Silvester-Unglück von Datteln

Angeklagter Gastronom: Hätte mich um Opfer kümmern sollen

DORTMUND/DATTELN - "Ich hätte alles zugeben sollen": Mit einer reumütigen Erklärung des angeklagten Dortmunder Gastronoms ist am Dienstag der Prozess um den schrecklichen Silvesterunfall am Dattelner Wellnesshotel Jammertal fortgesetzt worden.

Der 51-Jährige hatte zu Hause ein paar Sätze formuliert, am Ende war er jedoch so nervös, dass er sie überhaupt nicht vernünftig ablesen konnte. Der Inhalt war aber eindeutig. "Ich hätte schon damals sofort alles zugeben sollen", sagte der Dortmunder mit zittriger Stimme. "Und ich hätte mich auch um die Opfer kümmern sollen."

Stattdessen habe er den Kopf in den Sand gesteckt und gehofft, dass niemand herausfinden würde, dass er die umgestürzte Batterie in der Nacht auf dem 1. Januar 2016 gezündet hatte. "Ich war völlig verzweifelt", so der 51-jährige Gastronom. "Ich habe mein ganzes Leben wegschwimmen sehen."

Gastronom hatte sich hoch verschuldet

Nur ein dreiviertel Jahr vorher habe er sein Restaurant in Lütgendortmund übernommen und sich dabei bei seiner Familie hoch verschuldet. Aus diesem Grund habe er unter ganz besonderem Druck gestanden, und gehofft, dass alles normal weiterlaufe.

Dass die in Deutschland nicht frei verkäufliche Silvesterbatterie überhaupt umgefallen ist, führt ein Pyrotechniker auf eine Fehlfunktion zurück. Dadurch sei der Boden durchschlagen worden und die Box umgekippt. Bei dem Unfall waren mehrere Personen durch quer schießende Raketen verletzt worden. Einer Hotelangestellten musste sogar ein Unterschenkel amputiert werden.

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