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Schlangenexperte Roland Byner stellt eine Kiste vor der Haustür des betroffenen Mehrfamilienhauses in Herne ab.

Schuldfrage unklar

Nach Giftschlangen-Drama von Herne legen Grüne Gefahrtiergesetz vor

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  • Thomas Bartel
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Die Grünen im Düsseldorfer Landtag wollen kommende Woche einen Entwurf für ein nordrhein-westfälisches Gefahrtiergesetz ins Plenum einbringen.

Update, 11. September, 12.50 Uhr:

"Der Fall der entflohenen Kobra in Herne zeigt einmal mehr, dass wir in NRW verbindliche Regeln für die Haltung gefährlicher und exotischer Tiere brauchen", erklärte der tierschutzpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Norwich Rüße, am Mittwoch.

Besonders gefährliche und hochgiftige Tiere gehörten nicht in Privatwohnungen. "Auch bei der Haltung weiterer gefährlicher Tiere müssen wir sicherstellen, dass diese nur von Menschen mit ausgewiesener Sachkunde gehalten werden."

Der Entwurf der Grünen - die in NRW in der Opposition sind - beruht auf einem bereits 2014 von der früheren rot-grünen Landesregierung eingebrachten Gesetz, das jedoch nicht verabschiedet wurde. Im Zusammenhang mit der Suche nach der Giftschlange in Herne plant aktuell auch das NRW-Umweltministerium ein Gefahrtiergesetz.

In der Nacht auf Mittwoch (11.9.) wurde in Herne-Wanne eine Frau sexuell missbraucht

Update, 10. September, 15.30 Uhr:

Die Stadt geht nach Angaben eines Sprechers von Dienstag aber weiter fest davon aus, dass die gefährliche Monokelkobra aus dem Bestand eines Mieters des Mehrfamilienhauses stammt, in dessen Treppenhaus die Kobra zwischenzeitlich unterwegs war. Dieser verweigere aber jede Kooperation. Der Mieter soll mit Reptilien gehandelt haben. 22 seiner Tiere wurden beschlagnahmt.

Doch der Mann bestreite, dass ihm die ausgebüxte Kobra gehöre und wolle das Ordnungsamt auch nicht in seine Wohnung lassen, um etwaige Beweise zu sammeln. "Wir arbeiten aber weiter daran, so viele Anhaltspunkte zusammenzubekommen, dass wir ihm die Kosten für den Einsatz und seine Folgen in Rechnung stellen können", sagte ein Stadtsprecher am Dienstag.

Kosten sind noch nicht vollständig bezifferbar

Nun wolle man versuchen, die Kobra auf Fotos zu identifizieren, die die Behörden zu einem früheren Zeitpunkt in dem Haushalt des Schlangenhalters gemacht hatte. Die Behauptung des Mannes, die Schlange sei vermutlich zugelaufen, nannte die Stadt in einer Mitteilung "absurd".

Noch immer seien die Kosten nicht vollständig bezifferbar: "Wir gehen aber von einem mittleren fünfstelligen Betrag aus", sagte der Stadtsprecher. Tagelang hatten Feuerwehrleute in dem Haus und in der Umgebung nach dem hochgiftigen Tier gesucht bis es schließlich eingefangen. 30 Bewohner mussten ihre Wohnungen tagelang verlassen.

Update, 1. September, 11.20 Uhr: "Die Schlange ist wohlauf", sagte Nina-Maria Haupt, Pressesprecherin der Stadt Herne. Nachdem die Kobra nach tagelanger Suche am Freitag endlich eingefangen werden konnte, bleiben noch immer einige Fragen offen. 

Dem Tier indes geht es aber gut. Das 1,60 Meter lange Tier ist jetzt bei einem Reptilienexperten untergebracht. Der Besitzer verzichtete der Stadt gegenüber auch auf die 22 weiteren Schlangen, die er in seiner Wohnung hielt. Auch sie wurden bei einem Experten untergebracht.

Wer bezahlt den Einsatz in Herne?

Offen ist nach wie vor die Schuldfrage. Denn daran hängt auch, wer den Einsatz überhaupt bezahlen muss. Behörden und Anwohner in Herne waren fast eine Woche in Alarmbereitschaft. 

Ebenso stellt sich die Frage, warum der Rasen hinter dem Haus erst am Freitag gemäht worden ist. Bereits vorher hatte man gewarnt, nicht ins Hohe Gras zu gehen, da sich auch dort die Schlange versteckt haben könnte. Das Gras zu stutzen, daran hatte offenbar niemand gedacht. 

Update, 30. August, 20.07 Uhr: Aufatmen in Herne: Die hochgiftige Kobra konnte unter einer Stufe am Kellereingang gefangen werden! Das berichtet die Stadt Herne auf ihrer Facebook-Seite. Bei dem Eingriff sei niemand verletzt worden: 

Ebenfalls postete die Stadt Herne auf Facebook ein Video vom Fang der Kobra: 

Update, 30. August, 17.30 Uhr: Die tagelang gesuchte Giftschlange ist in Herne gesichtet worden. Sie wurde am Freitagnachmittag von einem Mitarbeiter des Stadtbetriebs Castrop-Rauxel in einer Kelleröffnung entdeckt. Er sprach von einem "gelb-goldfarbigen Tier", das sich sofort wieder Richtung Keller des betroffenen Wohnhauses zurückgezogen habe. "Schlange am Haus entdeckt. Kobra wird isoliert. Schlangenexperte ist bereits kontaktiert", teilte die Stadt mit.

Hochgiftige Monokelkobra in Herne entdeckt

Die hochgiftige Monokelkobra mit einer geschätzten Länge von mindestens 1,40 Metern war am Sonntag in einem Treppenhaus des Gebäudes von einer Bewohnerin entdeckt worden. Seitdem war das Tier nicht mehr gesichtet worden. Mit großem Aufwand wurde das Wohnhaus in den vergangenen Tagen von Experten durchsucht.

Der Wohnkomplex war am vergangenen Sonntag aus Sicherheitsgründen evakuiert worden. Die 30 Bewohner der Häuser mussten ihre Wohnungen verlassen. Am Freitag durften sie zunächst wieder zurück. Dachboden und Keller wurden aber versiegelt und der Zutritt untersagt.

Die Stadt vermutet, dass das Tier aus der Wohnung eines Mieters stammt, in der dieser 20 Giftschlangen hielt. Der Mann bestritt dies jedoch bislang.

Giftschlange in Herne: Bewohner dürfen in Wohnungen zurück

Update, 30. August, 15:20 Uhr:

Herne - Im Fall der Giftschlange von Herne will die Stadt den ausquartierten 30 Bewohnern in dem Wohnkomplex ermöglichen, in ihre Wohnungen zurückzukehren, obwohl die Schlange sich nach wie vor in dem Gebäudekomplex aufhalten soll. Nach der Durchsuchung durch Experten der Feuerwehr Düsseldorf sei man "absolut sicher", dass sich die Schlange nicht mehr im Hausflur und in den Wohnungen befinde, sagte Ordnungsdezernent Johannes Chudziak am Freitag in Herne. Der Dachboden und der Keller würden amtlich versiegelt. Zwei Mal am Tag würden die Siegel kontrolliert. 

Stadt Herne: Schlange wird an Wasser- und Futtermangel sterben

"Wir gehen davon aus, dass wir die Schlange durch unsere Maßnahmen im Gebäude isoliert haben und diese aufgrund von Wasser- und Futtermangel verenden wird." Die erwogene Möglichkeit einer Begasung der Gebäude werde zurückgestellt.

Update, 30. August, 13 Uhr:

Man wisse weiterhin nicht, wo die Schlange ist, sagte ein Stadtsprecher am Freitag. Es seien keine Spuren entdeckt worden. Das Abdichten der Räume mit Folie und Bauschaum soll verhindern, dass die Giftschlange in diese Räume gelangen oder sie aus einem möglichen Versteck verlassen kann.

Eine Absperrung der Stadt Herne steht vor mehreren Mehrfamilienhäusern. Die Reptilienexperten der Feuerwehr Düsseldorf haben ihre Durchsuchungen abgeschlossen.

Reptilienexperten der Feuerwehr Düsseldorf hatten am Mittwoch mit der Durchsuchung des Gebäudes begonnen. Der Einsatz dieser Spezialisten ist der Stadt Herne zufolge vorerst beendet. "Sie haben die Räume, zu denen die Schlange theoretisch Zugang gehabt haben könnte, durchsucht und abgedichtet", erläuterte der Stadtsprecher. Am Nachmittag soll über das weitere Vorgehen informiert werden.

Die Stadt halte es weiterhin für wahrscheinlich, dass sich die Schlange in dem Gebäudekomplex aufhält. Bei einer erfolglosen Suche gibt es nach früheren Angaben der Stadt auch die Option, das Haus zu begasen und die Schlange damit sicher zu töten. Dabei würde das Haus in Folie verpackt und 24 Stunden lang mit Gas vollgepumpt.

Update, 29. August, 16:38 Uhr:

Herne - Die Giftschlange von Herne bleibt verschwunden. Am Donnerstag setzten Reptilienexperten der Feuerwehr Düsseldorf ihre Suche in einer Wohnanlage im Stadtteil Holthausen fort - bis zum Nachmittag ohne Erfolg.

"Sie haben beim Durchkämmen der einzelnen Räume vom Keller bis zum Dach gute Fortschritte gemacht - allerdings ohne die Schlange zu finden", sagte ein Stadtsprecher. Parallel bereite man weitere Maßnahmen vor, die flüchtige Monokelkobra mit einer geschätzten Länge von mindestens 1,40 Meter zu fangen. So sollen auch Köder ausgelegt werden, um die Schlange zu locken. "Wir tun alles, was möglich ist".

Antiserum liegt in der Uniklinik Düsseldorf bereit

Vor Ort waren auch Einsatzkräfte der Feuerwehr Herne, unter anderem ein Notarzt und ein Rettungswagen. Sollte bei der Suche ein Feuerwehrmann von der hochgiftigen Schlange gebissen werden, wird in der Uniklinik Düsseldorf ein Antiserum bereit gehalten. Im Notfall könne es "in kürzester Zeit" nach Herne gebracht werden, hatte Marco Diesing von der Feuerwehr Herne am Mittwoch gesagt.

Reptilienspezialisten der Feuerwehr Düsseldorf besprechen sich, um weiter nach der Giftschlange zu suchen.

Bleibt die Suche auch in den nächsten Tagen ohne Erfolg, soll als letztmögliche Option das Haus begast werden. Dabei würde das Haus in Folie verpackt und 24 Stunden lang mit Gas vollgepumpt. 

"Wir hoffen weiter, das Tier zu finden"

Die gesamte Maßnahme würde rund 14 Tage dauern. Vorsorglich habe sich die entsprechende Fachfirma bereits ein Bild von der Lage gemacht, sagte der Sprecher weiter. "Wir hoffen aber weiter, das Tier zu finden."

Update, 29. August, 11.32 Uhr:

Bei der Suche nach einer hochgiftigen Schlange in Herne durchsuchen Feuerwehrleute weiterhin akribisch die evakuierten Wohnhäuser. "Sie haben beim Durchkämmen der einzelnen Räume vom Keller bis zum Dach gute Fortschritte gemacht - allerdings ohne die Schlange zu finden", sagte ein Stadtsprecher am Donnerstag. Parallel bereite man weitere Maßnahmen vor, die flüchtige Monokelkobra mit einer geschätzten Länge von mindestens 1,40 Meter zu fangen. So sollen auch Köder ausgelegt werden, um die Schlange zu locken. "Wir tun alles, was möglich ist".

Bleibe die Suche auch in den nächsten Tagen ohne Erfolg, müsse als letztmögliche Option das Haus begast werden. Dabei würde das Haus in Folie verpackt und 24 Stunden lang mit Gas vollgepumpt. Vorsorglich habe sich die entsprechende Fachfirma bereits ein Bild von der Lage gemacht, sagte der Sprecher weiter. "Wir hoffen aber weiter, das Tier zu finden", sagte der Stadtsprecher.

Update, 28. August, 12:24 Uhr: 

Herne - Bei der Suche nach einer Giftschlange in evakuierten Mehrfamilienhäusern bekommt die Stadt Herne nun auch Unterstützung von der Feuerwehr Düsseldorf. Ein Team erfahrener Experten werde im Laufe des Mittwochs anreisen, teilte die Stadt mit. Die Fachleute würden sich zunächst mit den Herner Kollegen beraten und gegebenenfalls weitere Maßnahmen planen. Zusätzlich erwartet die Stadt im Laufe des Tages Mitarbeiter einer Spezialfirma.

Die Stadt hält es für wahrscheinlich, dass sich das gefährliche Tier noch in einem der Häuser befindet. Die 30 Bewohner der Häuser mussten ihre Wohnungen verlassen. Weitere Einzelheiten zum Stand der Suche nach der Schlange will die Stadt am Mittwochnachmittag bekannt geben.

Drama um Giftschlange alarmiert auch Politiker

Update, 28. August, 7:01 Uhr: 

Nach tagelanger Aufregung über die entwischte Gift-Kobra in Herne mehren sich Forderungen nach deutlich strengeren Auflagen für private Halter von gefährlichen Tieren. Nordrhein-Westfalens Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) sagte bereits am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur: "Ich persönlich bin gegen die Haltung sehr gefährlicher Tierarten in Wohnungen oder Häusern." Bisher gelten im bevölkerungsreichsten Bundesland für die Haltung wildlebender Tiere in Privathaushalten kaum Vorgaben, solange Artenschutz-Regeln erfüllt werden.

"Besonders gefährliche und hochgiftige Tiere gehören nicht in Privatwohnungen", forderte auch der nordrhein-westfälische Grünen-Landtagsabgeordnete Norwich Rüße. Für potenziell tödliche Tiere wie Giftschlangen, Skorpione, Krokodile oder Raubkatzen solle ein Haltungsverbot gelten. "Ich werde mich auf Landesebene dafür einsetzen, dass die Haltung giftiger Tiere in Nordrhein-Westfalen verboten wird", kündigte auch der Herner SPD-Landtagsabgeordnete Alexander Vogt an.

Gefahrtiergesetz war 2014 an den Kommunen gescheitert

SPD und Grüne hatten bereits 2014 - damals als Regierungsfraktionen - ein Gefahrtiergesetz angestrebt. Der Vorstoß war aber vor allem am Widerstand der Kommunen gescheitert.

Die vermutlich am Sonntag aus einer Privatwohnung entwischte Kobra aus Herne-Holthausen war am Dienstagabend immer noch verschwunden. Etwa 30 Hausbewohner konnten damit weiter nicht in ihre Wohnungen zurück.

So sieht sie aus: die Monokelkobra.

Update 27. August, 16:45 Uhr: 

Die Suche nach einer entwischten Giftschlange in Herne geht weiter: Die Stadt geht davon aus, dass sie sich weiter in dem Wohngebäude aufhält, in dem sie am Sonntag im Treppenhaus gesichtet worden war. Die vier miteinander verbundenen Wohnhäuser bleiben bis auf Weiteres gesperrt, wie Ordnungsdezernent Johannes Chudziak am Dienstagnachmittag in Herne sagte.

"Unsere Hoffnung, dass sich unter den gestern sichergestellten Tieren die am Sonntag gesichtete Schlange befindet, hat sich zerschlagen", sagte Chudziak. Die Stadt hatte in der Wohnung des mutmaßlichen Besitzers der hochgiftigen Monokelkobra 20 weitere Schlangen entdeckt. Daher war zunächst unklar, ob die Kobra vielleicht selbstständig zurück gekehrt war.

"Nicht durch hohes Gras laufen"

Der Dezernent rief die Bevölkerung in der Umgebung des Hauses zu Wachsamkeit auf. Man solle etwa vermeiden, durch hohes Gras zu laufen. "Lärm und Erschütterungen sollen abschreckend auf die Schlange wirken", riet Chudziak: "Sollten Sie die Schlange sehen, halten Sie sich fern und informieren Sie umgehend den Notruf 110 oder 112." Am Mittwoch werde sich eine Fachfirma vor Ort ein Bild der Lage machen und über das weitere Vorgehen beraten.

Ein Krankenwagen und Fahrzeuge der Feuerwehr stehen in einer Straße. Wegen einer entwischten Kobra sind im nordrhein-westfälischen Herne vier Häuser vorsorglich evakuiert worden.

Update 27. August, 10.15 Uhr: 

Die entwischte Kobra aus Herne ist immer noch verschwunden. Das sagte ein Sprecher der Stadt am Dienstag. Für die Anwohner bedeute das: Sie dürften weiterhin nicht in ihr Zuhause. "Das ist natürlich kein schöner Zustand für die Anwohner, aber wir müssen die Sicherheit vorgehen lassen." Die hochgiftige Monokelkobra war vermutlich am Sonntag aus einer Privatwohnung in einem Wohngebiet ausgebüxt. Um sie zu finden, wurde unter anderem Mehl verstreut. Im Laufe des Dienstags solle geprüft werden, ob die Schlange Spuren im Mehl hinterlassen habe, erklärte der Sprecher.

Update 26. August, 17.15 Uhr: 

Die Suche nach der Kobra dauert weiter an - eine Begehung der evakuierten Wohnhäuser blieb erfolglos. Nun gibt es aber neue Hinweise, wie die Stadt Herne mitteilt: "Anhand von Fotos der Schlange, die gesichtet worden ist, und einer Schlangenhaut, die im Keller des Hauses sichergestellt worden ist, soll nun abgeglichen werden, ob es sich bei der gesichteten Schlange nicht doch mit hoher Wahrscheinlichkeit um eines der sichergestellten Tiere handelt."

Dem betroffenen Mieter wurde die Haltung von Schlangen bis auf Weiteres untersagt. Seine Tiere werden aktuell für den Transport vorbereitet. Die Sicherheitsmaßnahmen vor Ort bleiben bestehen. 

Entwischte Kobra in Herne: Suche im Treppenhaus blieb ohne Erfolg

Update, 26. August, 13.50 Uhr:

Die aus einer Privatwohnung in Herne entwischte Giftschlange bleibt vorerst verschwunden. Bei einer Suche in den Treppenhäusern von vier zusammenhängenden Mehrfamilienhäusern fanden drei Reptilienexperten am Montagmittag keine Spur der Schlange.

Die hochgiftige Monokelkobra mit einer geschätzten Länge von 1,40 bis 1,60 Metern war am Sonntag aus der Wohnung eines Bewohners entflohen und von einer Nachbarin im Hausflur entdeckt worden. Der Mann hält in seiner Wohnung rund 20 Giftschlangen.

Update, 26. August, 8.49 Uhr:

In Herne geht die Suche nach einer entwischten Kobra weiter. "Sie ist immer noch flüchtig", sagte ein Sprecher der Polizei am Montagmorgen. Bisher wisse man noch nicht, "wo sie hingeschlängelt ist". Die Polizei unterstütze die Stadt bei der Suche nach dem giftigen Tier, das am Sonntag einem Schlangenhalter in Herne entwischt war. 

Einsatzkräfte der Feuerwehr bringen Material zum Wohnhaus.

Update, 26. August, 5.40 Uhr:

Mit doppelseitigem Klebeband und Mehl auf Schlangenjagd: Wegen einer entwischten Kobra sind im nordrhein-westfälischen Herne vier Häuser vorsorglich evakuiert worden. Die Schlange dürfe nicht angefasst werden, warnte die Stadt am Sonntagabend. Wer sie sehe, solle den Notruf wählen. Die 30 Bewohner der geräumten Häuser kamen bei Freunden und Verwandten sowie in einer städtischen Notunterkunft unter. In den betroffenen Zimmern sei Mehl ausgelegt worden, sagte ein Stadtsprecher. Das Ziel ist den Angaben zufolge, dass die Schlange dort Spuren hinterlässt und so gefunden wird. Aus demselben Grund wurde doppelseitiges Klebeband auf dem Boden angebracht.

Das Tier war am Sonntagnachmittag jemandem entwischt, der Schlangen hält. Das Tier wurde dann im Hausflur gesehen. Es sei nicht ausgeschlossen, dass die Schlange sich mittlerweile außerhalb des Hauses aufhalte. In einem Radius von 500 Metern um das Haus sei deshalb besondere Vorsicht geboten. Türen und Fenster sollten geschlossen bleiben, warnte die Stadt. Über die App Katwarn warnte auch die Feuerwehr Herne vor der giftigen Schlange. Lüftungs- und Klimaanlagen sollten abgeschaltet werden.

Im Hausflur wurde Mehl gestreut.

Was wir bisher berichtet haben (25. August 2019):

Nach ersten Informationen hatten Bewohner die Schlange in einem Mehrfamilienhaus gesichtet. In dem Haus soll ein Reptilienhalter leben. Kobras sind Schlangen, deren Gift für Menschen potenziell tödlich ist.

Der Recklinghäuser Reptilienexperten Frank Izaber, der in schwierigen Fällen häufig von Polizei und Feuerwehr hinzugezogen wird, ist in die Suche eingebunden, er ist sich nach dem Austausch mit weiteren Spezialisten über Beobachtungen und Fotos sicher, dass es sich tatsächlich um eine hochgiftige Kobra handelt. Als Vorsichtsmaßnahme sollen bereits drei Häuser evakuiert worden sein.

In Mülheim hatte eine ausgebüxte Kobra im Jahr 2010 für großes Aufsehen gesorgt und die Menschen aus einer Wohnsiedlung drei Wochen in Atem gehalten. Nach langer Suche war das Tier auf einem ausgelegten Klebestreifen verendet. Die Gesamtkosten des Einsatzes von Feuerwehr und Experten betrug rund 100.000 Euro.

Ein Großeinsatz der Polizei in Oer-Erkenschwick sorgt an der Knappenstraße für Aufsehen. Es sollen Schüsse gefallen sein. Das SEK musste eingreifen.

Die Feuerwehr Herten ist am Freitag (30.8.) nach Herten-Süd ausgerückt. Dort ist in einer 1000 Quadratmeter großen Lagerhalle ein Feuer ausgebrochen.

Mit dpa-Material

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