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Der sprichwörtliche kleine Piks soll mehr bringen als eine Masernparty also die vorbeugende gezielte Ansteckung mit dem Virus, so ein Experte. Auch Erwachsene seien - ungeimpft - vor dem Virus nicht sicher.

Schwere Krankheitsfälle

Masern auf dem Vormarsch in Dortmund

DORTMUND - Masern sind keine Kinderkrankheit mehr, mit dann schwerwiegenden Folgen trifft das Virus vor allem Erwachsene. Experten raten dringend zur Impfung, denn die Zahl der Erkrankungen ist in diesem Jahr in Dortmund deutlich gestiegen.

Masern, die bei einem flächendeckenden Impfschutz schon lange nicht mehr zu den gefährlichen Plagen der Menschheit gehören würden, sind in diesem Jahr stark auf dem Vormarsch in NRW. Mit jetzt schon über 300 Fällen und wöchentlich aktuell etwa 30 neu gemeldeten Fällen liegt die – bekannte – Zahl der Erkrankten um ein Vielfaches höher als im gesamten letzten Jahr.

14 Fälle in Dortmund

Nach den wöchentlichen Infektionsberichten des Landeszentrums Gesundheit in NRW gab es bis zur letzten Woche in Dortmund 14 Masernfälle, im gleichen Zeitraum 2016 null . Der Dortmunder Kinderarzt Dr. Sigurd Milde, auch Leiter des Kinderärztlichen Notdienstes neben der Kinderklinik, appelliert an alle Eltern, die Impfschäden für ihre Kinder befürchten: „Kompliziert verlaufende Masern sind das Gefährliche, nicht die Impfung.“ Lebensbedrohliche Folgen von Masern können Enzephalitis (Gehirnentzündung) und Pneumonie (Lungenentzündung) sein.

Für völlig absurd hält er Versuche von Eltern, ihre Kinder bewusst einer Ansteckungs-Gefahr (Stichwort: „Masern-Party“) auszusetzen: „Wissen die Eltern, ob ihr Kind nicht einen Immundefekt hat mit fatalen Folgen im Falle einer Infektion? Bevor sie impfen, sind Ärzte verpflichtet, durch entsprechende Untersuchungen auszuschließen, dass ein Immundefekt vorliegt.“ Und je höher eine Durchimpfung in der Bevölkerung sei, je geringer die Gefahr einer Ansteckung (Stichwort: „Herdenschutz“).Der Kinderarzt warnt eindringlich: „Masern sind keine Kinderkrankheit mehr. Die letzten Todesfälle, zum Glück nicht in Dortmund, betrafen Erwachsene.

Die Kombinationsimpfung gegen Masern/Mumps/Röteln müsse bei Erwachsenen in der Regel einmal erfolgen (alle nach 1970 Geborenen können sich auf Kosten der Krankenkasse impfen lassen) und bei Kindern zweimal, so Milde. Er betont: „Man kann nicht überimpfen!“ Die Impfung sei nichts anderes als ein abgeschwächter Masernvirus. Allenfalls könne es danach zu Fieber kommen und einer Schwellung an der Impfstelle.

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