Schockierendes Prozess-Gutachten

Entzündete Knochenbrüche führten zu Tod von Baby Marvin

HÖRDE - Im Prozess um den gewaltsamen Tod des zehn Monate alten Marvin aus Hörde streitet der angeklagte Vater weiter jede Verantwortung für die schweren Verletzungen des Säuglings ab. Das Gutachten zu Marvins Todesumständen schockiert.

Der Junge war im Juli 2015 in seinem Kinderbett gestorben. Eine Obduktion des Leichnams ließ die Ärzte später fassungslos zurück. Als Todesursache stellten sie eine Blutvergiftung fest, weil sich zahlreiche Knochenbrüche in dem geschwächten Körper entzündet hatten.

Marvin hatte im Laufe seines kurzen Lebens mehrere Rippen, den Unterkiefer, das Schlüsselbein und einen Oberschenkel gebrochen. Darüber hinaus waren vier Zähne abgebrochen. "Das Ergebnis hat mich schockiert", gab die zuständige Rechtsmedizinerin am Freitag vor dem Schwurgericht unumwunden zu. "Die Vielzahl der Knochenbrüche in einem einzigen Körper, das war schon etwas sehr, sehr Außergewöhnliches."

Mutter: "Mein Mann hat dem Jungen keine Gewalt angetan

Der Angeklagte behauptet derweil, er könne sich die Verletzungen überhaupt nicht erklären. Die Zähne müsse Marvon verloren haben, als er mit dem Kopf gegen den schweren Wohnzimmertisch geschlagen sei. Schützenhilfe erhielt der 38-Jährige von seiner Ehefrau, die in einem Brief an das Gericht geschrieben hat: "Mein Mann hat nie eine Körperverletzung begangen. Er hat dem Jungen keine Gewalt angetan." In einer förmlichen Zeugenaussage wollte die Frau diese Aussagen aber nicht wiederholen.

Am 9. Februar will das Gericht die Schlussvorträge hören und anschließend auch bereits das Urteil verkünden. Die Anklage lautet auf Körperverletzung mit Todesfolge. Der Angeklagte sitzt derzeit wieder in Untersuchungshaft.

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