Serien-Gewalttäter

Häftling weiter flüchtig: "Vorsorgliche Schutzmaßnahmen"

Werl (dpa/lnw) - Nach der Flucht eines gefährlichen Häftlings aus der aus der Sicherungsverwahrung JVA Werl hat die Polizei Schutzmaßnahmen für bestimmte Personen ergriffen.

Es gebe "vorsorgliche Schutzmaßnahmen" für einige Personen "unter anderem aus dem Justizbereich", die als möglicherweise gefährdet einzustufen seien, sagte ein Polizeisprecher am Montag in Bielefeld. Genauere Angaben zu den Personen oder den Maßnahmen machte er nicht. Bei der Suche nach dem Mann würden "neuralgische Punkte" - etwa Bahnhöfe oder öffentliche Plätze - und frühere soziale Kontakte des 31-Jährigen besonders kontrolliert. Man habe mehrere Hinweise aus der Bevölkerung erhalten, die noch nicht alle ausgewertet seien. Es gebe bislang keine heiße Spur. Berichte, dass der Sicherungsverwahrte eine "Todesliste" erstellt habe, bestätigten die Polizei in Bielefeld und auch das NRW-Justizministerium auf Anfrage ausdrücklich nicht. Man habe "keinerlei" Erkenntnisse über eine solche Adressliste, betonte auch der stellvertretende Leiter der JVA Werl, Jörg-Uwe Schäfer. Mehrere Medien hatten zuvor über eine "Todesliste" und Äußerungen des Serien-Gewalttäters berichtet, er wolle mehrere Menschen umbringen. Der Mann war am vergangenen Mittwoch in Bad Salzuflen bei einem Familienbesuch zwei begleitenden Beamten entkommen und mit dem Auto der Eltern geflüchtet. Seit Donnerstag wird europaweit nach ihm gefahndet. Laut JVA hatte der heute 31-Jährige nach einer Reihe von Straftaten 2014 einem Mann ins Bein geschossen, war seit Januar 2015 in Haft und seit März 2018 in Sicherungsverwahrung untergebracht.

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