Stadt Dortmund veröffentlicht neues Geodaten-Portal

Wie groß ist das Grundstück meines Nachbarn?

DORTMUND - Bebauungspläne, Schulen, barrierefreie Gebäude: In einem neuen Geodaten-Portal können die Dortmunder erstmals gebündelt auf raumbezogene Daten der Stadt zugreifen. Das erlaubt auch einen neuen Blick auf die Stadtgeschichte - und interessante Messungen.

Welches Gymnasium liegt am günstigsten für mein Kind? Wann verschwindet die nervige Baustelle auf meinem Weg zur Arbeit? Wo liegt die nächste Fahrrad-Mietstation?

Diese Fragen beantwortet seit Kurzem ein neues Internetportal der Stadt, auf dem das Vermessungs- und Katasteramt dutzende interaktive Karten veröffentlicht hat.

Ein Beispiel: die Übersicht der laufenden und geplanten Baustellen

"Wir mussten alles Antike in den Anwendungen loswerden"

Zwar gab es Bebauungspläne, Radwege und eine Übersicht über die freien Parkplätze in der City bereits vorher im Internet zu sehen - doch waren sie in unterschiedlichen Anwendungen versteckt, außerdem war deren Software hoffnungslos veraltet. Das behinderte auch die Arbeit der Verwaltung. "Wir mussten alles Antike in den Anwendungen loswerden", so formuliert es Wolfgang Tobiasky aus der Abteilung Geoinformation des Amtes.

Auf der neuen Seite - für deren Software die Stadt jährlich einen hohen vierstelligen Betrag an eine IT-Firma aus Münster bezahlt - kann man nun problemlos zwischen verschiedenen Karten hin- und herschalten, sich mehrere Ebenen übereinander anzeigen lassen oder Entfernungen messen. Die Nutzung ist für die Bürger kostenlos.

Neue Karten, amtliche Daten

Doch braucht es dafür extra eine stadteigene Kartenseite, wenn es doch schon Google Maps und andere private Anbieter gibt? "Ja", meint Ulf Meyer-Dietrich, Leiter des Katasteramts, "denn auf lokaler Ebene bieten wir deutlich mehr." Man habe die neueren Luftbilder und Kartendaten, es gebe eine täglich aktualisierte Baustellen-Übersicht und amtliche Karten wie das Liegenschaftskataster.

"Wenn Sie ein Haus bauen wollen, können Sie auf der Seite die genaue Größe eines Grundstücks messen - oder schauen, wie groß das des Nachbars ist", sagt Meyer-Dietrich.

Beispiel: das Liegenschaftskataster (geben Sie über die Suchfunktion die gewünschte Adresse ein, die Messfunktion gibt es nur auf der Seite selbst)

Historische Luftbilder machen Wandel der Stadt sichtbar

Für Geschichtsinteressierte hat die neue Seite noch ein besonderes Schmankerl: Sie ermöglicht es, historische Luftaufnahmen ab dem Jahr 1926 über aktuelle Satellitenbilder zu legen. Und ermöglicht es den Dortmundern so, ihrer Stadt beim Wandel und beim Wachstum zuzusehen (diese Funktion kann man noch nicht einbetten, Sie finden sie aber hier).

Die neue Offenheit der Stadtverwaltung

Neu ist auch, dass sich die Bürger alle Kartenausschnitte ausdrucken oder auf ihren eigenen Internetseiten einbinden können - eine Offenheit im Umgang mit stadteigenen Daten, die vor Jahren noch undenkbar war. "Hier hat ein kompletter Sinneswandel in Verwaltung und Politik stattgefunden", sagt Meyer-Dietrich - auch durch den Ruf der Öffentlichkeit nach mehr Transparenz.

Die Stadt will deswegen bald weitere Daten der Öffentlichkeit zugänglich machen. Noch 2018 soll ein Open-Data-Portal online gehen.

Alle Karten finden sich unter www.geo.dortmund.de

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