Sporthalle zum Teil zerstört

Feuer an der Städtischen Realschule Herten könnte Brandstiftung sein

HERTEN - Die Feuerwehr war am Montag sechs Stunden lang an der ehemaligen Städtischen Realschule Herten im Einsatz. Es brannte in der Sporthalle. Inzwischen drängt sich die Frage auf: War hier ein Brandstifter am Werk? Womöglich sogar jener, der für die große Brandserie im Februar verantwortlich ist? Ein zweiter Brand legt diesen Verdacht zumindest nahe.

Nach der massiven Serie von Brandstiftungen an Schulen, Kitas und Sportanlagen im Februar war es monatelang ruhig in Herten. Zwar gab es vereinzelt Brandstiftungen, zum Beispiel im März am St.-Antonius-Kinderheim. Doch ob sie der Serie zuzuordnen sind, ist ungewiss.

Jetzt aber steht die konkrete Sorge im Raum, dass der Serientäter wieder aktiv ist. Wenn dem so ist, hat er seine bislang folgenschwerste Brandstiftung begangen. Von der Sporthalle der früheren Städtischen Realschule ist jedenfalls in weiten Teilen nur eine verkohlte Ruine übrig geblieben.

Der Montagmorgen begann für die Berufsfeuerwehr jedoch mit einem Einsatz an einer ganz anderen, aber sehr gut bekannten Stelle: An der Rosa-Parks-Gesamtschule standen um 1.30 Uhr vier 1100-Liter-Altpapier-Container in Flammen. Während der Brandserie im Februar lag hier einer der Schwerpunkte.

Ein anderer Schwerpunkt dieser Serie waren die Schulen und Sportstätten auf dem Paschenberg. Dort, knapp 1300 Meter von der Rosa-Parks-Schule entfernt, brannte es nun in der Sporthalle. Das lässt die Sorge aufkommen, dass hier wieder ein Serientäter am Werk ist. Die Kriminalpolizei ermittelt.

Das Feuer wurde um 5.52 Uhr entdeckt und gemeldet, brannte zu diesem Zeitpunkt aber wohl schon eine Weile. Starker Rauch quoll aus der Halle an der Paschenbergstraße. Die ersten Einsatzkräfte mussten sich zunächst einen Überblick verschaffen, wo sich Eingänge und Fenster befinden. Der Gebäudekomplex der Sporthalle, in den auch die Hausmeisterwohnung integriert ist, steht seit Jahren leer. Er ist teilweise von Sträuchern zugewuchert und verwinkelt. An der Rückseite mussten die Einsatzkräfte Treppen steigen.

Im Inneren fanden die Feuerwehrleute in einer der beiden Hallen ein offenes Feuer vor und löschten es. Doch die Flammen hatten sich bereits großflächig in den Hallenboden aus Holz gefressen. Dieser musste von den Einsatzkräften, die schwere Atemschutzgeräte trugen, in schweißtreibender Arbeit mit Motorsägen teilweise herausgeschnitten werden, um Glutnester abzulöschen.

Großer Schaden durch Feuer, Ruß und Hitze

Durch Ruß und Hitze ist die Halle im Inneren weitgehend zerstört. Selbst oben an der Decke und an den Oberlichtern sind Kunststoffteile, Gummidichtungen und ähnliches geschmolzen. Auch in der benachbarten, größeren Halle und in den Nebenräumen sind erhebliche Schäden entstanden.

Vor Ort waren die Berufsfeuerwehr sowie die Löschzüge Herten und Scherlebeck der Freiwilligen Feuerwehr mit insgesamt mehr als 60 Helfern. Erst gegen 12 Uhr endete der Einsatz. Der Löschzug Westerholt stand in dieser Zeit mit 20 Einsatzkräften für mögliche weitere Einsätze im Stadtgebiet bereit.

Immer wieder Vandalismus in der Halle

Die Brandursache und die Höhe des Schadens sind noch unklar. Seit Jahren sind in der Sporthalle immer wieder Chaoten unterwegs, die dort für erhebliche Vandalismusschäden gesorgt haben. Brandstiftung ist daher nicht auszuschließen. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Die Städtische Realschule wurde 2015 geschlossen. Die Gebäude wurden danach noch bis Ende 2016 als Flüchtlingsunterkunft genutzt. Es ist angedacht, die Schule in den nächsten Jahren als Ausweichquartier zu nutzen, wenn Schulen in der Umgebung saniert werden müssen.

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