Sparmaßnahmen

Stadtmitarbeiter zahlen in der DSW-Kantine einen Euro mehr

Dortmund - In Kantinen wird nicht nur Curry- oder Kohlwurst aufgetischt, sondern auch der neueste Büroklatsch. Dazu gehört zurzeit die Entscheidung der Stadtwerke, dass die Beschäftigten der Stadtmutter mehr fürs Essen zahlen müssen als die eigenen. Das schmeckt nicht allen.

Die Sparmaßnahme schmeckt nicht allen Fremdessern aus dem Umfeld der Stadtverwaltung, die bislang in der Kantine der Stadtwerke (DSW21) günstig gespeist haben: Seit Anfang des Jahres gibt es dort ein neues Tarifsystem. Die Mitarbeiter der Stadtverwaltung müssen seit dem 1. Januar einen Euro mehr pro Gericht zahlen als die Beschäftigten der Stadttochter DSW.

Kostet Stielmus bürgerlicher Art mit Kartoffeln und einer lippischer Kohlwurst - eines der Tagesgerichte am Dienstag - für DSW-Mitarbeiter 3,25 Euro, zahlen Beschäftigte der Stadt 4,25 Euro. Von der Teuerung nicht betroffen sind Mitarbeiter, die zum Stadtwerke-Konzern gehören wie die Unternehmenstochter DEW21.

Für Externe am teuersten

Einen weiteren Trennstrich zum Teureren gibt es, so DSW-Sprecher Marc Wiegand, noch mal von den Mitarbeitern der Stadtverwaltung zu ganz externen Gastessern. Die zahlen für das Stielmus mit Kohlwurst 6,70 Euro.

Die Preiserhöhung für die Stadtmitarbeiter sei dem "Projekt Zukunft", dem Sparprogramm von DSW21, geschuldet, sagt Marc Wiegand: "Wir suchen nach Einsparpotenzialen." Und das ist eine Maßnahme mit Augenmaß." Zumal man bislang mit dem identischen Preis für alle die Stadtmitarbeiter subventioniert habe.

Rund 100 Fremdesser

Am Standort Deggingstraße sitzen 350 Stadtwerke-Mitarbeiter und 300 Mitarbeiter aus dem Umfeld der Stadt Dortmund. In der 90 Plätze umfassenden Kantine werden am Tag maximal 350 Mahlzeiten serviert, darunter rund 100 für Fremdesser.

Der Vorschlag, von Mitarbeitern der Stadt einen Aufschlag zu nehmen, komme aus dem Kreis der DSW-Belegschaft, sagt Marc Wiegand.

Das bestätigt auch die Betriebsrats-Vizevorsitzende Angela Brennemann: "Wir mussten für das Projekt Zukunft den einen oder anderen schmerzhaften Schritt gehen. Aus unserer Sicht ist die Maßnahme zur Kantinenoptimierung vertretbar; denn bislang ist das Essen für die Stadtmitarbeiter gesponsert worden."

Personalrat hat keinen Einfluss

Und vom Personalrat der Stadt heißt es nur, man habe da keinen Einfluss drauf.

Umgedreht verhält es sich genauso: Mitarbeiter der Stadtwerke zahlen im Betriebsrestaurant der Stadt an der Kuhstraße ebenfalls einen Euro mehr als die städtischen Bediensteten.

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