Sonnentage satt

Motorradsaison mit mehr Verletzten

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REGION - Elf Grad Celsius in Recklinghausen, leichter Regen – die Vorhersage für heute, Freitag, ist nicht gerade Motorradfahrers Traum. In den vergangenen Monaten sah es anders aus, ein Supersommer mit Sonne satt machte die Biker-Saison lang. Das belebte Geschehen hat aber eine Kehrseite.

Selbst wenn das Jahr noch nicht vorüber und die Statistik offen ist, zeichnet sich der Trend ab, dass 2018 mehr Zweirad-Unfälle zu Buche schlagen als in den Vorjahren.

Dass es einen Zusammenhang gibt, weist Michael Franz von der Pressestelle der Recklinghäuser Polizei nicht von der Hand: „Natürlich spielt das gute Wetter eine Rolle. Zum einen ist die Motorrad-Saison länger, zum anderen sind ganz einfach auch mehr Verkehrsteilnehmer unterwegs – damit wächst die Gefahr zu verunglücken und die Unfallzahlen steigen.“

Mehr Verletzte als letztes Jahr

Das ist landauf, landab zu beobachten, gerade in beliebten Motorradrevieren wie Eifel oder Sauerland. Sie stehen auch bei hiesigen Bikern hoch im Kurs – Verunglückte fließen dort in die Statistik ein, wo sich der Unfall ereignet hat. Im Gegenzug frequentieren „Zugereiste“ aus dem Ruhrgebiet gerne ländliche Bereiche im Kreis RE etwa in Haltern, Dorsten oder Bottrop. Offizielle Angaben liegen für den Zuständigkeitsbereich der Polizei RE (Kreis plus Bottrop) noch nicht vor, aber die Zahl von 104 verunglückten Zweiradfahrern in den ersten drei Quartalen 2017 soll um einige Fälle übertroffen worden sein. Das Ganze in Relation zum Fahrzeugbestand: Das für den Kreis RE zuständige Straßenverkehrsamt Marl hat zu Beginn 2018 die Zahl von 32.509 „Krafträdern“ gelistet.

Blick zurück: Die Zahl aller verunglückten motorisierten Zweiradfahrer ist 2017 gegenüber dem Vorjahr noch einmal um sechs Unfälle auf insgesamt 303 gestiegen. Darin enthalten ist alles, was rollt, vom Mofa, Moped und 50-Kubikzentimeter-Roller bis zu „Krädern“ – unter diesem Begriff laufen PS-stärkere Roller und Motorräder ab 125 ccm in der Polizeistatistik. Wenn „Kradfahrer“ verunglücken, ist die Geschwindigkeit oft hoch – ebenso die Gefahr, zu sterben oder im Rollstuhl zu landen. Auch diese Zahlen stiegen 2017: Nach dem Rückgang verletzter „Kradfahrer“ von 2015 (137) auf 2016 (116), kletterte die Zahl 2017 wieder an: Auf 126 (+ 8,62 %). Vor wenigen Wochen erst, am 1. September, ist ein Motorradfahrer aus Marl in Haltern tödlich verunglückt – auch 2017 war ein Biker im Bereich der Polizei RE ums Leben gekommen.

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