Science-to-Business-Center

Evonik will Forschung in Marl ausbauen

MARL - Der Chemiekonzern Evonik will seine Forschungsaktivitäten am Standort Marl ausweiten. Das kündigte Vorstandsvorsitzender Dr. Klaus Engel bei einem Besuch in Marl an.

Dort zeichnete NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) die Evonik-Forschungszentren („Science-to-Business-Center“) gestern als „Ort des Fortschritts“ aus.

In Marl gibt es bislang drei Science-to-Business-Center, in denen Grundlagenforschung, Produktentwicklung und Pilotproduktion unter einem Dach angesiedelt sind. Ihr Auftrag ist es, neueste wissenschaftliche Erkenntnisse möglichst schnell und effizient in erfolgreiche Produkte zu überführen. Das ist in der Vergangenheit beispielsweise bei einer keramischen Membran gelungen, die den sicheren Einsatz von Lithium-Ionen-Akkus in Elektrofahrzeugen möglich macht. Das Produkt stammt aus dem 2005 eröffneten Forschungszentrum für Nanotechnologie. Dort wird im Moment an neuartigen Leichtbaukonzepten für Kraftfahrzeuge auf der Basis von Kohlenstofffasern gearbeitet. Ziel sei es, mehr als 40 Prozent des Gewichts einzusparen.

In den Labors der Weißen Biotechnologie (Einweihung 2007) forschen Spezialisten nach Möglichkeiten, nachwachsende Rohstoffe zur Grundlage industrieller Herstellungsprozesse zu machen, um das endliche Erdöl zu ersetzen. In der Kosmetik, in der Medizin und in der Ernährung wird der Biotechnologie nach Einschätzung von Experten eine Schlüsselrolle zukommen. „Wir stehen immerhin vor der Aufgabe, neun Milliarden Menschen auf der Welt zu ernähren“, meinte Evonik-Chef Engel.

Im Science-to-Business-Center Eco2 beschäftigen sich Wissenschaftler und Praktiker aus der Industrie seit 2008 mit den zukunftsträchtigen Feldern Klimawandel und Energieeffizienz. Geforscht wird zum Beispiel nach Systemen für Gebäude, die isolieren und gleichzeitig auch Energie erzeugen. Oder nach Wegen, der Atmosphäre das CO2 zu entnehmen und es so umzuwandeln, dass es wieder als Rohstoff für Chemieprodukte eingesetzt werden kann.

Mehr als 500 Forschungsprojekte würden am Standort Marl verfolgt, erklärte Wissenschaftsministerin Svenja Schulze für die Landesregierung, die die Science-to-Business-Center mit Millionensummen unterstützt. Evonik selbst steckt nach Angaben von Klaus Engel jährlich mehr als 300 Mio. Euro in seine konzernweiten Forschungsaktivitäten. Auch die Errichtung eines vierten Science-to-Business-Centers in Marl schließt er nicht aus. „Wir haben da einige Ideen“, sagte er. Projekte, die er mit der Wissenschaftsministerin bereits erörtert habe, die aber noch nicht spruchreif seien.

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