Schwurgericht

Angebliche Notwehr: Zeugen beschreiben Opfer im Mordprozess als "ganz ruhige Seele"

Im Juni soll ein 40-jähriger Dortmunder seinen Nachbarn erstochen haben. Im Prozess vor dem Schwurgericht schildern Zeugen das Opfer als "ruhige und ausgeglichene Person".

Laut Anklage stach der 40-Jährige zu, weil er das Auto seines Nachbarn in seinen Besitz bringen wollte. Er selbst behauptet dagegen, er sei als erstes von dem 66-jährigen Rentner angegriffen worden und habe sich mit dem Messer nur gewehrt.

Dass der Senior den Angeklagten attackiert haben könnte, halten seine Freunde und Verwandten jedoch für unvorstellbar. "Das war eine ganz ruhige Seele", sagte ein Zeuge am Montag. "Er hatte ein völlig normales Verhältnis zu seinen Mitmenschen." Ein Verwandter ging sogar noch einen Schritt weiter: Der 66-Jährige habe nicht mal eine Fliege umbringen können, wenn diese ihn nervte. "Er war ein richtiger Naturbursche und ein ganz toller Mensch." Das schlimmste Wort, was er einmal aus dem Mund des Rentners gehört habe, sei "Penner" gewesen. Das sage doch wohl schon alles.

Aggressiv und aufbrausend

Auch der Enkel des Opfers konnte und wollte nichts Schlechtes über seinen Opa sagen. Über den Angeklagten dagegen schon. "Als ich ihm zu Silvester ein frohes neues Jahr gewünscht habe, hat er nur geantwortet: Ich wünsche dir einen guten Rutsch in den Tod", sagte der Zeuge den Richtern.

Dass der Angeklagte ein aggressiver und aufbrausender Typ sein soll, behauptet auch die Ex-Verlobte des Mannes. "Er war nicht ganz normal", heißt es in einer Vernehmung der Frau durch die Polizei. "Wenn er unter Alkohol und Drogen stand, konnte er richtig aggressiv werden." Sie selbst und auch die gemeinsamen Kinder seien regelmäßig geschlagen worden.

Der Prozess wird fortgesetzt.

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