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Diese "Dame" wartet nicht auf den Bus. Wenn die Sperrbezirksverordnung nicht verlängert wird, könnten Prostituierte schon bald wieder ihr Geschäft an der B 225 aufnehmen. Foto: Thomas Nowaczyk (Archiv)

Sperrbezirksverordnung läuft aus

Stadt will neuen Straßenstrich an der B 225 verhindern

MARL - Bezahlter Sex im Wald – das blieb nicht ohne Spuren, als Prostituierte ihr Geld noch an der B 225 verdienten. Anwohner und Ausflügler ärgerten sich über weggeworfene Tücher und gebrauchte Kondome, die sie beim Spazierengehen durch die Ried fanden. Kehren die Damen aus Osteuropa schon bald wieder zurück?

Die Stadt will dies auf jeden Fall verhindern, wie Bürgermeister Werner Arndt gegenüber unserer Zeitung versicherte.

Zum Hintergrund: Nachdem Anwohner aus Protest gegen die Prostituierten mehrere tausend Unterschriften gesammelt und sogar eine Sitzblockade organisiert hatten, erließ die Bezirksregierung Münster im Oktober 2011 auf Antrag der drei Städte Marl, Herten und Recklinghausen eine Sperrbezirksverordnung, um die Prostituierten von der Recklinghäuser und Marler Straße zu vertreiben. Diese Sperrbezirksverordnung läuft zum Ende des Jahres aus.

Besagte Damen waren nach der damaligen Entscheidung der Bezirksregierung zum Teil in den Hertener Süden ausgewichen, wo sie seitdem an der Stadtgrenze zu Gelsenkirchen kurz vor der Auffahrt zur A 2 auf Kundenfang gehen. Jetzt soll es Signale geben, dass die Damen des horizontalen Gewerbes gerne wieder an die B 225 ziehen würden.

"Anbahnungsgespräche" sind verboten

Ganz aktuell gibt es zudem behördliche Bestrebungen, auch die Straßenprostitution im Hertener Süden mittels einer Sperrbezirksverordnung zu unterbinden. Hertens Bürgermeister Dr. Uli Paetzel und sein Gelsenkirchener Kollege Frank Baranowski hatten sich kurzfristig darauf geeinigt, einen entsprechenden Antrag zu stellen, nachdem sich die Beschwerden von Anwohnern und Spaziergängern gehäuft hatten.

Ob die Entscheidung in dieser Sache die zumeist aus Rumänien und Bulgarien stammenden Prostituierten dazu bewegen wird, künftig wieder an der B 225 anzuschaffen, bleibt abzuwarten. Auf jeden Fall wollen die drei Städte Marl, Recklinghausen und Herten in dieser Angelegenheit – wie schon beim letzten Antrag vor drei Jahren – wieder gemeinsame Sache machen. Bürgermeister Werner Arndt: „Wir wollen so früh wie möglich Gespräche mit der Bezirksregierung aufnehmen, mit dem Ziel, dass die Sperrbezirksverordnung verlängert wird.“ Dazu muss der Marler Stadtrat aber erst noch grünes Licht geben. Dies soll in der nächsten Sitzung im März geschehen.

Arndt: „Wir können nicht nur Einfluss auf die Prostituierten nehmen, sondern auch auf die Freier. Wir haben zusätzlich festgelegt, dass in dem Sperrbezirk Anbahnungsgespräche von Freiern nicht gestattet sind.“

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