Silvester

Verbotszone etabliert sich als Party-Treffpunkt

Dortmund - Mit Containerbränden und hier und da einer Kloppe war der Jahreswechsel 2017 / 2018 in Dortmund eine ganz normale Silvesternacht. Eine Böller-Verbotszone in der Innenstadt setzt sich offenbar als Party-Treffpunkt durch. In Bahnhofs-Nähe gab es eine sexuelle Belästigung.

"Nichts Weltbewegendes" meldete die Feuerwehr, abgesehen von kleineren Containerbränden. "Keine besonderen Vorkommnisse" lautete um 2.16 Uhr auch das vorläufige Fazit der Polizei. Die Silvesternacht in Dortmund eignete sich beim Jahreswechsel 2017 / 2018 nicht für spektakuläre Nachrichten. Nicht einmal Fakenews-Produzenten konstruierten Krawall. Vor einem Jahr wurde ein 12-Minuten-Einsatz der Feuerwehr nach einem Mini-Schwelbrand zu einem Anschlag auf die St.-Reinoldi-Kirche umgedeutet. Als "Täter" mussten Migranten herhalten.

Zwei Böller-Verbotszonen in der Innenstadt

In ganz NRW war die Polizei schon am frühen Abend mit verstärkten Kräften im Einsatz, um Straftaten wie 2015 / 2016 in Köln und anderen deutschen Großstädten zu verhindern. Das Ziel: "Ein Höchstmaß an Sicherheit", wie es Polizeisprecher Oliver Peiler formulierte. Die Stadt Dortmund hatte in der Innenstadt zwei Böller-Verbotszonen eingerichtet. Die große Mehrheit der vielen absolut friedlichen Innenstadt-Besucher hielt sich an die Pyrotechnik-Verbote, hielt aber ab 23.30 Uhr Ausschau nach Menschenansammlungen - in der Hoffnung, ein spektakuläres Feuerwerk sehen zu können. Hier und da gerieten Trunkenbolde aneinander. Wie das so ist an Party-Wochenenden.

Schnell Festnahme nach sexueller Belästigung

Um 11.27 Uhr am Neujahrstag legte die Dortmunder Polizei eine weitere Bilanz nach: Mehrere Personen hatten mit Schreckschusspistolen in die Luft gefeuert. Die Waffen wurden sichergestellt. Auf der Nordseite des Hauptbahnhofs beobachteten Zivilbeamte der Polizei um 1.30 Uhr zwei junge Männer, die eine 32-jährige Dortmunderin sexuell belästigten. Die Polizisten gingen dazwischen und konnten einen 18-jährigen Mann aus Guinea festnehmen. Der zweite Tatverdächtige konnte entkommen. Bei einer Kontrolle auf dem Platz von Amiens erkannte die Polizei einen Mann, der per Haftbefehl gesucht wurde. Zwei weitere Männer bunkerten Drogen und Bargeld. Sie beleidigten die Polizisten und übernachteten in einer Zelle im Polizeipräsidium. Weitere Zahlen: 10 Platzverweise, 2 Ingewahrsamnahmen und 2 Festnahmen.

Unter den Dortmund-Besuchern waren viele auswärtige Gäste, wie Gespräche von Mitarbeitern des Ordnungsamts am Hauptbahnhof ergaben. Viele auswärtige Besucher fragten sich zum Platz von Leeds an der Reinoldikirche durch. Der Platz muss sich also als Party-Treffpunkt herumgesprochen haben. Polizei und Ordnungsamt zeigten dort viel Präsenz. Wer mit Böllern und Raketen in Plastiktüten ankam, musste die Pyrotechnik abgeben oder weiterziehen. Mit der Folge, dass die Pyrotechnik im Umfeld abgebrannt wurde.

Platz von Leeds als großer Silvester-Treffpunkt

Dennoch etablierte sich der Platz von Leeds, wie schon vor einem Jahr, als Treffpunkt. Gegen Mitternacht standen laut Polizei rund 1000 Menschen auf dem Platz an der Reinoldikirche, um den Jahreswechsel zu feiern. Mit pompösen Feuerwerks-Batterien, Böllern und Raketen oder auch nur bescheiden mit Wunderkerzen. Der Platz von Leeds wird an Bedeutung gewinnen: In einem Jahr könnte die Baustelle für den "Boulevard Kampstraße" den Ort beeinträchtigen, aber nach dem Bau eines Studenten-Wohnhauses mit 430 Wohnungen gewinnt der Platz von Leeds wieder an Bedeutung. Die Eröffnung ist für den September 2019 geplant.

Vereinzelt war zu beobachten, wie sorglos mit Pyrotechnik umgegangen wird: Ein junger Mann spazierte mit einer angezündeten Feuerwerks-Batterie auf dem Platz von Leeds durch die Menschenmenge. Polizisten forderten ihn auf, den Unsinn zu unterlassen. Auf dem Brüderweg verirrte sich eine Rakete auf einen Balkon, richtete aber keinen Schaden an. Das Böller-Verbot sei, berichtete Polizeisprecher Kim Ben Freigang in der Nacht zum 1. Januar 2018, "weitestgehend" beachtet worden. In der Nähe zum Platz von Leeds sei es "immer wieder zu Verstößen" gekommen. Polizei und Ordnungsamt kassierten Pyrotechnik ein und sprachen Platzverweise aus.

Kriminalpolizei ermittelt nach Brand in Brackel

Nicht geklärt ist die Ursache eines Feuers auf einem Balkon an der Geleitstraße in Brackel. Gegen 22.30 Uhr entdeckten Zeugen starken Rauch und verständigten die Feuerwehr. Auf dem Balkon brannten Gegenstände. Rauch drang in die zurzeit nicht bewohnbare Wohnung ein. Die Kriminalpolizei ermittelt.

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