Schwächen und Stärken

Das sind die Probleme der Innenstädte im Vest

Region - Die Einkaufsstädte im Vest Recklinghausen präsentieren sich in höchst unterschiedlicher Verfassung. Der Online-Handel bereitet zusätzliche Sorgen. Das sind die Stärken, Probleme und Entwicklungen unserer Städte im Kreis.

Recklinghausen

Drei Jahre, nachdem Karstadt als Magnet in der Altstadt seine Pforten geschlossen hat, soll in den kommenden Wochen mit der Wiederbelebung des zentralen Komplexes begonnen werden. Von diesem Projekt erhoffen sich Politik und Verwaltung eine Strahlkraft auf weitere Teile der Altstadt. Sorgenkind bleibt nämlich die frühere Prachtstraße, die Breite Straße. Deren unterer Teil zum Wall hin ist nahezu komplett leergezogen. Hoffnung besteht, weil Recklinghäuser einige Immobilien gekauft haben – was sie genau planen, ist noch nicht klar. Im oberen Teil der Breiten Straße ist ein weiteres Hotel geplant. Der Marler Stern, das 1974 als Flaggschiff in der Region eröffnete Einkaufscenter, krankt seit Jahren an Leerständen. Mit der Zurzeit läuft der Umbau, neben Supermarkt, Discounter, Drogerie- und Tierbedarfmarkt entsteht auf der Fläche des früheren Karstadt-Kaufhauses ein neues System mit 40 bis 50 Shops und Boutiquen. Am 26. September wird Wiedereröffnung gefeiert. Auch im Nebenzentrum Marl-Hüls sind Veränderungen im Gang. Die Investoren Römer und Partner wollen mit dem „Römerquartier“ Kunden locken, die dort für den täglichen Bedarf einkaufen und dann in der Fußgängerzone bummeln gehen. Auch die kleine Einkaufsmeile wird neu gestaltet, um die Aufenthaltsqualität zu verbessern. In der Hertener Innenstadt läuft nach langer Planungsphase ein auf etwa zehn Jahre angelegtes Sanierungsprogramm an. Hässliche Fassaden und dunkle Unterführungen sollen verschwinden, das Glashaus mit der Stadtbibliothek als Publikumsmagnet grundsaniert und neu ausgerichtet werden. In Politik und Bevölkerung erwartet jedoch niemand, dass sich allein dadurch der Einzelhandel in der zum Teil abgestorbenen Fußgängerzone erholt. Alle schauen hoffnungsvoll auf die Ruine des Einkaufszentrums „Herten-Forum“: und einen modernen Shopping-Tempel mit offener Flaniermeile bauen. Fast zeitgleich soll in direkter Nähe der neue S-Bahnhof entstehen. In der Dorstener Innenstadt tut sich was. Die komplette Fußgängerzone wird zurzeit saniert und erhält eine neue Pflasterung. Auch das , das bislang die Erwartungen nicht erfüllt hat, wird in diesem Jahr umgebaut. Dorsten punktet mit einer historischen Altstadt, in der es noch eine stattliche Anzahl an inhabergeführten Geschäften gibt. Die Zahl der Leerstände ist überschaubar. Der Altstadtmarkt bietet mit seiner Außengastronomie eine hohe Aufenthaltsqualität, der Besucher würde sich jedoch eine größere Auswahl an Restaurants wünschen.

Haltern

Klein, aber fein. So bewertet der Halterner seine Innenstadt. In den beiden Fußgängerzonen mit historischem Ambiente gibt es zahlreiche inhabergeführte Geschäfte, die Bekleidung, Schuhe, Schmuck und Brillen anbieten. Nur vereinzelt trifft man auf leer stehende Ladenlokale. Die Gastronomie zwischen Sixtuskirche und Altem Rathaus – neuerdings mit einem Sterne-Restaurant – trifft den Geschmack unterschiedlicher Zielgruppen. Die freilich klagen über das zu geringe Parkplatzangebot.

Datteln

Die Dattelner Innenstadt steht vor deutlichen Veränderungen. Der Einkaufsstandort Datteln ist trotz einiger Leerstände aber immer noch beliebt. Das zeigt die sogenannte Zentralitätskennziffer. Die lag für Datteln im letzten Jahr bei 106 Punkten. Das bedeutet, dass Datteln Kundschaft aus den Nachbarstädten anzieht. Wichtige Rollen spielen hierbei der attraktive Wochenmarkt, eine sehr aktive Werbegemeinschaft, etliche inhabergeführte Einzelhandels-Geschäfte und auch die Stadtgalerie – ein Einkaufszentrum, das in Top-Lage in das damals leer stehende Hertie-Kaufhaus eingebaut wurde.

Waltrop

In Waltrop ist die Innenstadt zunehmend ein Sorgenkind. Weil die Zahl der organisierten Einzelhändler sinkt, die einen Obolus fürs entrichten, fehlen auch die finanziellen Mittel, um zum Beispiel bei Stadtfesten ein Kulturprogramm auf die Beine zu stellen. Zuletzt ist manches inhabergeführte Einzelhandelsgeschäft geschlossen worden, Nachfolger fanden sich nicht. Dabei ist die 30.000-Einwohner-Stadt mit dem „malerischen Winkel“ rund um die St.-Peter-Kirche eigentlich durchaus attraktiv und lädt zum Verweilen ein.

Oer-Erkenschwick

Sorgenkinder in der Oer-Erkenschwicker City sind die Stimbergstraße, Teile des Berliner Platzes und die Marktstraße. Hier stehen viele Geschäftslokale zum Teil schon seit Jahren leer. Doch es tut sich einiges: Auf dem Berliner Platz und der Marktstraße soll neue Gastronomie entstehen. Außerdem arbeitet die Stadt an einem Entwicklungskonzept, das auch bauliche Veränderungen für die City vorsehen soll.

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