Schalla-Prozess

Angeklagter: „Ich kann gar nicht würgen“

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Dortmund/Castrop - Der mutmaßliche Mörder von Nicole-Denise Schalla erklärt den Richtern, dass seine Hände einen solchen Krafteinsatz schon lange nicht mehr zulassen.

Muss der mutmaßliche Mörder von Nicole-Denise Schalla medizinisch untersucht werden? Der Castrop-Rauxeler Ralf H. behauptete vor dem Dortmunder Schwurgericht, er habe so gut wie keine Kraft in den Händen und könne daher nicht der Mörder sein.

Der 53-jährige Angeklagte meldete sich am Dienstag erneut selbst zu Wort. „Ich kann gar nicht würgen“, behauptete er. Einen solchen Krafteinsatz ließen seine beiden Hände schon seit längerer Zeit gar nicht mehr zu. Vor allem die Daumen könne er so gut wie gar nicht mehr benutzen.

Der Castrop-Rauxeler will in seiner Jugend Handball gespielt und dabei die eine oder andere Verletzung erlitten haben. Besonders schwer habe es ihn einmal in den 1970er-Jahren erwischt, sagte er. „Die Sehnen waren gerissen und ich hatte Splitterbrüche.“ In den Jahren 1978 und 1980 sei er schließlich nacheinander an beiden Daumen operiert worden. Seitdem habe er so gut wie keine Kraft mehr in diesen Fingern.

Die Verletzung habe große Auswirkungen auf seinen weiteren Lebensweg gehabt, erklärte der Angeklagte weiter. Er habe sich immer gerne handwerklich betätigt. Das sei nach den chirurgischen Eingriffen aber nicht mehr möglich gewesen. „Wegen der Verletzung war ich gezwungen, eine kaufmännische Lehre zu machen“, so Ralf H. gestern.

Als Speditionskaufmann habe er schließlich sein Geld verdient. Verteidiger Christian Dreier regte nach dem Vorstoß an, seinen Mandanten von einem Sachverständigen medizinisch begutachten zu lassen. Einen förmlichen Antrag will er aber erst am nächsten Verhandlungstag Mitte April stellen.

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