Städtebau-Entwürfe für Bahnhof

Grüne Rampe soll die Nordseite des Hauptbahnhofs prägen

Die Stadt will den großen Wurf: Bei der Auswahl der Gestaltungsvorschläge für die Nordseite des Bahnhofs hat sie sich für den Entwurf mit einer grünen Rampe zum Bahndamm entschieden.

Vor einem Jahr waren beim städtebaulichen Wettbewerb für die Gestaltung des nördlichen Bahnhofsumfelds gleich drei Entwürfe zu Siegern gekürt worden. Die planenden Büros bekamen die Aufgabe, ihre Vorschläge nach den Maßgaben des Preisgerichts und der Bürgereingaben zu überarbeiten. Die Ergebnisse wurden jetzt erneut von Experten unter die Lupe genommen. Und die gaben am Ende eine klare Empfehlung ab.

Aussortiert wird demnach der Entwurf des Büros Kleinekort aus Düsseldorf, der unter anderem eine Bebauung des Bahnhofsvorplatzes vorsah. Favorit ist nun der spektakuläre Entwurf des Büros Raumwerk: Die Planer aus Frankfurt schlagen eine grüne Spange vor, die vom Bahnhofsvorplatz an der Steinstraße über den Bahndamm bis zum Blücherpark führen soll.

Im Bereich des Bahndamms soll nach den Vorgaben der Stadt auf der Fläche des früheren Güterbahnhofs unter anderem der zentrale Busbahnhof angesiedelt werden. "Der Park auf dem Bahndamm wird zum Dach des Busbahnhofs", erklärt Jon Prengel vom Büro Raumwerk. Platz ist daneben auch noch für eine Quartiersgarage mit 400 bis 500 Stellplätzen.

Über eine grüne Rampe ist der Park an den Bahnhofsvorplatz angebunden. Darunter kann eine große Eingangshalle zum Hauptbahnhof entstehen. Der Park soll sich dann als grüne Spange an der Nordseite des Bahnhofs über die Brinkhoffstraße hinweg bis zur Treibstraße ziehen und dort eine Verbindung zum Blücherpark schaffen.

Inmitten des Parks auf dem Bahndamm sollen einige wenige Neubauten und eine "Rad- und Skaterpromenade" entstehen, die bis zum Burgtor führt. Vor dem Bahndamm könnten auf und hinter dem Postareal neue Gebäude für Wohnen und Büros entstehen. Und ganz im Westen des Areals im Norden des Bahndamms bis zur Unionstraße sieht der Entwurf karreeartige Neubauten für Wohnen und einen "Bildungscampus".

Wichtiges Zukunftsprojekt für die Stadt

Das Konzept würde "ein Alleinstellungsmerkmal" im Ruhrgebiet schaffen und "das gewünschte Aufbruchszeichen für Dortmund und die Nordstadt geben", heißt es in der Vorlage der Stadt für die politischen Beratungen. Planungsdezernent Ludger Wilde spricht von "einem wichtigen Zukunftsprojekt für die Stadt Dortmund".

Eine Frage konnte aber auch mit der Überarbeitung der Entwürfe noch nicht endgültig geklärt werden: ob die grüne Spange technisch und wirtschaftlich wirklich realisierbar ist. Sie soll, wenn der Rat am 13. Dezember dem Vorgehen zustimmt, im nächsten Jahr in einer Machbarkeitsstudie weiter untersucht werden.

Verschiedene Grundstückseigentümer

Eine wichtige Aufgabe dabei ist, dann auch die verschiedenen Grundstückseigentümer unter einen Hut zu bringen. Die Bahn ist schon jetzt mit im Prozess, erklärt Wilde. Und die Pläne der Stadt behinderten auch nicht den jetzt laufenden Umbau des Hauptbahnhofs. Wenn er 2024 beendet ist, soll sich die Umsetzung des Konzepts für das nördliche Bahnhofsumfeld möglichst nahtlos anschließen.

Für den Fall, dass der Raumwerk-Entwurf nicht umsetzbar ist, behält die Stadt einen weiteren Vorschlag in der Hinterhand. Denn dann soll der Entwurf des Büros Trojan+Trojan zum Tragen kommen. Er sieht ebenfalls einen Mix aus Wohnen und Büros auf weiten Teilen der Freiflächen im Norden des Bahndamms vor. Den Bahnhofsvorplatz soll ein aufgeständerter Neubau am Nordeingang des Hauptbahnhofs, eine "Bahnloggia", prägen, in den ebenfalls der Busbahnhof integriert wird.

Erst einmal aber soll der Raumwerk-Entwurf weiterverfolgt werden. "Darin steckt das größte Innovationspotenzial für die Nordstadt", ist Ludger Wilde überzeugt. So sieht es wohl auch die Politik. Sowohl in der Bezirksvertretung Innenstadt-Nord als auch im Ratsausschuss für Stadtentwicklung gab es am Mittwoch breite Zustimmung für das Konzept.

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