Shopping in Dortmund

Der Black Friday verspricht starke Schnäppchen, doch Vorsicht vor Abzockern

Der Black Friday ist ein potenzieller Feiertag für Dortmunds Shopping-Begeisterte. Die Geschäfte werben mit bis zu 50 Prozent Rabatt - nur ist nicht jedem Schnäppchen unbedingt zu trauen.

Seit Jahrzehnten ist der Tag nach Thanksgiving in den USA der Einkaufstag des Jahres. Viele Amerikaner nehmen sich den Tag extra frei, um möglichst viel Zeit zum Shoppen zu haben. Denn am Black Friday versuchen Online-Shops und Einkaufsgeschäfte, sich gegenseitig mit Rabatten zu unterbieten. Doch nicht nur in den USA, auch in Dortmund kann man an dem Tag richtige Schnäppchen machen.

Denn wie viele andere amerikanische Trends hat es auch der Black Friday inzwischen über den großen Teich geschafft. So werden am 23.11. (Freitag) auch Geschäfte wie Karstadt oder Saturn am Westenhellweg mit starken Preisnachlässen locken.

Doch bei all den vermeintlichen Schnäppchen sollte man sich nicht zu übermäßigen Käufen hinreißen lassen, warnt die Verbraucherzentrale NRW. Viele Käufer würden sich von den lukrativen Angeboten verleiten lassen, viel zu viel zu kaufen und sich damit letzten Endes finanziell übernehmen.

Achtung vor Null-Prozent-Finanzierungen

Gerade die von vielen Geschäften angebotene Null-Prozent-Finanzierung sei mehr Schein als alles Andere. "Grundsätzlich möchte der Händler mit der Finanzierung ein besseres Geschäft machen. Wer ein Produkt über eine "Null-Prozent-Finanzierung" kauft, schließt tatsächlich einen Kredit bei einem Kreditinstitut ab, mit dem der Händler kooperiert", warnt Helene Schulte-Bories, Leiterin der Verbraucherzentrale in Dortmund.

So könnten sich etwa zusätzliche Kosten im Kleingedruckten verstecken. Auch die ursprünglichen Raten können nicht ausreichen um den vollen Betrag zurückzahlen, weswegen den Käufer am Ende doch noch eine große Zahlung erwartet.

Es besteht auch die Möglichkeit, dass der Händler bereits mit der Null-Prozent-Finanzierung kalkuliert hat und vorher den Preis dementsprechend angehoben hat. Daher sei es wichtig die Angebote der Händler vorher zu vergleichen. Insbesondere da Rabatte nicht auch automatisch Schnäppchen bedeuten: "Viele der fantastischen Sparpreise beruhen auf einem Vergleich mit unverbindlichen Preisempfehlungen der Hersteller (UVP). Tatsächlich kassiert jedoch kaum ein Händler die UVP", sagt Schulte-Bories.

Black Friday-Rabatte: mehr Schein als Schnäppchen

Die realen Preise würden weit darüber liegen. So hätten Stichproben der Verbraucherzentrale in den letzten Jahren gezeigt, dass die tatsächlichen Rabatte bei unter 20 Prozent lagen - weit entfernt von den tatsächlichen 50 Prozent.

Wer jetzt lieber vom heimischen Sofa aus auf Schnäppchenjagd gehen will, muss aber gerade hier besondere Vorsicht walten lassen.

Am "Black Friday" kann man schnell auf schwarze Schafe unter den Online-Shops reinfallen. "Ob es bei den Angeboten im Online-Handel immer mit rechten Dingen zugeht, ist selbst für Experten kaum auf den ersten Blick erkennbar. Internetfälscher, die Kunden nur ans Geld wollen, gehen immer perfekter und perfider ans Werk", warnt Schulte-Bories.

Auch Amazon ist nicht zu 100 Prozent sicher

Da ist es am Sichersten bei altbekannten Shops zu bleiben, sollte man meinen. Branchenriese Amazon bietet sich da geradezu an, vor allem da bereits ab dem 19.11. (Montag) die Cyber-Monday-Woche mit weiteren Angeboten lockt. Doch auch hier ist bei manchen Deals Vorsicht geboten. Denn: Betrüger die vor allem Technikartikel zu Dumpingpreisen anbieten, gibt es auch bei Amazon. Hier empfiehlt Schulte-Bories: "Waren nur an der sicheren Amazon-Kasse kaufen." Soll man in Vorkasse treten, heißt es eindeutig: Finger weg!

Wenn es trotzdem zu dem ein oder anderen Fehlkauf kommen sollte, gibt es bei einigen Händlern immer noch die Chance kostenlos zu stornieren. Kommt es da zu Schwierigkeiten, rät die Expertin vom Widerrufsrecht Gebrauch zu machen: "Dieses ist bei einem Onlinekauf in der Regel ohne Angabe von Gründen bis zu 14 Tage nach Lieferung des Produkts gegeben."

Achtung vor ausländischen Shops

Vorsicht gilt hier bei ausländischen Online-Shops - die haben nämlich meistens keine deutsche Rücksendeadresse. Da kann die Rücksendung mitunter schon mal teurer werden als das eigentliche Produkt. "Außerdem kann es bei Bestellungen aus dem Ausland gut sein, dass diese beim Zoll landen", meint Schulte-Bories.

Abschließend hat die Expertin noch einen Tipp für Online-Schnäppchenjäger: "Mit dem Black Friday endet keinesfalls der Prozente-Rummel im Netz. Geshoppt werden sollte deshalb stets unter dem Motto: "Schnäppchenzeit ist immer!"

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