Schwangerschaft

Welt-Frühchen-Tag: Ärztin erklärt Gründe für Frühgeburt

DATTELN - Am Samstag ist Welt-Frühchen-Tag. Das Perinatalzentrum in Datteln kümmert sich besonders um die „ganz Kleinen“. Wir haben mit der Chef-Ärztin Prof. Dr. Claudia Roll gesprochen.

Als Frühgeborene zählen die Kinder, die vor der 37. Schwangerschaftswoche geboren werden. Unter den 2100 Kindern, die jährlich im Perinatalzentrum Datteln zur Welt kommen, sind auch einige sehr kleine Frühgeborene. „Das sind Kinder mit einem Geburtsgewicht von unter 1500 Gramm“, sagt Chefärztin Prof. Dr. Claudia Roll. Davon kommen jährlich zwischen 80 und 100 Kinder in Datteln zur Welt.

Gründe für eine Frühgeburt

Die Gründe für eine Frühgeburt seien unterschiedlich. „Dass die Mutter während der Schwangerschaft nicht raucht, ist ganz wichtig“, betont die Ärztin. Außerdem gebe es viele weitere Faktoren, die nicht beeinflussbar sind. „Deshalb wird die Zahl der Frühgeburten auch nicht weniger“, so Roll. Die Ursachen seien unterschiedlich: von einer Infektion über eine Schwangerschaftsvergiftung bis zum frühen Blasensprung. Bei manchen Schwangerschaften könne man, so Roll, vorher absehen, dass es zu einer Frühgeburt kommen könnte. „Oft gibt es Anzeichen, dass das Kind eher zur Welt kommt. Bei Mehrlingsgeburten ist die Wahrscheinlichkeit ebenfalls sehr hoch.“

Von allen Frühgeborenen überleben mehr als 90 Prozent. „In vielen Fällen können die Kinder vor dem eigentlich ausgerechneten Geburtstermin nach Hause entlassen werden. Einige brauchen jedoch länger eine stationäre Versorgung im Krankenhaus. Dabei ist uns wichtig, dass die Eltern viel Zeit mit ihren Kinder verbringen können“, sagt Roll. Schon in der Klinik werden die jungen Familien von erfahrenen Kinderkrankenschwestern und Sozialarbeitern unterstützt. Danach werden die Familien durch den „Bunten Kreis“ besonders betreut. „Die sozial-medizinische Nachsorge nimmt den Eltern Ängste und gibt ihnen mehr Sicherheit“, weiß die Ärztin.

Entwicklung der Kinder

Der Welt-Frühgeborenen-Tag möchte über Frühgeburt und ihre Folgen thematisieren. Heute, 17. November, 12 Uhr, Frühchen-Eltern-Treffen im Perinatalzentrum.

Viele Kinder entwickeln sich trotz Frühgeburt ganz normal, einige weisen aber auch Probleme in der Entwicklung auf. Sehr gravierende Störungen seien aber eher selten der Fall. „Die Entwicklung des Kindes ist insbesondere vom Schwangerschaftsalter und vom Gewicht bei der Geburt abhängig“, sagt Roll. Für die medizinische und pflegerische Versorgung gibt es strenge Vorgaben. Damit sind bundesweit oft Schwierigkeiten verbunden, ausreichend Fachpersonal zu finden. „Durch den Schichtdienst und das Arbeiten am Wochenende ist der Pflegeberuf oft nicht attraktiv“, weiß Roll. „Zwischendurch haben auch wir Schwierigkeiten, Fachpersonal zu finden, im Gegensatz zu anderen Kliniken läuft es bei uns aber noch ganz gut.

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