Schulweg

Kinder der Kreuz-Grundschule nutzen statt Elterntaxi den Walking-Bus

Kein Verkehrschaos, mehr Zeit für die Eltern, selbstständigere Kinder - das sind die Vorteile des Walking-Bus. An der Kreuz-Grundschule wissen Kinder und Eltern, wie gut das funktioniert.

Grell gelb sind die Warnwesten der vier Schüler, die sich ihren Weg durch die Kreuzstraße bahnen. Lotta, Florian, Niki, Tilda und Jette laufen immer gemeinsam zur Schule. Sie kommen zwar aus verschiedenen Klassen, haben aber alle fast den gleichen Weg - deswegen bilden sie die Ost-Linie des sogenannten Walking-Busses.

Das Walking-Bus-Projekt gibt es an der Kreuz-Grundschule nun schon seit neun Jahren. Das Prinzip ist schnell erklärt: Kinder, die etwa den gleichen Schulweg haben, gehen gemeinsam zur Schule. Begleitet werden sie durch einen Elterndienst, bei dem sich die Eltern abwechseln. Jede der insgesamt drei Schul-Linien des Walking-Busses hat verschiedene Haltestellen, an denen sich Kinder dem Bus anschließen können.

Die Schüler lernen, Situationen selbst einzuschätzen

Der Vorteil: Durch die Begleitung kommen die Schüler nicht nur sicher zur Schule, sie lernen auch etwas dazu, das denen fehlt, die jeden Tag mit dem Auto gebracht werden. "Die Kinder lernen, Gefahren selbst einzuschätzen und sich sicher im Verkehr zu bewegen. Eltern, die ihre Kinder nur mit dem Auto fahren, nehmen ihnen diese Erfahrung", sagt Kim Freigang, Pressesprecher der Polizei.

Und so können Lotta, Florian, Niki, Tilda und Jette auch Emma, dem Maskottchen von Borussia Dortmund, zeigen, worauf sie beim Überqueren der Straßen achten und welche Gefahren ihr Schulweg birgt.

Die Biene Emma und die Beamten der Polizei sind am Mittwochmorgen für eine Kampagne zur Verkehrssicherheit an die Kreuz-Grundschule gekommen. Gemeinsam werben sie für das Projekt Walking-Bus, üben mit den Kindern und haben sogar Reflektoren für die Schüler dabei.

Alle Erstklässer bekommen zum Schulbeginn eine Warnweste

Das richtige Verhalten im Verkehr fragt Polizeihauptkommissar Frank Wolff ab: "Wie verhält man sich bei der Überquerung der Straße?" - "Erst links, dann rechts, dann links gut gucken", das wissen die fünf. Florian (9) besucht die vierte Klasse und findet, dass er nicht nur etwas lernt: "Zusammen zur Schule zu gehen macht doch Spaß."

Wie alle Kinder der Schule ist auch er in der ersten Klasse mit einer Warnweste ausgestattet worden, die die Kinder der Walking-Busse auf dem Weg tragen. "Warnwesten beantragen wir beim ADAC für all unsere Erstklässler", erklärt Schulleiterin Vera Gelissen.

Viele Eltern bringen sich in das Projekt ein und entlasten einander so

Die Weichen in Richtung Verkehrssicherheit werden also früh gestellt. Übrigens auch beim Projekt selbst. Die Eltern bekommen schon vor dem ersten Schultag ihrer Kinder Einblick in das Bus-Projekt. "Von zehn Kindern, die den Bus nutzen engagieren sich von vier Kindern die Eltern als Begleiter", schätzt die Schulleiterin.

Am liebsten sähe es Vera Gelissen, wenn Kinder, die nicht um die Ecke wohnen, mit dem Auto zu einer Walking-Bus-Haltestelle gebracht würden, statt bis vor die Schule. Aber auch so entlasten die Walking-Busse die Verkehrssituation vor der Schule vor dem Unterrichtsbeginn.

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