Sperrungen werden aufgehoben

Fliegerbombe im Hertener Schlosswald erfolgreich entschärft

HERTEN - Im Hertener Schlosswald ist am Donnerstagmittag (6.06.) eine Fliegerbombe entdeckt worden. Es handelte sich um einen Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg. Dieser wurde inzwischen entschärft. Lesen Sie die Ereignisse und Hintergründe in unserem ausführlichen Live-Ticker nach.

16.34 Uhr Es handelte sich um eine britische Fünf-Zentner-Bombe (250 Kilo) mit Doppelzünder, also Zündern an der Spitze und am Heck. Nach Auskunft des Kampfmittel-Experten war es daher "keine Routine-Entschärfung", sondern durchaus kniffelig. 16.14 Uhr Entwarnung! Mitarbeiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes haben den 250 Kilo schweren Bomben-Blindgänger im Hertener Schlosswald erfolgreich entschärft. Die Sperrungen werden in Kürze wieder aufgehoben. 15.54 Uhr: Warum konkret im Schlosswald gebuddelt wird, erklärt Ilias Abawi, Sprecher der Emschergenossenschaft: Damit der Holzbach später renaturiert werden kann, wird zunächst parallel ein unterirdischer Abwasserkanal verlegt. Am Bombenfundort wird zudem ein Stauraumkanal gebaut. In diesem wird das ankommende Wasser getrennt: Sauberes Wasser fließt über eine Überlaufschwelle zur Seite weg und wird durch ein Ausleitbauwerk in den Holzbach geleitet. Das schmutzige Wasser hingegen bleibt im Kanal und fließt weiter zur Kläranlage. Aktuell finden die Erdarbeiten für das erwähnte Ausleitbauwerk statt. Dabei stieß der Bagger auf den Blindgänger. 15.44 Uhr: Entschärfung beginnt! Der Evakuierungsradius ist geräumt. Die Entschärfung beginnt jetzt. 15.26 Uhr: Auf Nachfrage unserer Redaktion erklärt Ilias Abawi, Sprecher der Emschergenossenschaft, dass bei allen Fluss- und Kanalbauprojekten Auswertungen von Luftbildern aus dem Zweiten Weltkrieg obligatorisch sind. Wenn sich aus den Luftbildern der Verdacht auf Bombenblindgänger ergibt, werden vor Ort Sondierungsbohrungen durchgeführt. Abawi: "Diese Bohrungen werden in geringem Abstand durchgeführt. Trotzdem kann es vorkommen, dass sich ein Blindgänger genau zwischen zwei Bohrungen befindet und unentdeckt bleibt. 15.07 Uhr: Der Schlosswald wird gesperrt! Spaziergänger müssen Gefahrenzone verlassen! Die Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes sind vor Ort und im Prinzip einsatzbereit. Vorher muss jedoch das umliegende Waldgebiet durchsucht werden. Während der Entschärfung dürfen keine Spaziergänger u.ä. im 300-Meter-Evakierungsradius unterwegs sein. Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei, Ordnungsamt usw. werden gleich mit dem Absuchen und Sperren der Waldwege beginnen.

14.53 Uhr: Ein kleiner Exkurs, da SchlossPARK und SchlossWALD oft verwechselt werden:

  1. Der Schlosspark sind die Parkanlagen rund um das Hertener Schloss. Dieser Bereich befindet sich im Eigentum der Stadt Herten.
  2. Südlich an den Park grenzt der Schlosswald. Dieser reicht bis zur Gelsenkirchener Straße. Eigentümer ist der Regionalverband Ruhr (RVR).
  3. Und zu guter Letzt: Das Schloss Herten gehört als sogenanntes Sondervermögen der LWL-Klink, also dem psychiatrischen Krankenhaus des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL).

14.48 Uhr: Wir haben jetzt eine Karte mit dem Evakuierungsradius (300 Meter) online. Zu erkennen ist: Sehr wahrscheinlich müssen die Autobahn 2 und die Gelsenkirchener Straße nicht gesperrt werden. Auch die Krankenhäuser usw. im Schlosspark sind nicht von Evakuierungsmaßnahmen betroffen. 14.41 Uhr: Die Stadt Herten teilt mit: Der Fundort der Bombe wird zum jetzigen Zeitraum vom Ordnungsamt abgesperrt. Die 75 Kilo schwere Bombe wird voraussichtlich im Laufe des Tages entschärft. Eine Evakuierung ist im Moment nicht notwendig. 14.29 Uhr: Die Emschergenossenschaft hat keine gute Woche erwischt. Am gestrigen Mittwochmorgen beschädigte ein Bagger auf der Baustelle Uhlandstraße/Resser Bach in Herten-Mitte/Disteln eine Gasleitung. Es bestand Explosionsgefahr, ein Haus wurde evakuiert. Die Emschergenossenschaft verlegt dort ein Kanalrohr. Und heute, nur einen Tag später, stößt ein Bagger auf einer anderen Baustelle der Emschergenossenschaft in Herten-Süd auf einen Bomben-Blindgänger. Hier eine Grafik zur Baumaßnahme Holzbach der Emschergenossenschaft:

14.21 Uhr: Aktuell laufen Abstimmungsgespräche zwischen Stadt Herten, Emschergenossenschaft, Polizei, Feuerwehr und weiteren Behörden. Es dürfte dabei auch um die Frage gehen, wann die Entschärfung stattfinden muss und ob dafür womöglich die Autobahn 2 gesperrt werden muss. Der Fundort der 250 Kilo schweren Bombe befindet sich südlich im Schlosswald in der der Nähe des Bereichs Gelsenkirchener Straße/Autobahnauffahrt A2.

14.04 Uhr: Es ist jetzt Näheres zum Fund der Bombe bekannt. Sie wurde im Schlosswald in der Nähe der Stadtgrenze zu Gelsenkirchen bei Baggerarbeiten der Emschergenossenschaft entdeckt. Die Emschergenossenschaft verlegt neben dem Holzbach, der durch den Schlosswald verläuft, ein Kanalrohr. Später soll der Holzbach, der heute Schmutzwasser transportiert, in ein naturnahes Gewässer umgestaltet werden. 13.55 Uhr: Nach dem Bombenfund laufen in der Hertener Stadtverwaltung die Vorbereitungen für die Entschärfung an. Es wird geprüft ob Evakuierungen nötig sind. Im Schlosspark befinden sich unter anderem das St.-Elisabeth-Hospital, das St.-Elisabeth-Pflegezentrum, die Kindertagesstätte des Deutschen Roten Kreuzes, eine Dialyse-Einrichtung sowie das psychiatrische Krankenhaus des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL).

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