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Kühe streicheln war angesagt, als drei der sechs 5. Klassen der Gelsenkirchener Gesamtschule Berger Feld den Bauernhof mit 250 Kühen von Dirk Feldhaus in Herten-Ebbelich besuchten.

Schüler lernen Bauernhof kennen

Kuhstall wird zum Klassenraum

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HERTEN / GELSENKIRCHEN - Unterrichtsfach Bauernhof: Umut (12) findet die Melkmaschine „total spannend“, für Shykry (13) sind die Kühe „so wunderschön“, Emirhan (12) hat bisher „noch nie eine Kuh live gesehen“ und Felipe (10) möchte jetzt endlich mal richtige Milch trinken: Und das konnten die Schüler aus drei 5. Klassen der Gelsenkirchener Gesamtschule Berger Feld auf dem Bauernhof von Dirk Feldhaus in Herten natürlich auch tun.

Der Feldhaus-Hof in Ebbelich war neben den Betrieben der Landwirte Drießen, Reimann und Föcker in Gelsenkirchen also einer von vier Betrieben, die Besuch von 170 Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule bekamen. „Puh, das stinkt hier aber“, sagten einige der Fünftklässler spontan, die vorher noch nie auf einem Bauernhof waren.

„Das kennen wir schon“, sagt Projektleiterin und Sozialpädagogin Marie-Luise Ruschtuttis, „aber danach sind die Kinder sofort begeistert von den Tieren auf dem Hof.“ Sie organisiert zusammen mit der Abteilungsleiterin der 5. und 6. Klassen, Conny Neumann, den Ausflug in den Alltag auf einem Bauernhof. „Das gehört zu unserem Schulprogramm: Einmal im Jahr geht es mit allen fünften Klassen raus auf den Bauernhof“, berichtet Ruschtuttis.

Und die Landwirte sind bereitwillige Gastgeber. „Für mich ist der Besuch von Schulklassen eine tolle Möglichkeit, um zu zeigen, wie wir hier mit den Tieren arbeiten und wie moderne Landwirtschaft heute funktioniert“, sagt Dirk Feldhaus.

Kommt jetzt das Kälbchen zur Welt?

Die Schüler besichtigten, wie die 250 Milchkühe und noch mal so viele Kälber und Jung-Kühe auf dem Hof leben und Milch geben. „Ganz gespannt waren die Schüler, als die Geburt eines Kälbchens auf sich warten ließ. Viele hatten die Hoffnung, dass es genau in dem Moment passiert, als sie auf dem Hof waren. Aber das Kälbchen ließ sich leider noch Zeit“, berichtet Feldhaus.

Zur Erholung gab es für die Schüler dann natürlich auch frische Kuhmilch vom Hof Feldhaus oder in süßer Form mit Schokolade – von Maria Feldhaus, der Mutter des Landwirts, in der Hofküche selbst aufgekocht. Mit dem Besuch auf dem Hof ist das Thema Landwirtschaft für die Schüler aber längst nicht erledigt.

Bauernhof Thema in Mathe, Deutsch oder Naturwissenschaften

„In verschiedenen Fächern behandeln wir schon vorher das Leben auf dem Bauernhof: in Mathematik, in Deutsch, in Gesellschaftslehre, aber auch in den Naturwissenschaften kann man das zum Thema machen“, berichten Sozialpädagogin Marie-Luise Ruschtuttis und Lehrerin Conny Neumann. Wie viel Liter gibt eine Kuh am Tag oder im Jahr? Das wäre eine Aufgabe in Mathe. Wie verwertet eine Kuh das Futter? Das könnte Thema in Biologie werden. Die Schüler sollen dann während des Hof-Besuches einen Fragebogen ausfüllen. Der soll anschließend in der Schule ausgewertet werden.

„Hier lernen die Schüler das kennen, was sie vielleicht sonst nur noch im Fernsehen erlebt haben“, sagt Dirk Feldhaus. Mit der Aktion Lernort Bauernhof wollen die Landwirte deswegen ihre Arbeit und die Herkunft der Lebensmittel wieder den Menschen näher bringen. Und da gehöre es dazu, dass es im Kuhstall auch mal stinkt, sagt Sozialpädagogin Ruschtuttis.

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