Eon schaltet das Kraftwerk Knepper Ende 2014 ab
+
Eon schaltet das Kraftwerk Knepper Ende 2014 ab

Schließung

Eon will Kraftwerk in Mengede abschalten

MENGEDE - Der Strom- und Gaskonzern Eon hat bei der Bundesnetzagentur die Schließung des Kohlekraftwerks Knepper in Dortmund-Mengede angemeldet. Sollte die Agentur zustimmen, würde das Kraftwerk nicht mehr lange laufen. Die Stimmung bei den Mitarbeitern ist gedrückt.

Aktualisierung 14:36 Uhr:

Unsere Reporterin hat sich mit einem Mitarbeiter über Stimmung in der Belegschaft unterhalten: Über 30 Jahre hat Dieter Hombitzer für das Kraftwerk Knepper gearbeitet. Auch deshalb darf der 55-Jährige im Rahmen des Sozialplans jetzt in den Vorruhestand eintreten.

Andere, weiß Hombitzer, haben so viel Glück nicht: „Wer noch nicht so lange im Betrieb war oder nach 1959 geboren wurde, der muss gucken, wo er nach 2014 unterkommen kann.“ Einigen sei das bereits in Datteln oder bei anderen Kraftwerken gelungen. Wieder andere seien aber nach wie vor auf der Suche. „Dennoch ist die Stimmung in der Belegschaft nicht aggressiv“, sagt Hombitzer. „Die Abfindungen sind ja ganz gut, und die Regelung mit dem Vorruhestand ist auch in Ordnung.“

Demonstrationen oder dergleichen habe es nicht gegeben. Aber: „Die Unsicherheit über den künftigen Arbeitsplatz schlägt bei vielen natürlich auf‘s Gemüt. Das ist dann auch im gesamten Betrieb zu spüren.“ Bis Ende kommenden Jahres werden sie alle noch gemeinsam arbeiten, danach gehen sie getrennte Wege. „Natürlich haben wir immer darauf gehofft, dass der Vertrag für das Kraftwerk verlängert wird. Aber jetzt ist eben nichts mehr daran zu ändern.“

Aktualisierung 11:54 Uhr:

In Mengede läuft derzeit der 1971 gebaute Block C des Kraftwerks Knepper. Dieser hat nacg einem Ausbau im Jahr 2002 eine Leistung von 360 Megawatt. Jetzt haben laut Eon-Pressestelle mehrere Großkunden nicht verlängert. Da eine Modernisierung des Kraftwerks notwendig wäre, nutzt man das Auslaufen dieser Verträge zur Abschaltung.

Aktualisierung 11:20 Uhr:

Von der Schließung des Kraftwerks sind nach Eon-Angaben rund 80 Mitarbeiter betroffen. Gespräche zu einem Sozialplan haben bereits begonnen, Betriebsbedingte Kündigungen soll es laut Eon nicht geben.

Erste Meldung 10:56 Uhr:

Der Konzern bestätigte am Freitag die Pläne, zwischen Dezember 2014 und dem ersten Quartal 2015 Kapazitäten in einem Volumen von rund 2500 Megawatt zusätzlich aus dem Markt zu nehmen. Auslöser seien auslaufende Stromlieferverträge mit Großkunden, niedrige Preise am Großhandelsmarkt sowie das Ende der technischen Lebensdauer der Anlagen.

Auch die Kraftwerke Scholven in Gelsenkirchen und Veltheim in Porta Westfalica will Eon schließen. Der Konzern kann die Kraftwerke allerdings nur abschalten, wenn die Bundesnetzagentur sie nicht als systemrelevant einstuft. (mit dpa) Wir berichten weiter.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Kommunalwahl in Herten: Diese Kandidaten wollen in Langenbochum/Scherlebeck gewäht werden
Kommunalwahl in Herten: Diese Kandidaten wollen in Langenbochum/Scherlebeck gewäht werden
Für „seine" Spvgg. scheut er keinen Streit
Für „seine" Spvgg. scheut er keinen Streit
Vorerst keine Rückkehr von Fans ins Stadion - Spahn: „Das wäre das falsche Signal“
Vorerst keine Rückkehr von Fans ins Stadion - Spahn: „Das wäre das falsche Signal“
Kampf der Realitystars auf RTL2: Die Nacht der Wahrheit - von Krümel aus Datteln aber weiter keine Spur
Kampf der Realitystars auf RTL2: Die Nacht der Wahrheit - von Krümel aus Datteln aber weiter keine Spur
Nach Drogenkauf: Junger Mann aus Recklinghausen attackiert und verletzt
Nach Drogenkauf: Junger Mann aus Recklinghausen attackiert und verletzt

Kommentare