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Nein zum Neubau der Forensink im Erlensundern sagen viele Lanstroper - und tun ihre Meinung auch kund. Die Entscheidung über den Standort liegt aber nicht in Dortmund.

Standort an Stadtgrenze

Dortmund darf bei Forensik-Entscheidung nicht mitreden

DORTMUND/LÜNEN - Ob eine neue Forensik an der Stadtgrenze Dortmund/Lünen entsteht, liegt nicht in Dortmunder Händen. Im Streit um die Ansiedlung der Forensik entscheidet der Rat in Lünen. Doch bereits Ende Januar könnte das Grundstück am Rande Lanstrops aus der Standort-Lotterie herausfallen.

Bis Ende Januar will das Land geprüft haben, ob Erlensundern (Lünen-Niederaden) südlich der A 2 zwischen Lünen und Dortmund mindestens genauso gut für den Bau der Maßregelvollzugsklinik für psychisch kranke Straftäter mit 150 Plätzen geeignet ist wie die bereits ausgewählte ehemaligen Zechenbrache Victoria I/II.

Die Zeitplanung bestätigte Christoph Meinerz, Sprecher des zuständigen NRW-Gesundheitsministeriums, am Mittwoch noch einmal auf Anfrage unserer Redaktion. Sondersitzung müsste entscheiden

Sollte auch Erlensundern als Standort in Frage kommen, will der Lüner Rat in einer Sondersitzung entscheiden, ob man das Grundstück im Erlensundern, das bislang den Lüner Stadtwerken gehört, an das Land verkaufe. Wenn nicht, bleibe es beim Bau der Forensik auf dem landeseigenen Victoria-Grundstück.

Der Bau einer Forensik müsse bis ins Letzte gerichtsfest sein, unterstrich Meinerz. Gerechtigkeitsgrundlage sei das im Jahr 2000 aufgestellte Regionalisierungs-Konzept, nach dem die psychisch kranken Straftäter dort einsitzen sollen, wo sie herkommen. Meinerz: „Das ist aus therapeutischen Gründen wichtig und wegen der Angehörigen“. Diese Dezentralität sei bis in die höchste Gerichtsinstanz bestätigt.

Bezirk Dortmund hat 140 Plätze zu wenig

Nach einer Langzeitprognose über zehn Jahre hat der Landgerichtsbezirk Dortmund (Dortmund, Hamm, Kreis Unna und Recklinghausen) 140 Plätze zu wenig – trotz der Wilfried-Rasch-Klinik in Aplerbeck mit 62 Plätzen. Bei 1,2 Millionen Menschen fehlten allein in Dortmund spitz gerechnet fast 70 Plätze.

Meinerz betonte, dass alle Stadtspitzen Ende 2011 darüber informiert worden seien, dass das Land eine zusätzliche Forensik im Landgerichtsbezirk Dortmund plane, mit der Bitte geeignete Flächen zu benennen oder sich im Landgerichtsbezirk zusammenzutun. Auch Oberbürgermeister Ullrich Sierau habe einen solchen Brief bekommen. Eine politische Einflussnahme sei nicht möglich.

Sierau-Vorschlag

Der OB hat jetzt in einem Medienbericht vorgeschlagen, die neu zu schaffenden Plätze auf andere Einrichtungen zu verteilen und diese unter bestimmten Voraussetzungen zu erweitern. Im Landgerichtsbezirk Dortmund gibt es aber nur die Forensik in Aplerbeck.

Und die Wilfried-Rasch-Klinik sei nicht zu erweitern, hatte bereits der Landschaftsverband Westfalen-Lippe als Träger der Einrichtung wissen lassen. Große Einrichtungen seien auch aus therapeutischen Gründen nicht gewünscht, so Ministeriumssprecher Meinerz: „Das ist nicht unser Konzept.“ Übersichtskarte:

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