Soforthilfe gegen Wunschlösung

BVB-Coach Stöger trifft im ersten Heimspiel auf Nagelsmann

Dortmund - Borussia Dortmund gegen die TSG 1899 Hoffenheim. Es ist das Duell Sechster gegen Fünfter. Und es ist das Duell von Peter Stöger gegen Julian Nagelsmann. Der neue BVB-Trainer trifft auf einen möglichen Nachfolger. In seinem ersten Heimspiel. Verrückte Fußballwelt.

Fußball ist ein schnelllebiges Geschäft. Diese Erkenntnis ist freilich nicht neu. Und so richtig weiß man auch gar nicht mehr, ob die Betonung nun auf schnelllebig oder auf Geschäft liegt. Wahrscheinlich liegt sie auf beidem, vermutlich ist beides nicht besonders gut - aber zumindest ergeben sich aus diesem Umstand bisweilen bemerkenswerte Kuriositäten.

Manchmal nämlich ist das schnelllebige Geschäft Profifußball so schnell, dass es sich fast selbst überholt.

Ruhig, sachlich, ab und an ein kleiner Witz

Am Donnerstag zum Beispiel. Da saß Peter Stöger im Pressekonferenzraum des Signal Iduna Parks und sprach über sein erstes Heimspiel als BVB-Trainer. Er tat es so, wie er es in den nächsten sechs Monaten wohl meistens bis immer tun wird: Ruhig, sachlich, ab und an ein kleiner Witz - alles hübsch verpackt im Wiener Schmäh. Für den 51 Jahre alten Österreicher wird die Partie des BVB gegen die TSG 1899 Hoffenheim am Samstag um 18.30 Uhr (live auf Sky) erst das zweite Spiel seiner jungen und bis Sommer 2018 befristeten Amtszeit sein. Der kommende Samstag wird zugleich erst sein siebter Arbeitstag als Cheftrainer von Borussia Dortmund sein.

Das sollte eigentlich kurios genug sein, bedenkt man den Fakt, dass Stöger noch am 2. Dezember als Trainer des 1. FC Köln an der Seitenlinie stand und noch am 5. November mit den Kölnern gegen Hoffenheim (0:3) antrat. Doch es ist, der Spielplan und das rasende Geschäft wollen es so, noch nicht kurios genug. Denn Stöger trifft am Samstag nicht auf irgendwen. Stöger trifft auf Julian Nagelsmann. Stöger trifft auf seinen vermeintlichen Nachfolger - bevor Stöger überhaupt so richtig angefangen hat in Dortmund. Das Geschäft ist halt schnelllebig.

Noch keine Absprache mit neuem Trainer

Nagelsmann, schlanke 30 Jahre alt, ist zusammen mit Stuttgarts Trainer Hannes Wolf einer von zwei Kandidaten, dem die BVB-Bosse zutrauen, in Dortmund eine neue Fußball-Ära zu prägen - auch, wenn das öffentlich niemand zugeben will. "Es gibt noch keinen Trainer für die kommende Saison", beteuert Hans-Joachim Watzke bei "19:09 Uhr - der schwarzgelbe Talk" entgegen anderslautender Berichte, "und es gibt auch keine Absprachen zu einem neuen Trainer." Zudem verwies der BVB-Geschäftsführer schon bei der Vorstellung Stögers darauf, dass es nicht in "Stein gemeißelt" sei, dass für Stöger im Sommer beim BVB Schluss sei.

Also, und das gehört auch zum Geschäft, sagt jeder nur das, was er sagen darf. Dietmar Hopp meint: "Julian ist ein Ausnahmetrainer. Wir müssen ihn irgendwann klonen. Wir haben aber noch 1,5 Saisons vor uns und wollen weiter mit Julian feiern." Peter Stöger sagt: "Die Thematik Nagelsmann ist für mich gar keine. Außer, dass ich sagen muss, dass er ein richtig guter Mann ist, der einen super Job macht." Und Nagelsmann erklärt: "Ich bin immer ein Freund von Fakten. Fakt ist, dass ich Trainer von Hoffenheim bin und mich auf den Verein konzentriere."

Wechsel im Sommer möglich

Fakt ist allerdings auch: Im Sommer 2019 kann Nagelsmann, mit einem Vertrag bis 2021 ausgestattet, die TSG für eine Ablöse in Höhe von fünf Millionen Euro verlassen. Im Sommer 2018 wäre er deutlich teurer. Beim BVB sind die Verantwortlichen nach Informationen dieser Redaktion aber zuversichtlich, dass sich ein Wechsel nach der Saison realisieren ließe, so man denn wollte. Fakt ist außerdem: Am 34. und letzten Spieltag spielt der BVB in Hoffenheim. Bis dahin wird Klarheit herrschen. So ist es eben, das schnelllebige Fußballgeschäft.

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