Schulbus-Unfall in Asseln

Wie die Feuerwehr 25 Kinder nach einem Unfall ablenkte

Dortmund - Nach einem Unfall mit einem Schulbus musste der Dortmunder Rettungsdienst ad hoc 25 Viertklässler versorgen. Ein Fall für die Freiwillige Feuerwehr, die innerhalb von zehn Minuten zur Stelle war und genau wusste, wie die Jungen und Mädchen abzulenken waren.

Dortmunds Retter haben bei dem Unfall zwischen einem Pkw und einem Schulbus am Mittwoch in Asseln erneut bewiesen, dass sie ad hoc auf komplexe Herausforderungen reagieren können. Ein Rückblick in Fragen und Antworten.

Vor dem Unfall mit einem Schulbus war eine Autofahrerin von der Straße Werswand auf den Hellweg abgebogen. Ist die Unfallursache bekannt?

Nein. Die Polizei kann den Unfallhergang nachvollziehen, aber keine Aussage zur Ursache treffen. In den nächsten Wochen führt sie weitere Zeugengespräche, auch mit Schulkindern. Überprüft werden die Fahrerkarte des Busfahrers und der technische Zustand des sichergestellten Busses. Das ist Routine. Polizeisprecherin Cornelia Weigandt: "Für die Be- oder Entlastung der Beteiligten untersuchen wir alle Spuren."

Ist die Ecke Asselner Hellweg/Werswand ein Unfallschwerpunkt?

Nein. 2014 bis 2017 ereigneten sich dort drei Unfälle, jeweils mit Leichtverletzten.

Innerhalb von wenigen Minuten stand fest, dass viele Kinder zu versorgen sind - wie kann Dortmund das leisten?

Feuerwehr, Rettungsdienst und Krankenhäuser üben den sogenannten "Massenanfall von Verletzten" in unregelmäßigen Abständen. Marc Raschke, Sprecher des Klinikums Mitte: "In solchen Notfällen müssen wir Operationen und andere Patienten-Termine absagen und Routinen unterbrechen." Spontan zieht das Klinikum das Personal aus anderen Bereichen ab. Arbeit bleibt dann liegen.

Die 500 Meter entfernte Freiwillige Feuerwehr Asseln betreute in ihrem Gerätehaus die nicht verletzten Kinder. Gibt es auch dafür einen Plan?

Nein, das war eine spontane Idee. Der Löschzug Asseln betreibt Dortmunds älteste und größte Jugendfeuerwehr und ist im Umgang mit Kindern sehr erfahren. Jörg Müssig vom Stadtfeuerwehrverband: "So ein Einsatz wie in Asseln ist einer der vielen Gründe, warum wir das Ehrenamt mit so hohem Aufwand betreiben." Einer der Freiwilligen war Ersthelfer am Unfallort - er wohnt dort.

Wie schnell hat die Freiwillige Feuerwehr reagiert?

Fünf bis zehn Minuten nach dem Alarm war der Löschzug mit ausreichend Einsatzkräften startklar. Bezirksschornsteinfeger, Selbstständige und Arbeitnehmer hatten ihre Arbeitsplätze verlassen, um sofort rund 25 Viertklässler betreuen zu können. Ihnen wurde die Arbeit der Feuerwehr erklärt, sie konnten Einsatzfahrzeuge inspizieren, es gab Getränke. Löschzugführer Lars Mothes: "Was die Improvisation angeht, sind wir hemdsärmelig."

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