Schlägerei in der Nordstadt

25-Jähriger wirft der Polizei vor, ihn grundlos zusammengeschlagen zu haben

Dortmund - Die Polizei hat am Wochenende eine Massenschlägerei in der Nordstadt beendet. Dabei soll sie zu hart vorgegangen sein, behauptet ein Dortmunder. Er erhebt schwere Vorwürfe und will klagen.

Nachdem die Polizei am Samstagabend eine Massenschlägerei in der Nordstadt beendet hat, erhebt der 25-jährige Dortmunder Hakan Bingöl gegen einige Beamte. "Ich wurde grundlos von der Polizei zusammengeschlagen", behauptet Bingöl.

Zehn junge Männer hatten sich in der Haydnstraße mit unterschiedlichen Gegenständen als Waffen geprügelt. "Ich war an der Schlägerei nicht beteiligt, mein Bruder aber schon", sagt Hakan Bingöl. "Er rief mich an und erzählte von der Massenschlägerei und dass auch Messer im Spiel seien." Also habe er sich sofort auf den Weg gemacht.

"Als ich eintraf, war die Polizei bereits vor Ort und mein Bruder schon festgenommen im Streifenwagen." Auch sein anderer jüngerer Bruder sei dazu gekommen. "Als der dann plötzlich von der Polizei festgenommen wurde, bin ich zu ihnen gegangen und habe gesagt, dass sie ihn in Ruhe lassen sollen. Der hatte ja nichts mit der Schlägerei zu tun."

Wurde Hakan Bingöl grundlos zusammengeschlagen?

Was dann geschehen sein soll, ist für Hakan Bingöl auch noch drei Tage nach der Schlägerei unbegreiflich: "Die Polizisten schlugen mich daraufhin einfach zusammen. Auch als ich schon gefesselt war, schlugen sie weiter auf mich ein." Als mutmaßlichen Beweis schickte Bingöl der Redaktion Fotos von seinen Verletzungen, die durch den Einsatz der Polizei entstanden sein sollen. Wunden im Gesicht und auf den Beinen, den Armen, dem Rücken, dem Bauch, dem Hinter- und Vorderkopf sind zu sehen.

"Die Wunden auf den Beinen und Armen kommen davon, dass die Polizisten mich über den Boden geschleift haben." Dass er selbst auch etwas laut war, gibt er zu: "Aber dann habe ich direkt gesagt, dass ich sie nicht schlagen möchte, ich habe ihnen nichts getan."

Bingöl kündigt an, dass er in den kommenden Tagen mit seinem Anwalt sprechen und Anzeige erstatten werde: "Ich habe alle Namen und Zeugen aufgeschrieben." Eine solche Anzeige liege der Polizei noch nicht vor, wie Polizei-Pressesprecherin Nina Vogt auf Nachfrage unserer Redaktion sagte: "Derzeit liegen uns weder eine Beschwerde noch eine Anzeige durch Tatverdächtige vor." Aus diesem Grund wolle die Polizei zu den konkreten Vorwürfen von Hakan Bingöl noch nicht Stellung beziehen.

Fünf Polizisten wurden verletzt

Auch ein Video, das Bingöl unserer Redaktion geschickt hat, hat die Polizei nach eigener Angabe noch nicht erhalten. In dem Video ist ein Mann in rotem T-Shirt zu sehen, während er gerade von drei Polizisten fixiert wird. Bei dem Mann soll es sich laut eigener Aussage um Hakan Bingöl handeln. Die Polizeisprecherin dazu: "Wir können uns nicht zu dem Inhalt eines Videos äußern, das uns nicht bekannt ist."

Zu den näheren Umständen der Massenschlägerei nahm die Polizei hingegen Stellung. Als die Polizei an der Haydnstraße eintraf, hätten die Beteiligten bei ihrer Festnahme Widerstand geleistet. "Wegen des hohen Aggressionspotenzials und der massiven Widerstandshandlungen gegen die eingesetzten Polizeibeamten war konsequentes polizeiliches Einschreiten geboten. Dabei wurden fünf Beamte verletzt, unter anderem mit Prellungen und Schürfwunden." Die Polizei sei mit einer Vielzahl Streifenwagen, zivilen Kräften sowie einem Hundeführer vor Ort gewesen. Insgesamt seien neun Tatverdächtige im Alter von 17 bis 25 Jahren vorläufig festgenommen worden.

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