Sieg muss her

Wie wird sich Schalke gegen Bremen schlagen?

Gelsenkirchen - Vor harten Entscheidungen hat Domenico Tedesco keine Angst. Am Freitag in Bremen wird er ganz sicher wieder welche treffen.

Denn der Schalker Trainer stellte in der Pressekonferenz vor der Partie (20.30 Uhr, Eurosport-Player) im Weserstadion fest: „Nach einem 0:4 gegen Fortuna Düsseldorf können wir nicht normal zur Tagesordnung übergehen. Deshalb wird es sicherlich etwas geben.“

Wen es treffen wird, wollte Tedesco nicht verraten. Nach Informationen dieser Zeitung sind auf jeden Fall Amine Harit und Hamza Mendyl betroffen, die nicht mit nach Bremen gefahren sind. Laut „Bild“ soll Tedesco auch noch Mark Uth aus dem Kader gestrichen haben. Das wäre eine Überraschung.

Tedesco will keine Lippenbekenntnisse von seinen Kickern mehr hören. „Die Spieler müssen nicht nach dem Spiel sagen, der Trainer ist der Richtige, er gibt uns den richtigen Plan mit. Das braucht kein Mensch, auch ich nicht. Sie müssen es auf dem Platz zeigen“. Nach sechs Spielen ohne Sieg in Folge und nur noch vier Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz müssen die Schalker Spieler am Abend beweisen, dass sie den Ernst der Lage erkannt haben. Tedesco betonte noch einmal, worauf es jetzt ankommt: „Wir befinden uns im Abstiegskampf. Deshalb zählt für mich in erster Linie der Charakter des Spielers“.

Salif Sané auf der Bank?

Doch in dieser Hinsicht gibt es viele Defizite im Kader. Sogar Abwehrchef Salif Sané könnte betroffen sein. Der Defensivspezialist hat zwar als einziger Schalker Spieler in dieser Saison noch keine Bundesligaminute gefehlt, aber das muss in der prekären Situation der Blau-Weißen nichts heißen.

Denn gegen Düsseldorf leistete sich der 28-Jährige unzählige Abspiel- und Stellungsfehler, so dass sich Tedesco genötigt sehen könnte, Sané pausieren zu lassen. Das gilt mit noch größerer Wahrscheinlichkeit für Hamza Mendyl, der auf der linken Außenbahn bisher eine glatte Fehlbesetzung ist. Deshalb ist Tedesco froh, dass Bastian Oczipka seine Entzündung am Zeh überwunden hat und wieder spielen kann.

Weston McKennie ist wieder fit

Das gilt auch für Weston McKennie, der nach seinen Oberschenkelproblemen wieder fit ist. Der US-Boy hat Spielern wie Omar Mascarell und Sebastian Rudy längst den Rang abgelaufen. Beide können nach den letzten Trainingseindrücken froh sein, wenn sie zum Kader gegen Bremen gehören. Ob Schalke überhaupt noch mit den beiden Mittelfeldspielern die Zukunft plant, ist aktuell mit einem großen Fragezeichen zu versehen. Genauso wie bei Amine Harit. Die junge Offensivkraft findet einfach nicht in die Spur, weil er wohl auch nicht so lebt und fokussiert ist, wie es sich für einen Profifußballer gehört.

Da ist sein Trainer ganz anders. Er lebt vor, dass er die Trendwende will und an sie glaubt. Selbst der große mediale Druck, der auf Tedesco lastet, scheint den 33-Jährigen nicht zu hemmen. „Wenn es der Mannschaft hilft, würde ich jeglichen Druck auf mich nehmen.

Es geht nicht darum, welche Kamera wohin zeigt“, betonte der Coach. Er sei „hundertprozentig überzeugt“, die richtigen Spieler auszuwählen. „Wir dürfen keine Alibis suchen, sondern müssen einfach Gas geben“, so Tedesco. Die 90 Minuten im Weserstadion werden zeigen, ob Trainer und Mannschaft noch eine Einheit sind. Wenn nicht, könnte sich schon am Samstag Schalkes Vorstand zu einer harten Entscheidung genötigt sehen.

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