Schon wieder ein Endspiel!

Gegen Bremen muss Peter Bosz wirklich gewinnen

DORTMUND - Erst Schalke, dann Leverkusen, jetzt Bremen (heute, 15.30 Uhr): Schicksalsspiele sind für BVB-Trainer Peter Bosz nichts Neues mehr. Nur dieses Mal muss er wirklich gewinnen.

Entscheidend ist auf'm Platz. Nirgendwo in Fußball-Deutschland wird dieser Satz ernster genommen als in Dortmund. Hier kommt er her, hier ist er heilig. Alfred "Adi" Preißler höchstpersönlich, eine der größten von so vielen BVB-Legenden, hat ihn gesprochen.

Zum Siegen verdammt

Wenn Borussia Dortmund am Samstag im heimischen Stadion gegen Werder Bremen spielt (15.30 Uhr/live auf Sky), dann steckt in Preißlers wohl berühmtesten viereinhalb Worten noch ein bisschen mehr Wahrheit als ohnehin schon, dann sind sie noch ein bisschen heiliger, dann werden sie noch ein bisschen ernster genommen werden. Der BVB ist gegen Werder förmlich zum Siegen verdammt- und auch Trainer Peter Bosz kann sich ein weiteres Negativerlebnis nicht erlauben.

"Gegen Bremen müssen wir gewinnen", sagt Bosz daher auch, ohne lange um den heißen Brei herumzureden, "es ist ein sehr wichtiges Spiel. Wir warten immer noch auf die Wende." Und Nuri Sahin sagt: "Keine Ausreden mehr, nur ein Sieg zählt."

Seit acht Pflichtspielen ohne Sieg

Es ist also mal wieder ein Endspiel für Peter Bosz. Zurückhaltend gerechnet ist es mindestens schon das dritte. Das Derby galt als Schicksalsspiel, das Spiel in Leverkusen auch, Madrid fiel ein Stück weit heraus dieser Wertung. Gewonnen hat Bosz keine dieser Partien. Zumindest in Leverkusen hat er nach der gefühlten Niederlage gegen Schalke nicht verloren, in Madrid zeigte die Mannschaft nach einer schlimmen Anfangsviertelstunde immerhin eine gute Moral.

Nun also Bremen. Ein Unentschieden würde die Situation für Bosz, vorsichtig ausgedrückt, nicht verbessern, eine Niederlage würde sie dramatisch verschlimmern. Nur ein Sieg hilft- und der letzte ist eine gefühlte Ewigkeit her: Am 24. Oktober gab es ein 5:0 im Pokal beim Drittligisten 1. FC Magdeburg, danach folgten acht Pflichtspiele, in denen es fünf Niederlagen und drei Unentschieden setzte. Statistiken können erdrückend sein.

"Wir haben einfach eine offensive Philosophie"

Es gilt also, sich Schritt für Schritt zurückzukämpfen, sich an kleinen Erfolgserlebnissen aufzurichten, jeden Strohhalm zu ergreifen, der sich offenbart. "Nach den ersten 20 Minuten haben wir in Madrid richtig Fußball gespielt. Auch die erste Hälfte gegen Schalke war gut", antwortet Bosz auf die Frage, was ihn für das Werder-Spiel optimistisch stimme. Wichtig sei es, "gut zu verteidigen, aber auch mit dem Ball guten Fußball zu spielen. Wir haben die Spieler dazu, das müssen wir zeigen."

Vermutlich wird Bosz dafür wieder auf ein 3-4-3-System setzen, das bei gegnerischem Ballbesitz zu einem 5-4-1 wird. Er lege das von Spiel zu Spiel fest, sagt der 54 Jahre alte Niederländer und widerspricht Gerüchten, er habe nur auf Druck aus der Mannschaft auf Dreierkette umgestellt. "Keiner meiner Spieler hat gesagt, dass er lieber mit einer Dreierkette spielen würde. Das war allein meine Entscheidung." Überhaupt sei das System nicht so wichtig. "Wir haben einfach eine offensive Philosophie. Die kann man mit einer Dreierkette oder mit einer Viererkette umsetzen."

Grau ist alle Theorie

Das erinnert irgendwie wieder an Adi Preißler. Entscheidend ist eben auf'm Platz. Und- dieser Teil des Zitats wird häufig vergessen: Grau ist alle Theorie.

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