Für ein Seifenkistenrennen

Zehnjähriger hat ein Schiff auf Rädern gebaut

WICHLINGHOFEN - Für ein Rennen hat der zehnjährige Theo Neuwald eine Seifenkiste gebaut, die aussieht wie ein Schiff. 300 Stunden Arbeit hat er mit Unterstützung seiner Familie investiert. Jetzt ist sein besonderes Werk ein Ausstellungsstück.

Theo Neuwald ist ein Tüftler. Auf dem roten Teppich in seinem Kinderzimmer liegen Hunderte Legosteine kreuz und quer durcheinander. Was aussieht wie Chaos, hat aber alles System. Wann immer der Zehnjährige Zeit hat, widmet er sich seinen Lego-Projekten. Er baut gerne Autos und besonders gerne Schiffe, vor allem Seenotrettungsboote.

Der Seenotrettung gilt, neben dem Lego und dem Spielen mit seinen Freunden, Theo Neuwalds großes Interesse. Das hat mit seinem Opa zu tun, sagt Theo, der in die vierte Klasse der Wichlinghofer Grundschule geht.

Ein entscheidender Ausflug

Der Opa, selbst ein Segler, ist nämlich Spendenmitglied der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. "Er hat uns immer die Jahresmagazine gegeben und da habe ich dann Gefallen dran gefunden", sagt Theo Neuwald.

Ein Ausflug mit seinem Opa war es auch, der Theo Neuwald auf die Idee brachte, an einem Seifenkistenrennen teilzunehmen. Als sie im Sommer mit einer Dampflok fuhren, sah Theo Neuwald ein Plakat, das für das bekannte Seifenkistenrennen in Krefeld warb. Und dann entschied er, dass er an diesem Seifenkistenrennen teilnehmen würde.

Die Idee kam auf Helgoland

Er brauchte nur eine gute Idee für eine schicke Seifenkiste. Die Idee kam ihm dann beim Sommerurlaub mit seiner Familie auf Helgoland. "Da waren wir nämlich an Bord des Seenotrettungskreuzers Herman Marwede", sagt Theo Neuwald. Er entschied: Seine Seifenkiste soll aussehen wie ein Seenotretterboot.

Wieder zu Hause machte er sich mit Papa Jürgen Neuwald und Bruder Helge direkt an die Arbeit. Weil ein Seenotretter als Konstruktionsvorlage wegen der vielen Feinheiten zu kompliziert gewesen wäre, entschieden sie sich, das rot-weiße Sammelschiffchen der Seenotretter als Vorbild zu nehmen.

300 Arbeitsstunden in der Tischlerei

Theos Onkel half bei den Bauplänen und ein Freund seines Vaters stellte ihnen seine Tischlerei zum Arbeiten zur Verfügung. Einen Monat lang haben die Neuwalds an der Seifenkiste gebaut und getüftelt. Jürgen Neuwald schätzt, dass es 300 Arbeitsstunden waren. "Ich habe geholfen, wo ich konnte", sagt Theo.

Pünktlich zum Rennen am 3. September war sein Schiffchen auf Rädern fertig. Im roten Rennanzug stieg er - unter dem Jubel seiner ganzen Familie - in sein Gefährt und sauste die 500 Meter lange Strecke in 31 Sekunden hinunter - er fuhr die sechstschnellste Zeit und bekam den dritten Preis für die schönste Seifenkiste.

"Fast geschrottet"

"In einer Kurve war ich viel zu schnell. Ich bin nur noch auf zwei Rädern gefahren", erzählt Theo und beugt seinen Körper ein wenig nach links. "Ich hab die Seifenkiste fast geschrottet." Aber am Ende sei er ohne Kratzer hinuntergekommen, sagt er stolz. Das sei auch gut so. Schließlich sei das ja ganz schön viel Arbeit gewesen.

Damit die weiterhin sichtbar bleibt, hat er jetzt seine Seenotretter-Seifenkiste als Dauerleihgabe an die Seenotrettung übergeben, die sie nun als Ausstellungsstück in Bremen präsentiert.

"Schön, wenn man Leben retten kann"

Wenn Theo Neuwald alt genug ist, dann möchte er selbst Seenotretter werden. "Ich finde es schön, wenn man anderen das Leben retten kann." Und so lange tüftelt er mit Legosteinen an den neusten Bootkonstruktionen.

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