich um nichts mehr geht. Schalke hat mit Ach und Krach den Klassenerhalt geschafft, während die Stuttgarter in die Relegation müssen. Huub Stevens war es übrigens, der die Schwaben zweimal vor dem Abstieg rettete.

Dass ihm dies auch mit den Königsblauen gelang, ist für den 65-Jährigen einerseits natürlich eine große Freude gewesen, aber andererseits auch die Befreiung von einer Last: „Es überwiegt die Freude, dass es jetzt bald vorbei ist. Es war die schwierigste Aufgabe meiner Karriere. Da ist man froh, wenn man sagen kann: ‚Es ist vorbei‘.“

Es ist davon auszugehen, dass Stevens sich persönlich per Mikrofon von den Schalker Anhängern verabschieden wird. „Ich werde Danke sagen und mich so verabschieden wie immer. Nicht übertrieben, das passt nicht zu mir“, sagte der Schalker Jahrhunderttrainer, der gestern Nachmittag auf dem Weg in die Mannschaftskabine noch einen „Selfie-Marathon“ mit Freundlichkeit und Gelassenheit absolvierte.

Intern wird Stevens jedoch kritische Worte finden, dass seinem Lieblingsverein eine solche Horrorsaison wie die aktuelle zukünftig erspart bleibt. Einen Grund für Schalkes desolaten Bundesligaauftritt sieht Stevens offenbar in der immer mehr um sich greifenden Ego-Gesellschaft. Dafür fand der 65-Jährige deutliche Worte: „Wir sind in einem System mit Reichtum angekommen. Das ist gefährlich, weil die Welt immer egoistischer wird. Jeder denkt an sich selbst und nicht mehr an seinen Mitmenschen. Deswegen ist es schwieriger, eine Mannschaft zu haben“.

Diese steht heute in der Bringschuld, wenigstens für einen versöhnlichen Saisonabschluss zu sorgen. Dabei dürfte Stevens um mindestens zwei personelle Veränderungen nicht herumkommen. In der Abwehr fällt Matija Nastasic wegen muskulärer Probleme aus. Dafür dürfte Salif Sané zum Einsatz kommen, der die letzten Trainingseinheiten problemlos absolvieren konnte. Und im Mittelfeld müssen die Gastgeber den verletzten Omar Mascarell (Fußprobleme) ersetzen. Dafür steht Suat Serdar wieder zur Verfügung.

Letzter Heimsieg 20. Januar

Unabhängig vom Krankenstand will sich Stevens natürlich mit einem Heimsieg verabschieden. Denn kurioserweise ist er seit seiner Amtsübernahme im März 2019 in der Veltins-Arena noch ohne Sieg. Ein Unentschieden und drei Niederlagen lautet die kümmerliche Bilanz. Dass der letzten Schalker Heimsieg vom 20. Januar (!), dem 2:1-Erfolg gegen den VfL Wolfsburg datiert, sagt alles über eine Saison, der keinen großen Platz in der Vereinschronik eingeräumt werden wird.

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