Silvester-Unglück in Datteln

Staatsanwalt fordert Bewährung im Jammertal-Prozess

Bochum/Dortmund/Datteln - Im Prozess um das schreckliche Silvester-Unglück am Dattelner Wellnesshotel "Jammertal" hat die Staatsanwaltschaft für den angeklagten Gastwirt aus Lütgendortmund am Dienstag zwei Jahre Haft auf Bewährung beantragt. Dessen Verteidiger sieht die Schuld hingegen woanders.

Staatsanwalt Holger Heming sprach im Prozess von einem "traumatischen Erlebnis" und von "schockierenden Bildern". Durch die umgestürzte Raketen-Batterie seien zahlreiche Menschen verletzt worden. Am schlimmsten hatte es eine Mitarbeiterin des Hotels getroffen. Ihr musste ein Unterschenkel amputiert werden.

Dass die Folgen so schwer waren, lag vor allem daran, dass es sich bei der Unglücksbatterie des Angeklagten um ein in Deutschland nicht frei verkäufliches Feuerwerk mit einer hohen Gefährlichkeitsstufe gehandelt hat. Genau das, so der Staatsanwalt, hätte der Gastwirt aus Dortmund wissen müssen. Die Raketenbox hätte sich schon optisch vom üblichen Silvesterfeuerwerk unterschieden. Sie sei viel größer und wuchtiger gewesen.

Verteidiger: Mandant hat sich an Gebrauchsanweisung gehalten

Genau das will der Verteidiger des Angeklagten allerdings nicht gelten lassen. Der 51-jährige Dortmunder habe sich an die Gebrauchsanweisung gehalten, so der Anwalt im Prozess. Dass man für das Feuerwerk eine besondere Erlaubnis benötige, stünde nicht drauf. Außerdem sei das Feuerwerk in der EU frei verkäuflich - mit Ausnahme von Deutschland.

Der Angeklagte selbst hatte im Prozess vor dem Bochumer Landgericht zugegeben, die Unglücksbatterie in der Nacht auf den 1. Januar 2016 gezündet zu haben. In seinem so genannten letzten Wort sagte er: "Wenn ich gewusst hätte, dass so ein schweres Unglück möglich ist, hätte ich die Batterie nie gekauft und mitgenommen. Ich werde in meinem ganzen Lebens nie wieder Feuerwerkskörper in die Hand nehmen und zünden."

Das Urteil soll Freitag gesprochen werden.

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