Schulversuch des Landes

Geld und mehr Personal für drei Dortmunder Talentschulen

Gleich drei Dortmunder Schulen wurden vom Land als "Talentschulen" ausgewählt. Sie sollen zusätzliches Personal und Geld bekommen, um benachteiligte Schülerinnen und Schüler zu fördern.

Mit dabei sind aus Dortmund das Paul-Ehrlich-Berufskolleg in Hacheney, die Anne-Frank Gesamtschule in der Nordstadt und das Heisenberg-Gymnasium in Eving.

Im Juli 2018 hatte die Landesregierung den auf sechs Jahre befristeten Schulversuch unter dem Titel Talentschulen beschlossen. Er soll zeigen, wie die Schülerleistungen an Schulen mit großen sozialen Herausforderungen durch besondere Unterrichtskonzepte, gezielte Unterstützungsangebote bei der Schulentwicklung und zusätzliche Ressourcen gesteigert werden können.

Konkret geht es zum Beispiel um Sprachförderangebote oder verstärktes praktisches Arbeiten. Berufskollegs bekommen dazu mindestens vier zusätzliche Lehrerstellen, andere Schulen einen Aufschlag von 20 Prozent auf den üblichen Stellenbedarf. Außerdem gibt es zusätzliches Geld für Fortbildungen.

Drei von neun Bewerbungen erfolgreich

Der Pilotversuch sieht die Unterstützung von 60 Schulen in ganz NRW vor. Die ersten 35 wurden jetzt von einer Fachjury aus 149 Bewerbungen ausgewählt. Aus Dortmund gab es neun Bewerbungen, von denen drei erfolgreich waren. Das Paul-Ehrlich-Berufskolleg und das Heisenberg-Gymnasium hatten sich mit dem Schwerpunkt MINT, als Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik beworben, die Anne-Frank-Gesamtschule mit dem Profil Kultur.

Die erfolgreichen Bewerbungen zeigten, "dass auch unter schwierigen sozialräumlichen Bedingungen beste pädagogische Qualität möglich ist, die mit ihren Konzepten die Jury des Landes überzeugen konnte", stellte Schuldezernentin Daniela Schneckenburger fest.

Glückwünsche gab es auch von der FDP, die mit Yvonne Gebauer die Schulministerin stellt. Man wolle mit den Talentschulen soziale Nachteile in der Bildung überwinden und mehr Chancengerechtigkeit ermöglichen, sagte der FDP-Kreisvorsitzende Michael Kauch.

Kritik vom Verband Bildung und Erziehung

Kritik an dem Schulversuch gibt es dagegen vom Verband Bildung und Erziehung (VBE) NRW mit Sitz in Dortmund. "Jeder einzelne Schüler, jede einzelne Schülerin verdient die bestmögliche Bildung und Erziehung. Einzelne Leuchttürme zu fördern schafft keine Chancengleichheit. 99 Prozent aller Schulen profitieren vorerst nicht vom Schulversuch", erklärte der VBE-Landesvorsitzende Stefan Behlau.

"Alle Schülerinnen und Schüler in ganz NRW haben es verdient, dass ihre Schule ausreichend und zeitgemäß ausgestattet ist." Unverständlich findet der VBE auch, dass Grundschulen erst gar nicht in den Schulversuch einbezogen wurden.

In einer zweiten Auswahlphase werden zum Schuljahr 2020/21 weitere 25 Schulen in den Schulversuch aufgenommen.

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